Lange
Rede kurzer Sinn: Flip läuft nicht wirklich klar.
Ob
er lahmte weil er noch mit der Schulter Probleme hat oder einfach, weil er
durch die verringerte Bewegung sehr steif geworden ist, ist gar nicht so
richtig klar.
Es
war jedenfalls sehr ernüchternd/traurig, denn ich hatte doch gehofft, dass wir
langsam die Bewegung etwas steigern und traben dürften.
Also,
ich glaube. der Ultraschall war gar nicht so schlecht.
Ich habe zwar auf den Monitor geschaut, aber da kann man ja als Laie nicht viel erkennen. Es hieß, dass sich die Sehnenstruktur verbessert hätte und auch die Flüssigkeit, die früher zu sehen war und durch die Entzündung kam, weg wäre. Nichtsdestotrotz wird die Verkalkung wohl nicht mehr verschwinden.
Die Tierärzte wollen nun nochmals mit der Klinik Kontakt aufnehmen und die Ergebnisse besprechen. Die Stoßwelle war ein Versuch aber keiner hatte eine wirkliche Prognose abgegeben oder versichert, dass sich dadurch viel verbessert. Das wusste ich, aber wollte es auf jeden Fall probieren. Geschadet hat es sicherlich nicht. Das Wichtigste war die Ursache für die Entzündungen in der Schulter abzustellen und zu verhindern, dass er weiter in die Fressständer drückt.
Nun
wurde mir gesagt, ich solle schauen, dass Flip tagsüber wieder mehr in Bewegung
kommt. So ein älterer Herr, der noch dazu sein ganzes Leben in Herdenhaltung
verbracht hat, bräuchte kontinuierlichere Schrittbewegung.
Am Wochenende kann ich ja 2x täglich zu ihm gehen und wenn wir abends grasen gehen, findet er das prima, aber unter der Woche ist das schwierig.
Ich habe ich mich also im Internet und in der Gegend nach einem neuen Stall umgesehen und auch sonst alle Möglichkeiten, die vielleicht vorhanden sind, versucht abzuklären.
Alles
gar nicht so einfach und wenig erbaulich, denn entweder gibt es gleichartige Fressständer,
große Gruppen, steile Koppel, Erlaubnis nur ohne hintere Eisen, es ist weit
weg, hat keine Halle, kleine Boxen, Selbstversorgerställe…
Wir
gehen zwar oft (im Schritt) ausreiten oder spazieren, aber das Herdenleben
ersetzt das eben nicht.
Auch
mit anderen Pferden geht er brav mit und scheint einfach froh zu sein, wenn wir
Begleitung haben, wobei wir mittlerweile auch alleine ganz gut klar kommen.
Neulich waren wir eine Runde mit seinem alten Freund Nick unterwegs und man konnte Flip anmerken dass er sich total gefreut hat. Unterwegs hat er immer wieder an Nick geschnuppert und nach dem Spaziergang standen die beiden im Hof und wollten sich gar nicht mehr voneinander trennen.
Das tut mir so leid und zerreißt mir fast das Herz weil ich ihm ein Leben bei seinen Freunden nicht mehr ermöglichen kann. Er versteht nicht warum er nicht zurück kann und ich kann es ihm auch nicht erklären.
Mittlerweile ist nun auch mir klar, dass ein Rückweg in sein altes zu Hause nicht mehr möglich sein wird. Die Ära ist nach 15 Jahren offensichtlich zu Ende, daher habe ich gestern meine letzten Sachen geholt.Das
war einmal und wir müssen uns umstellen und nach vorne sehen.
Es gibt eventuell eine Möglichkeit, die vielleicht die tägliche Bewegung und den Sozialkontakt wieder ermöglicht, von der ich aber noch nicht berichten möchte, da sie noch nicht ganz sicher ist.
Drückt einfach mal die Daumen, dass es klappt und Flip einen neuen schönen Lebensabschnitt starten kann. Ich werde dann berichten was wir versuchen und wie es Flip damit geht.
















