So
jetzt gibt es richtige Neuigkeiten:
Ende
September habe ich von Anni die Nachricht bekommen, dass bei ihr eine
Paddockbox frei werden würde und sie fragte, ob ich mit Flip zurückkommen
möchte.
Ich
war hin und hergerissen, denn die Box in Hemmingen war ja sehr groß, der Auslauf vormittags schön und wir hatten ein tolles Gelände. Nichtsdestotrotz ist der
sich nähernde Herbst und Winter eine echte Belastung für mich und ich habe ganz
schön an die dunkle Jahreszeit hingeschaut. Ich fühle mich im Dunklen einfach nicht wohl und schon gar nicht, wenn Flip eventuell im Winter unausgelastet und "lustiger" ist und ich mit ihm dann in der Dämmerung spazieren gehen muss.
Das
habe ich letzten Winter tapfer durchgezogen, aber damals konnte ich auch
zweimal in der Woche in der Mittagspause zu ihm gehen um ihn bei Tageslicht zu
versorgen. Ob das diesen Herbst und Winter wieder machbar ist, ist noch gar
nicht so ganz klar. Schon der Gedanke an den Herbst und Winter führte bei
mir zu Stress.
Natürlich
habe ich auch noch im Hinterkopf gehabt, dass ich doch recht enttäuscht war,
dass wir nicht, wie eigentlich gedacht, nach sehr kurzer Zeit schon wieder
zurückkehren konnten.
Ich
hatte zwar auch schon die Box am Parkplatz, angeboten bekommen, hatte sie aber
abgelehnt, denn dort hätte Flip immer wieder wechselnde Nachbarn gehabt oder
hin und wieder auch gar keine, denn die Nachbarbox, die ich eigentlich gerne
gehabt hätte, wird nun als Eingewöhnungsbox für die Laufstallgruppe genutzt. Das
konnte und wollte ich ihm nicht zumuten.
Ich habe mich dann mit Anni in Hemmingen getroffen, ihr
gezeigt wie Flip im Moment untergebracht ist und wir sind zusammen mit Kuma und
Flip eine Runde im Wald spazieren gewesen und haben uns unterhalten.
Auch
sie sagte, dass Flip sehr zufrieden aussieht und, dass die große Box mit
Auslauf am Vormittag für ihn eigentlich echt gut wäre. Sie schlug vor, dass ich
einfach mal wieder zu ihr in den Stall komme um in mich reinzuhören, ob ich mir
vorstellen könnte zurückzukommen. So habe ich das dann auch gegen Abend gemacht
und, es hat sich fast wie früher angefühlt. Ich habe daher die Paddockbox, in
der zuletzt Sue gewohnt hat, zum 1. November zugesagt.
Die
Unsicherheit, ob Flip damit klarkommt, die Herde immer zu sehen, aber in einer
Box zu leben, war natürlich da, daher habe ich die Box in Hemmingen auch nicht
gleich kündigen wollen.
Nach
meinem Urlaub habe ich dann gehört, dass die 4 Isländer, die unsere
Nachbarn in Hemmingen waren, zum 01.11 auch ausziehen. Da war für mich ganz klar, dass die
Entscheidung umzuziehen richtig ist. Ohne Katrin konnte ich mir nicht
vorstellen dort zu bleiben, denn wir haben uns echt gut verstanden und
gegenseitig geschaut, dass die Pferde gut versorgt sind und uns unterstützt. Mal abgesehen davon,
dass Flip ab 01.11 sonst ganz alleine in dem Stalltrakt gestanden hätte, was
auch nicht geht.
Das
Pferd, das in Münchingen unser Nachbar werden sollte, hat dann aber doch
abgesagt und so war noch etwas Unsicherheit, wer dort Flips Nachbar wird. Netterweise
hat die Einstellerin der „Parkplatzbox“ angeboten, ihr Pferd notfalls zwischenzeitlich
neben Flip zu stellen bis ein Nachbar gefunden wird. das war schon mal beruhigend.
Das
klang alles gut und fühlte sich auch gut an, denn so schön es in Hemmingen bei
gutem Wetter ist, so schwierig ist es bei schlechtem Wetter, vor allem wenn man
immer gewöhnt war eine Halle zu haben.
Die
Vorfreude „nach Hause zu gehen“ stieg, denn es gab schon auch noch mehr Punkte,
die für einen Umzug sprachen.
Natürlich
wäre die Haltung in einem Laufstall für Flip schöner, allerdings
habe ich hier keinen Stall gefunden, der für uns passender gewesen wäre. Bei
den meisten Laufställen, gibt es Fressständer (geht bei Flips Schulter nicht),
die Pferde sollten möglichst unter 1,60m Stockmaß haben, rangniedrig und
eigentlich so gut wie immer unbeschlagen sein. Das passt also alles nicht.
