Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Sonntag, 28. Januar 2024

1. Lebenszeichen aus 2024

So nun kommt unser erstes Lebenszeichen im Jahr 2024.

An Silvester war ich dieses Mal nicht im Stall, aber wir haben in der Stallgruppe von  2 Einstellern die Nachricht bekommen, dass alle Pferde ruhig sind. Sie haben sogar extra mit der Taschenlampe nach Flip geschaut, da er ja neu war und man noch nicht wusste wie er auf Silvesterraketen reagieren würde. Er war wohl aber ganz entspannt. Sehr gut!

Von dem her hat 2024 schon mal ganz gut begonnen.

Gerne würde ich euch sagen können, dass das Jahr 2024, so wie es bisher aussieht, unser Jahr wird. Es fühlt sich aber leider nicht so an und immer neue Hindernisse tauchen auf.

Die Sorgen um Flip habe ich ins neue Jahr mitgenommen. Weiterhin spuckt er immer wieder Heuknäule aus. Ich habe daher bei Carina und Petra mal 2 kleine Heuballen geholt um zu schauen, ob er dieses Heu unproblematisch fressen kann. Also ganz offensichtlich schmeckt es auf jeden Fall deutlich besser, aber an Tagen, an denen er Heu ausspuckt, kann es auch passieren, dass er auch mit diesem Heu mäkelig ist.

Bisher habe ich noch nicht herausgefunden woran es liegen kann, denke aber mittlerweile, er verteilt das Heu auch so großflächig um besser das "gute Heu" zu finden.

Natürlich ist jeder Ballen anders. Meistens sind sie außen etwas struppig und innen staubiger, aber ich als nicht Heufresser, kann nur schlecht erkennen was lecker wäre und was nicht. Sie sehen für mich jedenfalls nicht schlecht aus, auch wenn die Farbe von Carinas Heu anders aussieht.

Herr Meier ist nicht besorgt, weil er meint, Flip hätte Appetit und am Morgen wäre immer alles Heu weg. Wenn das mal nicht der Fall wäre, hätten wir auch ein größeres Problem. Dazu sollte es nicht kommen.

Den Tierarzttermin mit Dr. B., bei dem er selber unter Sedierung die Zähne anschauen und den Kopf röntgen wollte, habe ich erst mal verschoben. Ehrlich gesagt verspreche ich mir davon nicht wirklich viel. Der Zahnarzt und seine Kollegin waren ja schon ratlos und er hält die Vermutung des Zahnarztes, dass Flip eventuell etwas am Magen hat für sehr unwahrscheinlich. Ich eigentlich auch, denn wenn man das googelt, hat Flip nicht die Symptome, die danach aussehen. Das Rätsel geht also weiter und ich werde es weiter beobachten.

Er bekommt jetzt jedenfalls auch Heucobs um ein wenig „gutes Heu“ zuzuführen. Neulich sah es dann so aus, als würde er die Heucobs so gut finden, dass man meinen konnte, er spuckt einem das Heu danach hin um noch mehr Heucobs zu bekommen. Das wäre dann allerdings nicht das Ergebnis, das es bringen sollte.

Auch die Suche nach einer weiteren Pflegebeteiligung ist äußerst schwierig. Er macht es mir aber in letzter Zeit auch nicht ganz einfach, denn er wird immer mal wieder auf dem Heimweg sehr eilig und etwas schreckhaft. Da steigert er sich dann etwas rein und über diesen Punkt muss man möglichst gelassen wegkommen. Sicherheitshalber und für meinen Kopf, habe ich daher wieder das Steigergebiss von Carina ausgeliehen. 

Wieso das so ist, kann ich nicht so richtig einschätzen. Eventuell hat es was mit nachlassender Konzentration zu tun. Das taucht nämlich auch auf, wenn man mit ihm ein Weilchen Bodenarbeit gemacht hat und auch als er bei einem Spaziergang im eisigen Wald gut aufpassen musste wo er laufen kann, ohne auszurutschen. Dann wirkt es, als wäre er mit den Nerven durch, er verändert den Gesichtsausdruck und er ist nicht mehr er selbst.

