Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Sonntag, 10. Dezember 2023

Herbst- und Winter-Blues

Ich habe hier länger nicht geschrieben, was auch daran liegt, dass ich ein Herbst- und Winterblues habe. Schon lange habe ich nicht mehr gehört, dass ich auf menen Stautsbildern so glücklich aussehen würde. 

Ja, mir war bewusst, dass es ohne Halle etwas schwieriger werden könnte, aber ich dachte nicht, dass mich das so belastet. 

Alle sagten, es regnet ja im Herbst nicht die ganze Zeit und dann überlegt mal zurück wie es im November war! Es hat dauernd geregnet. Dann hieß es, die Winter sind so mild und wir werden sowieso wahrscheinlich keinen Schnee bekommen und dann kam der Schnee.... 

Viel schlimmer als das Wetter ist allerdings die Dunkelheit, denn die setzt mir wirklich zu und Flip steigt beides zusammen offensichtlich gelegentlich zu Kopf. Neulich war er sogar gagga, dass ich von unterwegs Frauke anrufen musste und sie gebeten habe mir entgegen zu laufen, weil ich nicht wusste wie ich mein aufgebrachtes Pferd sicher zurück  nach Hause bringe. 

Wenn ich im Büro sitze, rausschaue und es schon früh dämmrig wird, geht meine Stimmung rapide in den Keller, denn eine Stunde Spaziergang im Dunkeln und am besten noch im Regen oder mit Glatteis ist, (man muss es einfach offen aussprechen dürfen), ätzend.

Ich habe daher jetzt mit meinem Chef eine gute Lösung gefunden. Dienstags und donnerstags werde ich jetzt Homeoffice machen, früh starten und in einer längeren Mittagspause nach Flip schauen. Diese Woche haben wir das das erste Mal so probiert und ich hatte jedes Mal Glück und für unseren Spaziergang kam sogar die Sonne raus. 

Damit hätte ich mein Problem mit der Dunkelheit schon mal ganz gut gelöst. Auch Alina und Nici versuchen an den beiden Tagen, an denen sie nach Flip schauen, früher Feierabend zu machen und so zu kommen, dass auch sie nicht im Dunkeln herumstapfen müssen. Wäre allerdings auch schön, wenn abends die vielen Lampen auf dem Hof brennen würden. Diese sind aber, (warum auch immer), zum Großteil gar nicht angeschlossen und so sieht man allabendlich die Einsteller bewaffnet mit ihren Mistkarren und Stirnlampe auf dem Hof. 

So schön es in dem Stall bei gutem Wetter ist, so arg belastet mich die Situation im Herbst und Winter. 

Ich weiß aber auch, dass ich keine Alternative habe, die für Flip so passend ist. Eine so große Box mit Paddock, ganzjährig halbtags Koppel oder Auslauf, Möglichkeit Stroh und Heu so nehmen zu dürfen wie man es sich wünscht... werde ich nirgendwo anders bekommen.

 

Flip scheint das Wetter ohnehin gar nicht so viel auszumachen. Immer wenn ich im Auto sitze und denke, ich mag gar nicht aussteigen, steht Flip dann entweder im Regen oder im Schnee auf dem Paddock und döst.

Er hat sich aber auch ein richtig dickes Fell zugelegt da er offensichtlich mit einem härteren Winter rechnet. Das ist auch gut so, denn obwohl ich scheinbar die besttemperierteste Box habe, haben sich doch neulich an der Tränke Eiszapfen gebildet.

Mit einem Schreiner, den ich über das Geschäft kenne, habe ich am Paddock noch die Gummimatten durch Holzleisten fixiert bekommen und ruckzuck hatte er mir auch noch 2 weitere, große Löcher in Flips Heutonne für den Auslauf gemacht.

Auf den Auslauf kann Flip allerdings morgen nicht, denn gestern oder heute muss ein Baum beim Sturm umgefallen sein und hat unseren Koppelzaun mitsamt 2 Pfosten umgehauen. 

Herr Maier hat mir aber gerade geschrieben, dass er gleich morgen den Baum entfernt und die Pfosten, die ich schon vor Wochen als Ersatz besorgt habe, in den Boden macht. Schön!

Abends steht nicht nur die Bewegung von Flip auf dem Programm, sondern auch das Richten des Auslaufs für den nächsten Vormittag (abäpfeln, Heu und Wasser auffüllen) und ich miste abends die Box auch nochmals. Ruckzuck sind dann 3 Stunden rum und ich falle wenn ich heim komme müde ins Bett.


Es gibt aber auch immer wieder Highlights, so ist es nicht. Gerne gehen wir in Begleitung netter 2- und 4-Beiner spazieren und neulich wurde bei uns der Pferdespielplatz aufgebaut. Das ist immer eine schöne Abwechslung.

