Oha,
ich sehe gerade, dass ich ja schon wieder sehr lange nicht mehr von Flip
berichtet habe.
Das
hole ich jetzt dann mal nach.
Die
Zeit vergeht so schnell und viele Dinge hat man dann gar nicht mehr so richtig
auf dem Schirm.
Beim
Anschauen der Fotos erinnere ich mich aber daran, dass sich das Wetter in der
letzten Zeit ziemlich verändert hat.
Erst
war es länger kühl und nass und auf den Fotos sieht man, dass ich auch im Juni noch
mit Jacke eingepackt auf der Koppel saß.
Das
Gras ist dann mit dem Regen und der Sonne richtig toll gewachsen, so dass
Simone und ich immer wieder Koppelstücke mit dem Freischneider gemäht haben,
damit das Gras dann später auch noch gut nachwächst. Es war so viel Gras, dass
das die beiden Jungs nicht alleine geschafft hätten und die Herde hat sich über
das geschnittene Gras auch gefreut.
Flip
und Lasse haben die Koppel jedenfalls viel genossen und ich muss sagen, mit den
neuen Campingstühlen, die Thomas besorgt hat, sitzt man da wirklich sehr
gemütlich und es ist eine absolute quality time dort zu sitzen und die
entspannt grasenden Pferde zu beobachten.
Mit
Flip und Lasse klappt das richtig gut. Sie verstehen sich gut, sind ähnlich
büffelig und ich habe das Gefühl Flip genießt es mit Lasse draußen sein zu
können. Es war in letzter Zeit tatsächlich auch schon so, dass er alleine gar
keine Lust hatte auf die Koppel zu gehen.
Die
letzten Wochen war es dann bei uns zeitweise unheimlich und unerträglich heiß.
Ich
habe mir sehr große Sorgen um Flip gemacht, denn auf seinem Paddock ist ja null
Schatten und auch in der Box wurde es richtig warm.
Wir
haben zwar immer die Luken zur Miste offen gelassen, damit ein wenig Luftzug
durch die Boxen geht, aber so richtig viel geholfen hat das nicht und die Fliegen
kamen damit auch vermehrt rein.
Damit
etwas mehr Luft durchzieht habe ich versucht die Luke freizuschaufeln. Bei 38
Grad macht das auch nicht wirklich Spaß aber die Miste wird erst nach der Ernte
auf den Feldern abgefahren.
Wir
hatten sogar 40,6 Grad in der Box und Flip stand die ganzen Tage fast
regungslos mit dem Kopf zur Luke und dem Hintern zum Boxenausgang.
Wir
haben also versucht ihn möglichst häufig aus der Box zu holen und am Wochenende
war ich teilweise drei bis viermal am Tag dort um ihm die Beine abzuduschen,
oder ihn ganz zu duschen, wälzen zu lassen oder auf den Putzplatz zu stellen,
wo es deutlich kühler war.
Vor
einem großen Sonnenschirm auf dem Paddock würde sich Top zu sehr gruseln, von
einem Sonnensegel hat Matze nichts gehalten und so blieb eigentlich gar nicht wirklich
viel, als einfach zu versuchen die Pferde immer wieder aus der Box
rauszunehmen.
Flip
hat sich dann auch noch irgendwo auf dem Nasenrücken verletzt und eine ziemlich
große Beule bekommen, die immer noch nicht abgeschwollen ist. Zum Glück kann
man ihn aber auch nur mit Strick um den Hals gut von a nach b führen oder am
Putzplatz, wo es teilweise kühle Heucobs gab, parken.
Aufgrund
der großen Hitze musste man eigentlich mit der Bewegung der Pferde bis relativ spät
abends warten, wenn man nicht gerade gleich früh morgens die Möglichkeit hatte
in den Stall zu gehen. Oftmals blieb dann einfach nur noch ein Gang hoch auf
die Koppel, denn die Hitze hat sowohl uns Zweibeinern als auch die Pferde
ziemlich belastet. 
