Also
jetzt sind wir ja so ungefähr 3 Wochen im neuen Stall und ich muss sagen, die
Entscheidung dort einzuziehen war richtig.
Ich
habe zwar jetzt einen etwas längeren Weg, musste alleine umziehen (also ich meine, keiner ist mitumgezogen), habe keine Halle und kein WC, dafür habe ich aber ein Pferd, das sich wohl zu
fühlen scheint.
Samstags sind wir ja umgezogen, sonntags war er sehr aufgeregt
und ab Montag ging es eigentlich nur noch bergauf. Er ist entspannt und egal wo
ich mit ihm herumlaufe, schaut er sich alles in Ruhe an und marschiert mit mir
die ganzen neuen Wege entspannt ab. Ich
glaube, bis jetzt haben wir keinen Spaziergang 1 : 1 so gemacht wie
vorher. Es
gibt so viele Wege durch den Wald und über die Wiesenwege drumherum, dass ich
die ersten 2 Wochen immer wieder in einer App die Wege, die wir schon
erkundet haben, festgehalten habe.
Meist gehe ich mit Flip spazieren, aber ich bin auch schon 3 x ausreiten gewesen und ich glaube so entspannt waren wir früher noch nie draußen. Und, dass obwohl wir in dem Gebiet neu sind und beide nicht so gerne alleine draußen unterwegs waren.
Gestern
gab es allerdings einen Augenblick, in dem ich dachte, es wäre vielleicht doch keine gute Idee gewesen einen Stall ohne Halle zu wählen.
Es
war Regen angesagt, aber da die Sonne so schön schien, konnte ich das irgendwie
trotz Regenbogen nicht ganz glauben. Ich ritt also mit Flip frohen Mutes rüber
in den Wald und ab der Hälfte des Weges begann es zu schütten. Meinen
Regenmantel hatte ich nicht angezogen (Wozu auch? Den hatte nicht mal mitgenommen) und so wurden wir
klatschnass. Wir sind zwar auf den kleineren Wegen geblieben und haben versucht
unter dem Blätterdach zu bleiben, aber das hat auch nicht viel geholfen. Das war nicht unser Wetter und Flip wollte auch gerne schnell wieder ins Trockene.
Klar, das ist nicht schön gewesen, allerdings gibt es auch etwas Positives von
dem Ausritt zu berichten. Wir sind immer mal wieder ein Stückchen im Wald
getrabt und da lief Flip lahmfrei. Das ist doch super!
Damit
Flip bei schlechtem Wetter und im Winter den vorderen Bereich der Koppel nutzen
kann, habe ich mich bei den anderen angeschlossen und ihm 18 Kubikmeter
Hackschnitzel bestellt. Diese wurden dann am Freitag auch rechtzeitig vor dem
Regen angeliefert.
Herr Maier hat mir zum Glück angeboten die Hackschnitzel mit
dem Traktor schon etwas vor zu verteilen damit es nicht zu große Arbeit wird.
Letztlich hat er mit dem Traktor, aber alles so verteilen können, dass ich fast
nichts machen musste. Juhu, denn das wäre eine ganz schöne Schufterei geworden.
Er hat sogar von sich aus noch im vorderen Bereich, wo ansonsten eine Pfütze
entstanden wäre, Erde und Brennesseln entfernt, so dass Flip nun einen
schönen, gut nutzbaren Auslauf hat.
Insgesamt
muss ich sagen, hatte ich auch viel Hilfe von Freunden, worüber ich mich sehr
freue und total dankbar bin. Ohne sie hätte ich es nicht gepackt. Da sind auch Freunde von ganz früher, neuere Bekanntschaften und Freunde, bei
denen ich besonders jetzt auch weiß, dass ich mich voll auf sie verlassen kann…und das tut einfach
gut. Das hilft auch über Enttäuschungen weg zu kommen und an vergangene Zeiten einen Haken zu machen. Für alles scheint es eben seine Zeit zu geben.
Die
Mülltonne, die ich mit Carina als Heuspender vorbereitet habe (bzw eigentlich
hat es Carina gemacht und ich habe nur ein klein wenig Hilfsarbeiten
geleistet), habe ich dann auch aufgestellt, damit Flip, wenn er vormittags auf
dem Auslauf ist, auch zu fressen hat.
Auf den Auslauf kommt er übrigens jeden Vormittag, sofern es nicht
richtig übles Wetter hat. Also auch hier hat es sich verbessert. Er kommt
zuverlässig einen halben Tag raus, hat zu fressen und zu trinken und ich muss
mir keine Sorgen machen, dass er dort vielleicht im strömenden Regen, bei Hagel
oder (wie es in der letzten Gruppe war), im Gewitter womöglich draußen stehen
muss. Herr Maier sagte, sie kommen raus wenn es Wetter hat, bei dem er sich
draußen auch noch wohl fühlen würde. Das ist für mich beruhigend und wenn Flip mal nicht raus kann, hat er ja eine riesige Box.Alles
in allem fühle ich mich dort wirklich gut aufgehoben und genieße die Ruhe dort.