Eigentlich war auch geplant, dass Carina und Petra mit Basti und Pick dazu vorbeikommen und wir davor eine gemeinsame Runde spazieren gehen. Da das Wetter aber mal wieder zu unsicher war, wurde das leider abgeblasen. 

Für uns hat das Wetter aber am Vormittag noch für Podest, Wippe und was sonst noch alles aufgebaut war, ausgereicht. Juhu!






Ein weiteres Highlight war, dass Anja und Rainer zu uns zu Besuch in den Stall kamen. Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass sie mich gefragt haben, ob ich wieder mit Ihnen Weihnachtsfotos für die diesjährige Weihnachtskarte machen möchte. Na klar, wollte ich. Ich war schon traurig, dass ich dieses Jahr wohl auf Rainers Fotos verzichten müsste. Wie ihr seht haben wir aber auch dieses Jahr schöne Bilder bekommen.




Eigentlich dachte ich eventuell an Bilder wie wir "von draus vom Walde"kommen, aber mangels ordentlichem Wetter, wurde umgeplant und so wurde die große Box zur  Fotolocation.

Das Bild für die diesjährige Weihnachtskarte bleibt aber noch geheim;-)

Auch von hier aus noch mal herzlichen Dank an euch beide,  dass ihr zu uns kamt und euch wieder so viel Mühe gemacht habt uns schön abzulichten. Das war sooo lieb und hat mir viel bedeutet!

Ja, das Wetter ist so eine Sache. Ich glaube, ich habe noch nie so viel in meine Wetter-App geschaut. 

Flip im Schnee sieht ja auch schön aus, wenn denn der Schnee nicht in den Hufen aufstollen würde, was er trotz snowgrips leider tut. Auch die Kombi von Glatteis und Flips Winterlaune tragen nicht gerade dazu bei die Stimmung zu heben. 

Am Montag hat sich Flip nämlich mit Alina und Frauke auf dem Platz wohl nicht sehr gut benommen. Ihm ist offensichtlich der Schnee zu Kopf gestiegen und er war mit deren Programm ihn zu bewegen nicht einverstanden. Hoffentlich klappt morgen alles wieder reibungslos und er ist wieder kooperativ wie gewohnt. 

Frauke wollte Alina nämlich zeigen was sie mit Flip auf dem Platz machen könnte und ihr Equikinetik zum Mukelaufbau zeigen (ich mache das mit Frauke freitags), denn wir würden alle gerne spätestens ab dem Frühjahr das tolle Gelände für Ausritte nutzen. 

Drückt die Daumen, dass wir ihn wieder fit bekommen.

Montag, 20. November 2023

Die Arten Heu zu fressen

Auf meinen Post, in dem ich über Flips seltsame Art Heu aus der Heubox zu fressen, berichtet habe, habe ich von Petra und Simone von deren Jungs Bilder geschickt bekommen.

Die machen es auch so :-) 

Offenbar ist es in Pferdekreisen normal beim Fressen bis zu den Ohren ins Heu zu tauchen um das Heu von gaaanz unten zuerst zu futtern. 
Wir Menschen scheinen halt nicht zu wissen was besonders gut ist. 
Ja, und im Status bei verschiedenen Reiterinnen aus dem alten Stall habe ich gesehen, dass dort viel luxeriöser gefuttert wurde.
Das würde Flip sicher auch gefallen.

Sonntag, 5. November 2023

Was ein Sch...-Wetter :-(

So jetzt sind wir im November angekommen und damit am Beginn der Jahreszeit, vor der ich doch zugegebenermaßen etwas Bammel habe. 

Wenn ich mir die Fotos so anschaue, wie schön alles war, als es trocken und sonnig war, muss ich sagen, ist das jetzt schon eine ziemliche Umstellung. 

Es stürmt und regnet und das in so einem schnellem Wechsel mit Abschnitten, die sonnig sind, dass man so gar nicht weiß wann man am besten in den Stall geht. 

Eine Halle ist schon eine feine Sache, stelle ich auch jetzt immer wieder fest, wusste aber ja worauf ich mich einlasse. 

Als wir neulich im Wald nass wurden (nebenbei erwähnt, ohne Regenklamotten), habe ich Flip als wir wieder im Stall waren, mit Stroh abgerieben. Dann zog ich meine nasse Regenjacke aus und schneller als ich das Handtuch holen konnte, rubbelt der er sich schon an meiner trockenen Sweatshirtjacke den nassen Kopf ab. Ganz prima! Aber was soll ich sagen? 

Hauptsache dem Pferd geht es gut.

