Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Einzug in Münchingen

Die erste Etappe unseres Umzuges startete letzten Freitag, als ich den Schrankinhalt ins Auto geräumt habe um alles in Münchingen zu bringen. Am Schrank hing schon ein Namensschild mit Bild, die Deckenstange, der Halter fürs Halfter und die Futtereimer waren schon beschriftet. Auch die Box war schon gerichtet und das heu quoll aus der Heuraufe.

So fühlt man sich doch gleich willkommen.

Ich habe jetzt nicht mehr meinen Schrank Nummer 22, den ich 15 Jahre hatte, aber das macht nichts, denn wir starten ja jetzt neu und der neue Schrank bietet noch mehr Platz. Es ist nämlich schon erstaunlich was ich alles so ansammeln kann. Viele Dinge benötige ich jetzt nicht mehr und versuche sie gerade über ebay kleinanzeigen zu verkaufen, denn das ganze Koppelzubehör und die Hilfsmittel, die die Stallarbeit erleichtern, haben ausgedient.

Am Samstagmorgen hat Marie dann den Pferdehänger vorgefahren und wir haben zusammen mit ihr und Nicole Flip und Top verladen. Da Flip um 8:30 Uhr noch kein Frühstück hatte, ist er gerne eingestiegen um dort das münchinger Heu, von dem ich ihm schon als Abendessen gebracht hatte, zu verspeisen.

Die beiden sind gut gefahren und beim Aussteigen aus dem Hänger war es fast so wie an unserem allerersten Tag. Flip stieg aus, hat die anderen Pferde entdeckt und mit einem Ruck marschierte er los.
Zwischenzeitlich sind 5 neue Pferde in der Herde. 2 Isländer, 1 Spanier und noch 2 Freiberger. Jetzt wohnen schon 5 Freiberger bei Gehrings. Da staunte Flip nicht schlecht, denn alle Neuen standen neugierig am Gatter und es gab ein großes Gequietsche. Wir haben dann unsere beiden in ihre Paddockboxen gebracht, was Flip doch etwas ungewöhnlich fand. Vermutlich dachte er sich, dass diese Eingewöhnungsbox doch viel zu weit von der Gruppe entfernt ist.

Die Jungs haben sich dann alles angeschaut, die Nachbarn beobachtet, schienen aber jetzt nicht wahnsinnig beunruhigt. Wir haben ihnen dann etwas Zeit gelassen sich in ihren neuen Boxen umzusehen und sind dann nach einer Weile in die Halle gegangen. 
Dort hat sich Flip sofort genüsslich im Sand gewälzt, ist aufgesprungen und hat seine Anspannung durch ein paar Bocksprünge und ein wenig Bewegung, Luft geschafft.









Nachdem wir die beiden ein noch herumgeführt haben, waren wir noch grasen und haben sie dann wieder in die Boxen gebracht. Ich bin dann schnell nach Hause gefahren um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen und meinen Kürbis einzupacken. Wir sind nämlich rechtzeitig zum traditionellen Kürbisschnitzen gekommen. 

Das war auch sehr praktisch, denn so habe ich am Nachmittag beobachten können was Flip macht, war aber gleichzeitig auch abgelenkt. Die Jungs waren erstaunlich entspannt, haben allerdings zu Beginn sehr viel gequietscht und wir haben es auch Poltern hören. Offensichtlich mussten sie noch klären wie die Rangfolge in ihrer kleinen WG sein wird. Flip hat das sagen, wie wir später beobachten konnten und womit Top sicherlich auch nicht schlecht fährt, denn an ihm orientierte er sich ja bisher auch auf Spaziergängen wenn es gruselig wurde. 

Am Nachmittag haben wir dann einen Spaziergang mit Nick und Lasse, so wie auf dem Rückweg mit Fandango gemacht. Das war echt erstaunlich. Flip lief auf dem Spaziergang so entspannt, als wäre er überhaupt nicht weg gewesen.

Schön war auch, dass sich Top nicht aufgeregt hat als wir weggegangen sind. Wir wollen nämlich schauen, dass die beiden nicht zu sehr aneinander kleben, denn sonst wird es echt unangenehm wenn man sie getrennt voneinander bewegen möchte.

Als das Abendessen in Form einer riesigen Schubkarre Heu angeliefert wurde, hat Top erst gar nicht realisiert, dass Matze das Heu für beide über Flips Box bringt. Er wartete auf dem Paddock und war erstaunt wieso es für ihn nichts gibt. Natürlich hat er es dann doch relativ schnell gemerkt, dass auch seine Heuraufe gefüllt wurde, allerdings meinte Flip, dass ganze Heu für ihn sein müsste und verteidigte beide Heuraufen.


Da er groß genug ist, kann er nämlich über die halbhohe Trennwand den Kopf in die Heuraufe bei Top stecken. Der ist aber auch nicht auf den Kopf gefallen, hat so getan, als wäre draußen etwas spannendes zu beobachten und ist dann, als Flip auch raus lief, schnell zurück in die Box, hat das oberste Heu geschnappt, aus der Raufe gezogen und sich auf den Boden gelegt.

Schlau muss man sein, allerdings wird dieser Trick nicht oft funktionieren.

Wie sich gezeigt hat, ist das aber auch gar nicht notwendig, denn schon nach kurzer Zeit haben die beiden friedlich nebeneinander, jeder aus seiner Heuraufe gefressen.

Dass Top zusätzlich noch einen Eimer mit etwas Kraftfutter bekommt, fand Flip schon allerhand, aber ich gebe ihm sein Mineralfutter, etwas Müsli und Heucobs, wie gewohnt nach der Bewegung aus der Schüssel. Er hat ohnehin etwas zugenommen und benötigt kein zusätzliches Kraftfutter morgens und abends.

Da er auch früher in den Fressständern selten einen Futtereimer bekommen hat, ist das sicherlich auch kein Thema für ihn. 

Natürlich fragen die beiden Jungs bei ihren Frauchen trotz allem an, ob sie von Leckereien des anderen nicht auch was abbekommen könnten. Meist haben sie damit ja auch Erfolg. 

Am Sonntag war ich zusammen mit Margot und Top spazieren und habe ihnen das Gelände um den Stall gezeigt. Klar, das Gelände in Hemmingen war viel schöner, aber man kann nicht alles haben.

Auch dieser erste gemeinsame Spaziergang lief völlig entspannt ab, sowie mein Spaziergang alleine mit Flip am Montag und Nicis gestriger Spaziergang mit den beiden auf die andere Seite der Autobahn.

Wir sind total happy, dass die Jungs so einen entspannten, zufriedenen Eindruck machen und mit Freude habe ich festgestellt, dass sich Flip auch schon in der ersten Nacht hingelegt hat.

Von Top hat Margot sogar ein Bild bekommen, das ihn beim Mittagsschlaf in der Box, in der Sonne zeigt. Flip stand derweil dösend auf dem Paddock und hat sich gesonnt.

Unsere Bedenken, dass die Jungs zu Beginn eventuell angespannt und etwas nervöser sind, haben sich nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil, sie sehen zufrieden aus, was vielleicht auch daran liegt, dass die beiden Frauchen zufrieden sind.



Auch meine Freundin Kuma tut, als wären wir nicht weg gewesen. Sie hat meine Futterschüssel gleich wieder mit mir zum Schrank getragen (war ihr egal, dass der nun woanders ist) um dort dann ihre Entlohnung in Form eines Apfelstückchens zu bekommen :-) Schön!
 


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