Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Samstag, 18. Februar 2023

Dr. B. ist zufrieden

So, nun sind die 2 Wochen rum, in denen wir die Schrittphasen von 20 Minuten auf 40 Minuten steigern durften. Dr. B kam letzten Montag und hat eine Nachkontrolle gemacht.

Ich sagte ihm, ich wäre eigentlich ziemlich frustriert, denn ich sehe keinen Fortschritt, das heißt Flip entlastet weiter unverändert vorne links und die Flüssigkeit am Fesselgelenk an der Sehnenscheide ist auch nicht weniger geworden. Dr. B. fand es allerdings nicht schlecht, denn beim Vortraben lief Flip lahmfrei.

Lustig war, dass Flip bei mir beim Vortraben sehr flott gelaufen ist und bei der ersten Runde im Schritt schon antraben wollte. Danach ist Ursel mit ihm vorgetrabt und war etwas gefrustet, weil Flip mit ihr keineswegs so zügig laufen wollte. Tja, das Geheimnis ist eben, ein Leckerli in der Hand zu halten, so dass Flip mehr Motivation hat sich zu bewegen. Ich kenne Herrn Flip halt nun lange genug und für eine ordentliche Kontrolle wie er zu Fuß ist muss er einfach auch zügig vorangehen.

Bei dem Termin haben wir dann Hausaufgabe bekommen die Schrittphasen weiter zu verlängern und haben die Freigabe bekommen langsam auch mit 100 m Stücken anzufangen zu traben. Ich dürfte auch reiten, allerdings warte ich im Moment noch auf eine Rückmeldung der Sattlerin wann sie kommt, denn durch den Muskelabbau sitzt mein Sattel ja nicht mehr richtig. Wir erinnern uns, dass sie sich beim letzten Mal ja quasi geweigert hat den Sattel umzupolstern weil Flip so schlecht da stünde.

Auch wenn Dr. B. eigentlich ganz zufrieden war, möchte ich nichts überstürzen und bin lieber etwas vorsichtiger, denn ich weiß ja, dass wir die letzten 4 Monate zwischendurch auch Phasen hatten, in denen Flip besser zu Fuß war. Ich traue dem Frieden irgendwie nicht so ganz und mache lieber etwas langsamer.

Da kam es ganz geschickt, dass letztes Wochenende mal wieder ein gemeinsamer Pferdespielplatz-Termin ins Leben gerufen wurde. Das ist immer eine ganz schöne Abwechslung und Flip freut sich vor allem, wenn er wippen darf. Da das auch für den Muskelaufbau gut ist, habe ich da nichts dagegen, allerdings wollen die anderen Pferde eben auch ab und zu mal auf die Wippe, wogegen Flip eher was hat. Am liebsten würde er da eine Stunde stehen, vor und zurück wippen und zwischendurch natürlich kräftig gelobt werden wie toll er das macht und Leckerlis abstauben. Da die Wippe aber nicht alleine ausgebaut werden kann, kann ich ihm damit nicht so oft eine Freude machen.

Die anderen Sachen beim Pferdespielplatz sind für ihn jetzt nicht so wahnsinnig spannend. An der Rappeldose hüpfte er trotzdem mal los, ich denke aber eher, um zu schauen, ob nicht ein anderes Pferd mitmachen würde. 

Gestern habe ich mich mal nach unserer Asphaltrunde mit Westernpad draufgesetzt um zu schauen was Flip dazu sagt, wenn ich mal wieder reiten möchte. Mit Pad macht er das ganz brav (ohne hatte er mir ja neulich ziemlich schnell gezeigt, dass ich umgehend absteigen sollte). 

Da mir das Pad allerdings für Ausritte dann doch zu unsicher ist und leittraben ohne Bügel nicht geht (bin ich auch zu unsportlich), habe ich heute mal gesattelt und bin mit Lasse und Nick (er darf seinen Rehasport nun auch steigern), Richtung Wald gegangen.

Da Flip ja auch Rückenmuskulatur abgebaut hat, bin ich bis zum Wald und vom Wald wieder zurück gelaufen, aber im Wald habe ich mich etwas tragen lassen und wir haben das Freiberger-Reha-Programm mit 100 m Trab getestet.