Gestern war die Wettervorhersage auch schon nicht erbaulich, aber wir hatten trotzdem Glück. Einmal Glück mit dem Wetter und, dass es nicht wirklich stark geregnet hat und dann, dass Moni gleichzeitig im Nachbarstall ankam und wir mit ihr und Smart zusammen eine große Runde drehen konnten. Dieses Mal waren wir im Hochdorfer Wald und in einem Teil des etwas entfernteren Waldes, den ich noch gar nicht kannte.

In Gesellschaft läuft es sich einfach besser, es ist kurzweilier, die Pferde scheinen sich zu mögen und sind auch in ähnlichem Tempo unterwegs. 

Heute hatte ich allerdings mit dem Wetter nicht ganz so viel Glück.

In Ditzingen hat die Sonne gescheint, aber als ich in Hemmingen ankam, tröpfelte es schon. Während des Putzens wechselte dasWetter, minütlich. 

Mal schaute man raus und es schüttete, beim nächsten Mal schien die Sonne.... den Moment der Sonne nutzte ich dann gleich und ich marschierte im Regenmantel und Flip in seiner neuen Regendecke, los. 

3 Minuten später begann der Regen schon wieder, aber als es stärker wurde, ging meine Planung auf und wir konnten unter einem Baum unterstehen.

Das fand Flip gar nicht schlecht, denn dort durfte er derweil grasen. Immer hungrig, der Bursche!

Es hätte schlimmer kommen können, aber ganz ehrlich, das ist nicht mein Wetter und es wird vermutlich noch scheußlicher. 



Sonntag, 29. Oktober 2023

Grüße aus Hemmingen

Der letzte Post endete mit der Überlegung wie wir das mit dem Hufschmiedtermin machen können. Ich hatte die Baustrahler von Armin im Kofferraum, aber zum Glück war es dann doch um 7:30h schon so hell, dass wir vor dem Paddock beschlagen konnten. Jojo ist nicht so begeistert von der längere Anfahrt und, dass wir für den nächsten Termin Mitte Dezember wieder überlegen müssen wo wir unter Dach und mit Strom und Licht beschlagen können, aber die Hauptsache ist, dass er zugesagt hat zu kommen.Einen passenden Platz werden wir schon finden.  

Im letzten Post hatte ich ja auch schon geschrieben, dass das mit der Heubox irgendwie nicht ganz so klappt wie ich das gedacht hatte. Wenn wir das Heu ohne Fressplatte oder Netz anbieten, fliegt es überall rum und mit der Fressplatte (mit den runden Löcher mit 8 cm Durchmessern), kommt Flip irgendwie nicht richtig klar. 

Die Platte war immer nach unten gedrückt und er hatte echt große Mühe das Heu herauszubekommen. Armin hat mir dann ein paar von den runden Öffnungen verbunden, so dass größere Öffnungen entstanden und ich dachte,  Flip kann dann das Heu besser rauszupfen. 

Am nächsten Tag habe ich allerdings beobachtet, dass er nicht zupft, sondern, dass sein kompletter Kopf in der Mitte von der Platte verschwindet, was eigentlich auch nicht Sinn und Zweck der Übung war. Egal ob mit der Platte (und den größeren Löchern) oder ohne, Flip steckt zum Fressen den Kopf so tief in die Heubox, dass er eigentlich bis zu den Ohren im Heu verschwindet. Sowas habe ich bisher auch noch nicht gesehen. 

Das bestellte Netz für die Box ist mittlerweile auch angekommen, aber als ich es eingebaut habe war Flip nicht wirklich begeistert. Er schaute zur Heubox und dann zu mir und wieder zur Heubox und wieder zu mir, als wollte er fragen, ob das mein Ernst wäre. Ich habe es ehrlich gesagt dann nicht übers Herz gebracht das Netz wie geplant zu verwenden, sondern habe es seitlich an die Heubox gebunden in der Hoffnung, dass nicht so viel Heu Richtung Ausgang zum Paddock rausfliegt. 

Er frisst also erstmal, bis ich einen besseren Einfall habe, ohne Netz oder Platte und wir kehren dann halt das Heu zusammen, das er verteilt.

Es wird ja ohnehin jeden Tag von uns Roomservice auf dem Auslauf und in der Box gemacht, so dass er auch für die Nacht eine frisch gerichtete Box mit mehr frischem Stroh und auch Heu am Schlafplatz hat. 

Die Heufütterung auf seinem Auslauf, auf dem er (sofern es das Wetter zulässt) die Vormittage verbringt, klappt mit der Mülltonne gut. Das Heu bleibt trocken, allerdings rutscht es nicht ganz so zu den Löchern nach vorne wie ich mir das gedacht hatte. Flip scheint damit aber trotzdem klar zu kommen und wenn ich aus dem Heuball, den ich für ihn draußen liegen habe, Heu aus den Löchern rausziehe, knabbert er auch dies ab.

