Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Mittwoch, 8. Juli 2026

Lange Schreibpause und große Hitze

Oha, ich sehe gerade, dass ich ja schon wieder sehr lange nicht mehr von Flip berichtet habe. 

Das hole ich jetzt dann mal nach.

Die Zeit vergeht so schnell und viele Dinge hat man dann gar nicht mehr so richtig auf dem Schirm. 

Beim Anschauen der Fotos erinnere ich mich aber daran, dass sich das Wetter in der letzten Zeit ziemlich verändert hat. 

Erst war es länger kühl und nass und auf den Fotos sieht man, dass ich auch im Juni noch mit Jacke eingepackt auf der Koppel saß.

 

Das Gras ist dann mit dem Regen und der Sonne richtig toll gewachsen, so dass Simone und ich immer wieder Koppelstücke mit dem Freischneider gemäht haben, damit das Gras dann später auch noch gut nachwächst. Es war so viel Gras, dass das die beiden Jungs nicht alleine geschafft hätten und die Herde hat sich über das geschnittene Gras auch gefreut.

 

Flip und Lasse haben die Koppel jedenfalls viel genossen und ich muss sagen, mit den neuen Campingstühlen, die Thomas besorgt hat, sitzt man da wirklich sehr gemütlich und es ist eine absolute quality time dort zu sitzen und die entspannt grasenden Pferde zu beobachten.

 

Mit Flip und Lasse klappt das richtig gut. Sie verstehen sich gut, sind ähnlich büffelig und ich habe das Gefühl Flip genießt es mit Lasse draußen sein zu können. Es war in letzter Zeit tatsächlich auch schon so, dass er alleine gar keine Lust hatte auf die Koppel zu gehen. 



Die letzten Wochen war es dann bei uns zeitweise unheimlich und unerträglich heiß.

Ich habe mir sehr große Sorgen um Flip gemacht, denn auf seinem Paddock ist ja null Schatten und auch in der Box wurde es richtig warm.

Wir haben zwar immer die Luken zur Miste offen gelassen, damit ein wenig Luftzug durch die Boxen geht, aber so richtig viel geholfen hat das nicht und die Fliegen kamen damit auch vermehrt rein. 

Damit etwas mehr Luft durchzieht habe ich versucht die Luke freizuschaufeln. Bei 38 Grad macht das auch nicht wirklich Spaß aber die Miste wird erst nach der Ernte auf den Feldern abgefahren.

Wir hatten sogar 40,6 Grad in der Box und Flip stand die ganzen Tage fast regungslos mit dem Kopf zur Luke und dem Hintern zum Boxenausgang. 

Wir haben also versucht ihn möglichst häufig aus der Box zu holen und am Wochenende war ich teilweise drei bis viermal am Tag dort um ihm die Beine abzuduschen, oder ihn ganz zu duschen, wälzen zu lassen oder auf den Putzplatz zu stellen, wo es deutlich kühler war. 

Vor einem großen Sonnenschirm auf dem Paddock würde sich Top zu sehr gruseln, von einem Sonnensegel hat Matze nichts gehalten und so blieb eigentlich gar nicht wirklich viel, als einfach zu versuchen die Pferde immer wieder aus der Box rauszunehmen. 

Flip hat sich dann auch noch irgendwo auf dem Nasenrücken verletzt und eine ziemlich große Beule bekommen, die immer noch nicht abgeschwollen ist. Zum Glück kann man ihn aber auch nur mit Strick um den Hals gut von a nach b führen oder am Putzplatz, wo es teilweise kühle Heucobs gab, parken. 




Aufgrund der großen Hitze musste man eigentlich mit der Bewegung der Pferde bis relativ spät abends warten, wenn man nicht gerade gleich früh morgens die Möglichkeit hatte in den Stall zu gehen. Oftmals blieb dann einfach nur noch ein Gang hoch auf die Koppel, denn die Hitze hat sowohl uns Zweibeinern als auch die Pferde ziemlich belastet. 