Die Entscheidung
zurück zu gehen und ihn in eine Paddockbox zu stellen habe ich mir nicht leicht
gemacht, denn ich möchte für Flip auch nur das Beste, aber es muss einfach auch
für mich passen.
Ich hoffe nun einfach, dass es die richtige Entscheidung ist und Flip sich dort wieder zu Hause fühlt, sich freut seine Freunde wieder zu sehen, mit ihnen spazieren gehen zu können und auch wieder mehr Sozialkontakte zu haben.
Im
September ist Margot, eine Freundin von Nici mit dem Pony, Top, in Hemmingen in
den Stall eingezogen und hat uns seitdem öfters auf Spaziergängen begleitet. Da
Top nicht alleine spazieren gehen mag, war Margot froh, dass Flip und ich sie
öfters begleitet haben und so haben wir schöne, gemeinsame Runden gedreht und den Kleinen dabei etwas abgehärtet (in dem Flip z.B. zeigte, dass Kühe oder Rübenernter gar nicht so gruselig sind...).
Die beiden sind so unterschiedlich. Der Eine leichtes Kaltblut, der Andere mit viel Vollblut in sich. Wenn was gruselig ist, bleibt Flip wie angegossen stehen und guckt, Top will lieber schnell dran vorbei. Nichts desto trotz klappt´s gut zusammen zu laufen.
Das hat so gut geklappt, dass Margot auch während meines
Urlaubs zusammen mit ihrer Familie und den beiden Pferden spazieren lief und
sich sogar zugetraut hat mit beiden Pferden alleine spazieren zu gehen.
Natürlich
musste ich ihr irgendwann auch beichten, dass ich den Stall verlassen werde.
Und ja, ich habe ihr auf Rückfrage dann auch gesagt, dass noch eine Box neben
Flip frei wäre, für die ein freundlicher Wallach, der möglichst unter 1,60
m Stockmaß haben sollte, gesucht wird. Also alles Kriterien, die auf Top zutreffen.
Da auch Margot ohne Halle "nicht ganz so optimistisch in den Herbst und
Winter geschaut hat" und sie dort auch nur wenige Pferde als Begleitung
zum Spaziergang hatte, hat auch sie Anni zugesagt.
Wir
haben dann eine Lösung gefunden, dass beide Pferde zusammen am letzten
Wochenende umziehen und sich gemeinsam in ihrer kleinen WG einleben konnten.
Davon erfahrt ihr dann im nächsten Post mehr.
Erst
einmal haben wir aber noch die letzten Tage in Hemmingen genutzt um beim Pferdespielplatz
zusammen mit Alicia mitzumachen und uns an dem schönen Gelände, mit dem sich
bunt färbenden Herbstlauf zu erfreuen und schöne Spaziergänge zu machen.
Beim
letzten Spaziergang wollte ich eigentlich alle kleinen Lieblingswege mit Flip
ablaufen, aber ein Baum lag im Weg und ich hatte Flips Größe doch etwas
unterschätzt. Gerne wäre er den Weg auch weitergelaufen, aber der zweite große
Ast versperrte den Weg so, dass es aussichtslos war.
Wir drehten also um, schlugen
einen anderen Weg ein und Flip durfte dann noch nach dem Spaziergang auf seine
Koppel und die diesjährige Koppelsaison beenden.
Das war natürlich auch schön, selber entscheiden zu können wann man sein Pferd rausstellen möchte…
... allerdings waren die Koppel und der Auslauf auch mit viel Arbeit verbunden und die Sorge, dass mal wieder ein Baum auf den Zaun fliegt (wie am Tag vor meinem Urlaub),
war auch nicht zu unterschätzen. Nicht vorzustellen, wenn Flip auf dem
Auslauf/der Koppel gestanden hätte als 2x ein Baum umflog.
Das liegt
jetzt aber hinter uns!
Nun
muss ich noch die Gummimatten aus der Box nehmen (Katrin übernimmt sie für
deren neuen Stall), die anderen Dinge abmontieren und alles abtransportieren,
mit dem ich versucht hatte alles schöner und praktischer zu gestalten. Das fühlt sich nicht gut an, denn ich fand, ich habe das alles schön gerichtet und
viel Zeit, Mühe und Geld reingesteckt und nun wird es wieder so wüst wie vor unserem Einzug. Es war ja nicht abzusehen, dass wir
trotz aller Mühe, doch nach einem Jahr wieder gehen würden.
Den
Rückbau möchte ich nun aber möglichst dieses Wochenende hinter mich bringen um dann das nächste Kapitel mit Flip optimistisch beginnen zu können.