Er macht sich allerdings nicht die Mühe sich mit dem Ball so zu beschäftigen, dass er das Heu langsam rausrieselen lässt und fressen kann. Er hatte einen viel schlaueren Einfall. Da ihn sein Nachbar (mindestens anfangs) immer wieder versucht hat am Zaun zu attackieren, der aber auch sehr gefräßig ist, scheinen die Jungs ein spezielles Arrangement getroffen zu haben. Anders lässt es sich irgendwie nicht erklären. 

Der Heuball wird nämlich regelmäßig drüben bei seinem Nachbar auf dessen Sandauslauf gefunden. Ich bin nicht sicher, ob Pferde so planen können, aber es wirkt, als würde Flip ihm gezielt den Ball rüberrollen. Der Ball rollt nämlich bisher noch nie in Richtung Wald oder einen anderen Weg. Man könnte meinen, er rollt ihm den Ball rüber, damit er beschäftigt ist und ihn so in Ruhe lässt. 

Wie das Ganze abläuft, hat noch niemand beobachten können, aber ich traue Flip das schon zu.

Ansonsten gehen wir jeden Tag ca eine Stunde zusammen spazieren und vor allem, wenn Flip merkt, dass wir uns Richtung Stall nach Hause gehen, wird ein ziemlich ordentliches Tempo vorgelegt. 



Letztes Wochenende sind wir von Klaus begleitet worden, der nun zu Flips besten Freunden geworden ist, weil er mit ihm immer grasen gegangen ist während ich die Box gerichtet und den Auslauf vorbereitet habe. 

Mit Gras kann man bei Flip viele Punkte sammeln. 

Ich freue mich, dass immer wieder Freunde auch aus dem alten Stall zu Besuch kommen. Besonders freut es mich auch, dass bis jetzt jeder gesagt hat, dass Flip einen total entspannten Eindruck macht und das Gefühl vermittelt, dass er sich in seinem neuen zu Hause richtig wohlfühlt. 

Das Gefühl habe ich auch, es ist aber schön, das auch als Beobachtung der anderen zu hören. 

Vorgestern haben uns Simone und Thomas zum Spaziergang besucht und wir haben zusammen eine große Runde gedreht. Dabei sind wir im Wald auf Baumfällarbeiten getroffen. Nicht wie wir die schon kennen, sondern auf Baumfäller, die an einem sehr hohen Kran in Schwindel erregender Höhe einen abgestorbenen Baum von oben nach unten abgesägt haben. Zuerst dachte ich, da werden wir nicht vorbeikommen. Da die Waldarbeiter aber signalisiert haben die Arbeit kurz einzustellen und Thomas vorangegangen ist, sind wir ihm dann doch gefolgt. Der Arbeiter, der aber in luftiger Höhe war, hat die Aufforderung zu stoppen offensichtlich nicht mitbekommen und ließ seine Motorsäge fröhlich weiterlaufen und aus großer Höhe knallten immer wieder große Äste ins Unterholz. Ich hätte nicht gedacht, dass Flip daran so brav vorbeiläuft. Ich bin richtig stolz wie er das gemacht hat. Er war zwar etwas angespannt und zuckte ein wenig, aber ansonsten lief er anstandslos mit uns vorbei. Alleine wäre ich da sicherlich nicht vorbeigekommen und schon gar nicht reitend. 

Nachdem ich neulich kurz vor unserem Stall eine ehemalige Reitbeteiligung von Kay und Aquino getroffen habe, sind wir heute gemeinsam eine große Runde gelaufen. Sie versorgt ein Pferd im Nachbarstall, mit dem sie auch meistens nur spazieren geht. Die beiden Pferde haben sich gut verstanden und wir haben viel Gesprächsthemen gehabt, da wir uns schon ewig nicht mehr gesehen hatten. Die Welt ist halt doch ein Dorf.  


Damit Flip nicht weiter Muskulatur abbaut, habe ich mir vorgenommen mich mit Frauke zu treffen um mich in Bodenarbeit, Handarbeit und Geitner-Training noch mal besser einweisen zu lassen. Wenn es unter der Woche abends eventuell doch zu dunkel und zu unangenehm ist um Spaziergänge zu machen, habe ich mir vorgenommen mit Flip auf dem Platz etwas zu trainieren. Ich möchte ja, dass er noch so lange wie möglich gut bemuskelt bleibt und ich auch weiterhin ab und zu mit ihm ausreiten gehen kann. Mal schauen wann wir es schaffen uns zu treffen und wie das dann so klappt.