Ich habe das Gefühl seit der großen Hitze ist Flip wie ein paar Jahre auf einmal gealtert. Er ist zurzeit unheimlich müde und steif und mag sich eigentlich am liebsten gar nicht bewegen. Das macht mir schon ziemlich Sorgen, denn nach dem Arthroseschub Anfang des Jahres hatte ich mich eigentlich gefreut, dass er wieder besser drauf war. 

Bis zum Wochenende soll leider die Temperatur wieder steigen, aber ich habe einen Ventilator gekauft und hoffe, dass der für etwas Abkühlung in Flips Box sorgt. 

Hoffentlich klappt das so wie ich es mir vorstelle. Man kann den Ventilator per Timer z.b am Vormittag starten und die gewünschte Stundenanzahl, wie lange er laufen soll, einstellen. Da er mit Akku betrieben wird, könnte ich den Ventilator dann z.B. über Nacht zum Aufladen nach Hause mitnehmen, morgens bringen und wenn eine der Mädels am Vormittag kommt, wäre er wieder betriebsbereit. We will see.

Neulich ist Flip mal wieder eine Lasse als Handpferd mitgelaufen, was ihm glaube ich, Spaß gemacht hat. Der Plan ist ihn durch Abwechslung wieder aufzumuntern und seine Bewegungsfreude anzuregen.

Ich habe gestern auch mal die große Wippe in die Halle gestellt, damit er seine Tiefenmuskulatur trainieren kann ohne sich großartig zu bewegen. Da sie mit der Hallenberegnung nass wurde, glänzte sie und er wollte erst gar nicht drauf. Dann hat er seine Verwunderung über den ungewohnten Glanz abgelegt und stand locker 20 Minuten wippend drauf.

Was seine Lebensgeister auch etwas weckt, ist der neue Mähroboter, der in den Gärten vom Stall rumfährt. Den hätte er eigentlich schon von der Koppel aussehen können, aber Andrea berichtete mir, dass sie jetzt schon öfters mit Flip nicht hinten aus dem Hof rauslaufen konnte, weil der Mähroboter unterwegs war. Ich habe ihn neulich dann auch das erste Mal in Aktion gesehen. Schon von oben an der Straße hat ihn Flip entdeckt und musste ihn mit gespitzten Ohren beobachten. Wir haben dann ca. 10 Minuten gebraucht uns dem Gartenzaun mit dem Ungetüm anzunähern. Gibt es also doch noch was, was Flip gruselig findet.

Naja, Moment, auch Zähnerichten findet Flip gruselig. Aber auch das stand im Juni auf dem Programm. Wir hatten eine neue Zahnärztin da, die sich Flips Zähne angeschaut hat. Mit einer Minishetty -Sedierung war Flip ruckzuck im Tiefschlaf und hat seine Zähne, so gut es eben ging, gerichtet bekommen.

Grundsätzlich bin ich mit seinen Zähnen gerade auch ganz zufrieden. Er spuckt nur noch sehr selten Heuknäule aus und kommt eigentlich ganz gut klar. Ja, man sieht bei hartem Brot oder harten Leckerlis, dass er da teilweise Probleme hat, aber die kann man ja umgehen.

Ja und dann habe ich doch auch noch gute Nachrichten was Flips Betreuung angeht. 

Ich hatte, nachdem Lena einen neuen Job begonnen hat, nochmals eine Anzeige aufgegeben, auf die sich Denise gemeldet hat. Sie hat Pferdeerfahrung, Flip kennengelernt und wird sich nun zweimal die Woche vormittags um ihn kümmern. 

Das heißt Montag und Freitag schaut Denise nach ihm, Dienstag und Donnerstag Andrea und mittwochs kommen Lena und Johanna.

So hat Flip jetzt unter der Woche jeden Vormittag Ansprache und Bewegung und wenn ich abends komme, darf er nochmals raus. Ich finde das richtig klasse, jetzt müsste er nur wieder fitter werden, damit wir unsere Möglichkeiten ihn zu bewegen auch voll ausschöpfen können. 

Ich freue mich jedenfalls, dass wir jetzt ein so großes Team sind (Nici springt auch ab und an ein) )und drücke ganz fest die Daumen, dass Flip schnell wieder munterer und besser zu Fuß wird.


