
Mittlerweile
hat sich der April dazu entschieden tagsüber ein richtig warmer Monat zu
werden. Es ist da ganz schön erstaunlich, dass Flip selbst bei den hohen
Temperaturen (zurzeit haben wir an die 25°C) im Teilwinterfell trotzdem zum
Mittagsschlaf in die Sonne steht.
Diese
Temperaturen sind ja einerseits ganz schön und angenehm, andererseits sollte es
mehr regnen damit die Pflanzen und das Gras auf der Koppel besser wachsen
können. Nichtsdestotrotz grasen wir fleißig an in der Hoffnung, dass die
Koppelsaison am Wochenende nach dem 1. Mai tatsächlich eröffnet wird. Um
den Stall herum ist alles schon ziemlich heruntergenagt und da ja, wie gesagt,
nicht so richtig viel nachwächst, erwischen die Pferde auch in einer halben
Stunde nicht allzu viel Gras. 
Heute
war ich mit den beiden Petras (von Monty und Carry) unterwegs und wir haben die
Halfter mitgenommen um unterwegs die Pferde grasen zu lassen. Beim Hundeverein
in Ditzingen stand das Gras so hoch, dass wir uns aber nicht getraut haben
länger als eine Viertelstunde die Pferde in diesen Genuss kommen zu lassen. Wir
wollten ja auch nicht, dass sie womöglich eine Kolik bekommen.
Wir
waren ganz gemütlich unterwegs und wie immer war Flip sehr entspannt und brav.

Petra freut sich, dass sie nun mit ihrem neuen Westernsattel auch freihändig reiten kann. Einem Ritt mit Eis in der Hand steht dann zukünftig nichts mehr im Weg ... ups, oder doch? ;-)
Morgen werden wir mit Carry einen größeren Spaziergang machen damit Flip mal
zwischendurch sattelfrei hat.
Jetzt
waren wir die ganzen Tage in verschiedenen Kombinationen ausreiten und einen
Tag zum Rücken schonen, schadet sicherlich nicht. Zurzeit wird Comeback in die
Herde integriert. Dabei habe ich auch gestern etwas zugeschaut.
Bei jedem neuen Pferd
läuft die Integration etwas anders ab und die Herde reagiert auf jeden
unterschiedlich. Mit ihm hatten sie anfangs keine so guten Erfahrungen gemacht
da er sehr flotte Vorder- und Hinterbeine hat. Darauf haben sie sich offenbar
entschlossen ihn erst einmal zu ignorieren. Und so stand er Abend für Abend
alleine im Liegebereich während die anderen gefressen haben oder wenn sie an
ihm vorbei kamen, nur kurz geguckt hatten, aber ansonsten einen Bogen gemacht
haben. Das haben sie sehr lange durchgezogen und so langsam scheint Comeback zu merken, dass man mit Schlägern keine Freunde gewinnt. 
Anni
und Walter (mit der kleinen Kuma) nehmen sich wieder viel Zeit und beobachten
alles um notfalls einschreiten zu können. Wir Einsteller sind alle sehr
glücklich wie sie das machen und können die Ratschläge von Fremden, dass die
Pferde den Rang untereinander ungestört ausfechten sollen, nicht gut finden. So
viele Jahre läuft es jetzt ruhig und wir haben eine gelassene Herde. So soll es auch bleiben. Wir sind schon gespannt wie es mit den nächsten beiden
Pferden, die diesen Sommer integriert werden sollen, laufen wird. Hoffentlich
reibungslos und ohne Stress und Verletzungen.
Gestern
konnte man auch wieder eine ruhige, gut in sich ruhende Herde beobachten. Der
Liegebereich wurde tief gemistet und als alles mit frischem Stroh eingestreut
war, hat sich die komplette Herde dort dicht an dicht friedlich im Stroh
fressend getummelt. Wenn einer, den man nicht neben sich haben wollte zu nah rückt,
reicht es die Ohren anzulegen oder mal grimmig rüber zu schauen. Schlägern ist
überhaupt nicht notwendig. Es ist immer total spannend und schön zu beobachten
wie die Pferde interagieren ohne viel Aufhebens zu machen. Man muss sich
einfach nur etwas Zeit nehmen, dabei bleiben, wenn man Fragen hat Anni fragen
und braucht eigentlich kein Experte zu sein um zu merken wie das
Herdenleben läuft. 
Natürlich
gibt es auch mal Rangeleien und kleinere Blessuren, was nicht so schön ist, aber das gehört dazu und
natürlich ist mir auch bewusst, dass Flip von dem Herdenleben teilweise
gestresst ist. Er ist ein Herdenchef, der Verantwortung übernimmt und dem es
dann bei Stress auf die Verdauung schlägt. Wie wir dieses Problem zufriedenstellend für alle lösen, steht noch in den Sternen. Ich hoffe aber, dass er noch länger Chef bleibt, denn er macht seinen Job richtig gut.
Am
Samstag hat mir Jako geholfen meine Kutsche herauszuholen und zu putzen. Da ich
sie schon sehr lange nicht mehr benutzt habe, da ich die zweiachsige Kutsche
von Petra mitbenutzen darf, habe ich mir überlegt, dass ich sie doch
vielleicht mal verkaufen sollte.
Wir haben sie abgespritzt,geputzt
und fotografiert. Es eine wirklich schöne Kutsche und tut es irgendwie leid sie herzugeben. Nichtsdestotrotz
müsste ich, wenn ich sie wieder benutzen möchte, vermutlich neue Reifen kaufen
und eine Art Inspektion machen lassen um sicher zu sein, dass die Bremse und
der Rest funktioniert. Trotzdem bleibt dann die Ungewissheit, ob Flip beim
Fahren nicht doch womöglich Gewicht auf dem Rücken hat. Das sollte nicht sein,
daher sind wir ja mit dem Zweiachser gefahren. Mal überlegen, ob ich sie tatsächlich inseriere.


