Ruhe heißt aber nicht gleichzeitig, dass ich befürchte Flip könnte sich
langweilen. Er bekommt von seinem Paddock aus viel mit und es gibt für ihn
immer wieder was zu gucken.
Natürlich ist der Stall mit etwas mehr Arbeit
verbunden, was aber eigentlich auch Spaß macht, denn wenn man sieht, dass dann etwas klappt und es Flip damit gut geht, ist das schön.
Ich muss schauen, dass ich das Wasser für den nächsten Vormittag
bereitstelle, ihm das Heu für den Auslauf richten und ich miste abends noch
nach, aber all das ist mir lieber als, dass ich mit einem schlechten Gefühl
nach Hause gehen muss weil Flip doch nicht gut versorgt ist und ich aber an dem
Zustand nichts ändern darf.
Das
Sprichwort "learning by doing" stimmt hier aber auch.
Nicht
nur, dass ich Flip besser kennen lerne (wie viel frisst er, wie viel trinkt er
wann und wo äpfelt er, was hat er für Vorlieben...) Man merkt auch gleich welches Equipment was taugt
oder auch nicht. Der Wassersack z.B ist eigentlich eine recht gute Sache,
allerdings jetzt schon leicht undicht und auch der Gartenwagen, der
grundsätzlich eine gute Geschichte wäre, hat so seine Tücken. Die letzten
Pferdeäpfel muss man dann doch mühsam rausschütteln. Besonders die Kombi von beidem ist auch
etwas tricky. Wenn der Gartensack nicht ganz dicht ist und man mit dem Wagen
vorher Mist befördert hat, muss man aufpassen, dass man beim Abkippen die
Mistbrühe nicht womöglich in den Trinkbottich leert. Alles Dinge, die ich jetzt
lerne.

Auch
die Heubox muss noch optimiert werden. Flip drückt an der Heubox die Lochplatte
so runter, dass er trotzdem nicht viel Heu erwischt. Wenn ich die Platte
allerdings weglasse, verteilt er das Heu weiträumig, denn natürlich ist der
leckerste Halm immer ganz unten. Das sind dann so Sachen, wo man etwas Grübeln
muss wie man es verbessern könnte, aber auch das macht eigentlich Spaß. Jetzt
werden einfach ein paar Löcher vergrößert und parallel habe ich noch ein
Gestell mit einem Netz bestellt. Ich bin zuversichtlich, daß ich auch das in den
Griff bekomme.
Jetzt
bin ich mal gespannt wie sich das alles so weiterentwickelt, denn mir ist
durchaus bewusst, dass bei schönem Wetter alles etwas anders aussieht.
Nun
kommt der Herbst und Winter und die Dunkelheit und dann werden wir mal schauen
müssen, ob die Regenmäntel und Leuchtartikel halten was sie versprechen.
Am
Dienstagmorgen ist dann noch ganz wichtiger Termin. Jojo kommt. Ich hoffe, dass
er die etwas längere Fahrt auf sich nimmt und wir auch zukünftig mit ihm
rechnen können, denn mit zunehmendem Alter und mit den Veränderungen der Hufe,
die ich feststelle, ist es natürlich umso wichtiger, dass wir weiter von ihm
betreut werden. Dadurch, dass Flip weiter das linke Bein viel entlastet, hat der rechte Huf mehr Belastung und wird breiter. Auch muss sich Flip oftmals einlaufen oder er startet die Spaziergänge ziemlich langsam. Da weiß ich dann nie so genau, ob er womöglich Schmerzen hat oder keine Lust hat alleine vom Hof zu gehen. Er läuft sich dann aber nach einem Weilchen ein und rückzus ist er meist recht flott unterwegs.

Für
den Termin mit Jojo musste ich allerdings auch etwas hin und her überlegen, denn es ist
dort im Stall gar nicht so einfach einen Platz zu finden, an dem man morgens um
7:30 Uhr, wenn es noch dunkel ist, beschlagen kann. Ich leihe mir daher einen
Baustrahler und hoffe, dass das Wetter mitmacht und es nicht regnet, so dass
wir auf dem Paddock oder davor beschlagen können. Auf den Gummimatten in der Box geht es nicht, in der Stallgasse ist nicht ausreichend Licht, bei den anderen Stallgassen geht es auch schlecht...Bis
zum Folgetermin habe ich ja dann auch wieder 8 Wochen Zeit um das zu organisieren und eine Lösungzu finden.
Bis
jetzt haben wir alle Herausforderungen gemeistert und ich hoffe, das bleibt
auch so!