Freitag, 5. Juni 2026

Kurztripp ins schweizer Jura

Gestern kam ich von meinem Kurzurlaub ins schweizer Jura zurück. Wir (Andrea und ich) haben 5 schöne Tage im Jura verbracht und die Zeit ausgiebig genossen.

Wir haben die 4 Pferde-Altenheime der Stiftung für das Pferd besucht und ausgiebig Pferde-Streicheln und Freiberger-Anschauen auf dem Programm gehabt.

Die Pferde-Altenheime kannte ich ja schon und unterstütze sie seit Jahren, da ich sie einfach klasse finde. Es gibt dort tolle, moderne und saubere Ställe, Trockenplätze für schlechtes Wetter und natürlich große Weiden, auf denen die Herden ihren Ruhestand genießen und von den Angestellten der Stiftung liebevoll und gut gepflegt werden.

Hier könnt ihr mal auf deren Homepage schauen:  

https://www.philippos.ch/de/besuchen-sie-uns/le-roselet

Es gibt 4 Standorte, die Pferde, Ponies, Esel und Maultieren ein schönes Zuhause bieten.

Le Roselet:



Maison Rouge:





Les Murs:



Jeanbrennin:


Unterhalb von Le Roselet befindet sich die große Gemeindeweide, auf der neben Kühen auch ein paar der Stiftungs-Rentner und deren Zuchtstuten mit Fohlen den Sommer verbringen.  
Dort haben wir auch einige Zeit genossen, Pferde gestreichelt, beobachtet und fotografiert.



Am Wegesrand sind dort überall große Weiden mit Kühen und natürlich, wie es sich in den Franches Montagnes gehört, Freiberger. Alle waren immer entspannt und freundlich. Einfach eine super coole Rasse!     
Diese kleine Herde hatten wir schon auf dem Hinweg gesehen und uns mit ihnen angefreundet.
Es waren 3 Wallache, 3 Stuten und 3 Jährlinge, die dort an einer kleineren Durchgangsstraße auf riesigen Weiden, das sie sich mit Kühen und 3 Ziegen teilten, grasten, mal Autos anhielten, sich kraulen ließen oder in den Tannen spielten 
Besonders dieser Jährling hat es mir richtig angetan. Der war einfach Zucker.



Neugierig wurden wir begutachtet und untersucht: 

Diese schicke Fribi-Dame hat es sich bei mir gemütlich gemacht und gedöst während ich sie kraulte und Andrea Fotos der Fribi-Jugend gemacht hat. 

Auch unterhalb unseres Dorfs, in dem wohl jeder Freiberger (oder Isis) hatte, war eine große Gemeindeweide, auf der wir uns gerne aufhielten



Auch bei dieser verschmusten, kleinen Dame könnte ich schwach werden:

Wir haben aber auch an einem Tag noch einen Ausflug nach Avenches ins Gestüt gemacht um dort die tollen Hengste anzuschauen. Die Anlage ist richtig schön und die Hengste dürfen tagsüber auf große Ausläufe und ein paar wohnen sogar in schönen Einzel-Laufställen



Durch Zufall war nebenan an dem Tag ein Trabrennen, bei dem wir dann auch kurz zugeschaut haben. Ist nicht ganz so mein Ding, aber auch mal interessant zu sehen.

Ja und dann kommen hier noch Fotos von einem unserer Highlights.
Wir haben mit den Fribis unserer Gastgeber einen 2,5 Stunden-Ausritt gemacht. Der Hof "Ecourie double C" liegt quasi auf dem Reitwegenetz und man kann dort kürzere Ausritte und auch Wanderritte machen.
Wir hatten uns zu einem gemütlichen Ritt angemeldet und es war einfach traumhaft schön. 
Die Landschaft toll, die Pferde brav und das Erlebnis so cool.... ja, und wir sind tatsächlich durch Kuhherden galoppiert!

Wenn die Sättel nicht so unglaublich hart gewesen wären, hätten wir sicherlich noch einen zweiten Ritt mitgemacht, so mussten wir aber leider das Erlebnis einmalig lassen.

Es war ein gelungener Kurzurlaub!!!