Ich
habe das Gefühl seit der großen Hitze ist Flip wie ein paar Jahre auf einmal
gealtert. Er ist zurzeit unheimlich müde und steif und mag sich eigentlich am
liebsten gar nicht bewegen. Das macht mir schon ziemlich Sorgen, denn nach dem Arthroseschub
Anfang des Jahres hatte ich mich eigentlich gefreut, dass er wieder besser
drauf war.
Bis
zum Wochenende soll leider die Temperatur wieder steigen, aber ich habe einen
Ventilator gekauft und hoffe, dass der für etwas Abkühlung in Flips Box
sorgt.
Hoffentlich
klappt das so wie ich es mir vorstelle. Man kann den Ventilator per Timer z.b
am Vormittag starten und die gewünschte Stundenanzahl, wie lange er laufen
soll, einstellen. Da er mit Akku betrieben wird, könnte ich den Ventilator dann
z.B. über Nacht zum Aufladen nach Hause mitnehmen, morgens bringen und wenn
eine der Mädels am Vormittag kommt, wäre er wieder betriebsbereit. We will see.
Neulich
ist Flip mal wieder eine Lasse als Handpferd mitgelaufen, was ihm glaube ich,
Spaß gemacht hat. Der Plan ist ihn durch Abwechslung wieder aufzumuntern und seine
Bewegungsfreude anzuregen.
Ich habe gestern auch mal die große Wippe in die Halle
gestellt, damit er seine Tiefenmuskulatur trainieren kann ohne sich großartig
zu bewegen. Da sie mit der Hallenberegnung nass wurde, glänzte sie und er
wollte erst gar nicht drauf. Dann hat er seine Verwunderung über den
ungewohnten Glanz abgelegt und stand locker 20 Minuten wippend drauf.
Was seine Lebensgeister auch etwas weckt, ist
der neue Mähroboter, der in den Gärten vom Stall rumfährt. Den hätte er
eigentlich schon von der Koppel aussehen können, aber Andrea berichtete mir,
dass sie jetzt schon öfters mit Flip nicht hinten aus dem Hof rauslaufen konnte,
weil der Mähroboter unterwegs war. Ich habe ihn neulich dann auch das erste Mal
in Aktion gesehen. Schon von oben an der Straße hat ihn Flip entdeckt und
musste ihn mit gespitzten Ohren beobachten. Wir haben dann ca. 10 Minuten
gebraucht uns dem Gartenzaun mit dem Ungetüm anzunähern. Gibt es also doch noch
was, was Flip gruselig findet.

Naja,
Moment, auch Zähnerichten findet Flip gruselig. Aber auch das stand im Juni auf
dem Programm. Wir hatten eine neue Zahnärztin da, die sich Flips Zähne
angeschaut hat. Mit einer Minishetty -Sedierung war Flip ruckzuck im Tiefschlaf
und hat seine Zähne, so gut es eben ging, gerichtet bekommen.
Grundsätzlich
bin ich mit seinen Zähnen gerade auch ganz zufrieden. Er spuckt nur noch sehr
selten Heuknäule aus und kommt eigentlich ganz gut klar. Ja, man sieht bei
hartem Brot oder harten Leckerlis, dass er da teilweise Probleme hat, aber die
kann man ja umgehen.
Ja
und dann habe ich doch auch noch gute Nachrichten was Flips Betreuung
angeht.
Ich
hatte, nachdem Lena einen neuen Job begonnen hat, nochmals eine Anzeige aufgegeben,
auf die sich Denise gemeldet hat. Sie hat Pferdeerfahrung, Flip kennengelernt
und wird sich nun zweimal die Woche vormittags um ihn kümmern.
Das
heißt Montag und Freitag schaut Denise nach ihm, Dienstag und Donnerstag Andrea
und mittwochs kommen Lena und Johanna.
So
hat Flip jetzt unter der Woche jeden Vormittag Ansprache und Bewegung und wenn
ich abends komme, darf er nochmals raus. Ich finde das richtig klasse, jetzt
müsste er nur wieder fitter werden, damit wir unsere Möglichkeiten ihn zu
bewegen auch voll ausschöpfen können.
Ich
freue mich jedenfalls, dass wir jetzt ein so großes Team sind (Nici springt
auch ab und an ein) )und drücke ganz fest die Daumen, dass Flip schnell wieder
munterer und besser zu Fuß wird.