Ich würde sagen, Flip ist schon besser gelaufen, hat aber nicht gelahmt. Beim zweiten Trab habe ich schon gemerkt, dass er wegen des aufkommenden Sturms etwas spannig wurde und er schien irgendwie eine Möglichkeit zu suchen seitlich vom Weg im Laub zu laufen. Da stolperte er allerdings, woraufhin er aus Lebensfreude oder Ärgernis über das Stolpern gleich mal bocken musste. Nicht schlimm, aber wir haben daraufhin das Traben eingestellt und ich habe ihn heimzus geführt.

Wir müssen ja nichts riskieren und ich finde, er ist dafür, dass er jetzt bald 4,5 Monate nicht mehr richtig bewegt wird, schon sehr brav.

Nun hoffe ich dass er weiter schmerzfrei bleibt und ich ihn tatsächlich wieder auftrainieren kann, so dass wir wenigstens gemütliche Ausritte im Schritt mit Trab- und Galoppeinlagen unternehmen können.

Gerne dürft ihr alle ganz fest die Daumen drücken, dass das klappt.

Sonntag, 5. Februar 2023

Der Tierarzt-Marathon geht weiter.

Hier der Bericht des aktuellen Standes der Untersuchungen und Behandlungen:

Am Montag war Dr. B. mal wieder da und hat seine Kollegin, die sich mit Ultraschall wohl besser auskennt, mitgebracht. Das heißt sie waren mit Helferinnen zu viert da und wir haben geschaut, ob man an der Sehnenscheide am Fesselgelenk links irgendetwas sehen kann.

Bei der Untersuchung, die Flip nicht so cool fand, weil eben cool d.h. kalter Glibber an rasierter Haut, kam heraus, dass wahrscheinlich die Sehnenscheide entzündet ist und Flip blöderweise dort auch Verkalkungen hat.
Das sind wohl wie so kleine Steinchen, die an den Sehnenfasern reiben, was wiederum bedeutet, dass uns das wahrscheinlich zukünftig begleiten wird.

Er wurde daraufhin mit Cortison an der Stelle gespritzt und hatte bis Donnerstag nach dem Frühstück wieder draußen in der Notbox Boxenruhe.

Solange er dort ein gefülltes Heunetz hat, ist für Flip die Welt so einigermaßen in Ordnung. Wenn allerdings kein Heu mehr vorhanden ist, der Wassertrog leer und noch dazu die Schiebetüre zum Putzplatz zu ist, sieht die ganze Sache dann schon etwas frustrierender aus.

Für Dienstag und Mittwoch hatte ich es so organisiert, dass mal Simone und mal Nici tagsüber mit ihm an die Tränke in den Laufstall gegangen sind, wo er immer lange und ausgiebig getrunken hat. Frühstück und Abendessen durfte er in den Fressstand gehen und auch zum Putzen habe ich ihn rausgeholt, sonst wäre es doch zu öde gewesen.

Jetzt haben wir die Aufgabe innerhalb von 2 Wochen von 20 bis 40 Minuten Schritt zu verlängern und Anfang übernächste Woche möchte Dr. B. dann noch mal vorbeikommen um zu schauen, ob die Spritze gewirkt hat.

Da es ja was an der Sehne ist, sollten wir sicherlich auch wenn wir dazu keine genaue Anweisung bekommen haben, auf hartem Boden laufen. Alleine findet Flip das Spazierengehen blöd, da ist es schön, wenn wir Begleitung finden … und wenn es wie heute regnet, verkneifen wir uns das auch und gehen in die Halle (gähn, langweilig).

Ich hoffe sehr, Flip läuft dann wieder, habe aber ehrlich gesagt vom Bauchgefühl her,die Vorahnung, dass unser Problem weiterhin noch unklar ist. Ich tippe weiter auf den Bereich Hals / Schulter, denn dort reagiert er auch auf Behandlung mit dem Novafon.

Jetzt versuche ich aber trotzdem optimistisch zu sein und hoffe, die Spritze schlägt gut an.

Scheinbar ist es durchaus möglich dass so eine Cortisonspritze auch 2 Jahre halten kann. Wenn wir also alle 2 Jahre die Behandlung vornehmen müssen, könnte ich damit gut leben.

Heute habe ich spaßeshalber mal nur allein die Tierarztrechnungen der letzten 4 Monate, in denen Blutbilder und Lahmheitsuntersuchungen gemacht wurden, zusammengerechnet.

Alleine durch diese Rechnungen komme ich auf einen Betrag über 3600 €. Da sind die Kosten für Osteopathen, Physios und so weiter noch gar nicht eingerechnet. Ganz schön heftig, dafür dass wir immer noch nicht ganz sicher sind, ob wir wissen was wirklich los ist.