Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Sonntag, 21. April 2019

Viele Sonnenstunden im April


Mittlerweile hat sich der April dazu entschieden tagsüber ein richtig warmer Monat zu werden. Es ist da ganz schön erstaunlich, dass Flip selbst bei den hohen Temperaturen (zurzeit haben wir an die 25°C) im Teilwinterfell trotzdem zum Mittagsschlaf in die Sonne steht.
Diese Temperaturen sind ja einerseits ganz schön und angenehm, andererseits sollte es mehr regnen damit die Pflanzen und das Gras auf der Koppel besser wachsen können. Nichtsdestotrotz grasen wir fleißig an in der Hoffnung, dass die Koppelsaison am Wochenende nach dem 1. Mai tatsächlich eröffnet wird. Um den Stall herum ist alles schon ziemlich heruntergenagt und da ja, wie gesagt, nicht so richtig viel nachwächst, erwischen die Pferde auch in einer halben Stunde nicht allzu viel Gras. 
Heute war ich mit den beiden Petras (von Monty und Carry) unterwegs und wir haben die Halfter mitgenommen um unterwegs die Pferde grasen zu lassen. Beim Hundeverein in Ditzingen stand das Gras so hoch, dass wir uns aber nicht getraut haben länger als eine Viertelstunde die Pferde in diesen Genuss kommen zu lassen. Wir wollten ja auch nicht, dass sie womöglich eine Kolik bekommen. 
Wir waren ganz gemütlich unterwegs und wie immer war Flip sehr entspannt und brav. 
Petra freut sich, dass sie nun mit ihrem neuen Westernsattel auch freihändig reiten kann. Einem Ritt mit Eis in der Hand steht dann zukünftig nichts mehr im Weg ... ups, oder doch? ;-)
Morgen werden wir mit Carry einen größeren Spaziergang machen damit Flip mal zwischendurch sattelfrei hat.
Jetzt waren wir die ganzen Tage in verschiedenen Kombinationen ausreiten und einen Tag zum Rücken schonen, schadet sicherlich nicht. Zurzeit wird Comeback in die Herde integriert. Dabei habe ich auch gestern etwas zugeschaut. 
Bei jedem neuen Pferd läuft die Integration etwas anders ab und die Herde reagiert auf jeden unterschiedlich. Mit ihm hatten sie anfangs keine so guten Erfahrungen gemacht da er sehr flotte Vorder- und Hinterbeine hat. Darauf haben sie sich offenbar entschlossen ihn erst einmal zu ignorieren. Und so stand er Abend für Abend alleine im Liegebereich während die anderen gefressen haben oder wenn sie an ihm vorbei kamen, nur kurz geguckt hatten, aber ansonsten einen Bogen gemacht haben. Das haben sie sehr lange durchgezogen und so langsam scheint Comeback zu merken, dass man mit Schlägern keine Freunde gewinnt. 
Anni und Walter (mit der kleinen Kuma) nehmen sich wieder viel Zeit und beobachten alles um notfalls einschreiten zu können. Wir Einsteller sind alle sehr glücklich wie sie das machen und können die Ratschläge von Fremden, dass die Pferde den Rang untereinander ungestört ausfechten sollen, nicht gut finden. So viele Jahre läuft es jetzt ruhig und wir haben eine gelassene Herde. So soll es auch bleiben. Wir sind schon gespannt wie es mit den nächsten beiden Pferden, die diesen Sommer integriert werden sollen, laufen wird. Hoffentlich reibungslos und ohne Stress und Verletzungen. 
Gestern konnte man auch wieder eine ruhige, gut in sich ruhende Herde beobachten. Der Liegebereich wurde tief gemistet und als alles mit frischem Stroh eingestreut war, hat sich die komplette Herde dort dicht an dicht friedlich im Stroh fressend getummelt. Wenn einer, den man nicht neben sich haben wollte zu nah rückt, reicht es die Ohren anzulegen oder mal grimmig rüber zu schauen. Schlägern ist überhaupt nicht notwendig. Es ist immer total spannend und schön zu beobachten wie die Pferde interagieren ohne viel Aufhebens zu machen. Man muss sich einfach nur etwas Zeit nehmen, dabei bleiben, wenn man Fragen hat Anni fragen und braucht eigentlich kein Experte zu sein um zu merken wie das Herdenleben läuft. 
Natürlich gibt es auch mal Rangeleien und kleinere Blessuren, was nicht so schön ist, aber das gehört dazu und natürlich ist mir auch bewusst, dass Flip von dem Herdenleben teilweise gestresst ist. Er ist ein Herdenchef, der Verantwortung übernimmt und dem es dann bei Stress auf die Verdauung schlägt. Wie wir dieses Problem zufriedenstellend für alle lösen, steht noch in den Sternen. Ich hoffe aber, dass er noch länger Chef bleibt, denn er macht seinen Job richtig gut. 
Am Samstag hat mir Jako geholfen meine Kutsche herauszuholen und zu putzen. Da ich sie schon sehr lange nicht mehr benutzt habe, da ich die zweiachsige Kutsche von Petra mitbenutzen darf, habe ich mir überlegt, dass ich sie doch vielleicht mal verkaufen sollte. 
Wir haben sie abgespritzt,geputzt und fotografiert. Es eine wirklich schöne Kutsche und tut es irgendwie leid sie herzugeben. Nichtsdestotrotz müsste ich, wenn ich sie wieder benutzen möchte, vermutlich neue Reifen kaufen und eine Art Inspektion machen lassen um sicher zu sein, dass die Bremse und der Rest funktioniert. Trotzdem bleibt dann die Ungewissheit, ob Flip beim Fahren nicht doch womöglich Gewicht auf dem Rücken hat. Das sollte nicht sein, daher sind wir ja mit dem Zweiachser gefahren. Mal überlegen, ob ich sie tatsächlich inseriere.

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