An einem Tag, an dem sich Jenny noch mal genauer einweisen lassen wollte, haben wir 20 Minuten auf dem Platz im Schritt verbracht, sind mit ihm über Stangen gelaufen, ein kleines Stangen-L vorwärts und rückwärts…und als sie ihn antraben wollte, ist er am langen Strick davon gedüst. Jenny hat dabei einen Finger in die Longe bekommen und nun eine Kapselquetschung. Das war richtig blöd, denn Jenny war eigentlich motiviert immer mal wieder nach ihm zu schauen und wollte in meinen Urlaub im Februar 4 Tage übernehmen. 

Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass er nicht ganz so ausgeglichen ist, weil ich es nicht bin. Wir kennen uns jetzt 17 Jahre und ich schaffe es nicht vor ihm zu verbergen, dass es mir nicht so gut geht, ich in dem Stall Probleme habe und mir Sorgen um ihn mache.

Ich kann zwar dienstags und donnerstags in der Mittagspause zu ihm gehen, was richtig klasse ist, aber nachdem Alina für die Montage abgesprungen ist, muss ich jetzt 6x die Woche zu Flip gehen und habe immer im Hinterkopf, dass ich ja nicht ausfallen darf.

Auch tue ich mir in der Dämmerung oder Dunkelheit schwer mit ihm zu laufen und versuche das so gut es geht zu vermeiden. Das heißt, ich habe immer entweder die Uhr im Auge und/oder die Wetter-App.

Wenn die Wiesenwege matschig oder gefroren sind oder/und es Glatteis gibt, habe ich auch ein Problem. Im Moment habe ich insgesamt das Gefühl mir wird alles zu viel und die Verantwortung belastet mich.

Flip hat dort zwar eine tolle große Box mit großem Paddock, einen Auslauf, (auf den er allerdings jetzt schon seit Wochen nicht mehr rausgebracht wurde, weil das Wetter nicht mitgemacht hat), das Gelände zum Spazieren gehen ist toll, aber es ist halt einfach nicht mehr wie früher. Ihm fehlen sicher seine Kumpels und auch vermisse die Freunde aus dem alten Stall und das Netzwerk, dass ich dort hatte. Dieses Netzwerk, das mir Sicherheit gegeben hat, dass im Notfall jemand nach Flip schaut oder uns auch mal begleitet, fehlt mir in Hemmingen. Von „ihr seht so glücklich aus“ ist leider gerade nicht mehr viel zu sehen. Kleine und große Themen beschäftigen mich einfach zu sehr und ich grübel, ob ich es noch einmal wagen soll zu fragen, ob wir nicht doch zurückkommen dürfen.

Beate ist gestern ganz in die Nähe nach Heimerdingen und zu den Mammutbäumen gezogen und sagte, wenn bei ihnen etwas frei werden würde, könnte ich ja überlegen, ob ich dorthin umziehen möchte. 

Neulich bin ich zusammen mit Alicia zu den Mammutbäumen gelaufen und wir haben einen Blick rüber zu dem Stall geworfen. Zu Fuß kommt man leider nicht auf direktem Weg hin, aber wir erreichen den Hof über einen Bogen in etwas mehr als einer halben Stunde. Vielleicht klappt es ja tatsächlich und wir können uns mit ihr mal zu einem Spaziergang treffen.

Dorthin umzuziehen, kommt aber eigentlich auch nicht in Frage und wie oft will ich Flip noch einen Umzug zumuten?

Dort hätte Flip dann zwar tagsüber wieder ein Leben in einer kleinen Herde (nachts dann eine Innenbox), allerdings habe ich für mich festgestellt, dass ich eine Halle brauche. Ich möchte die Möglichkeit haben ihn jeden Tag bewegen zu können, egal wie das Wetter ist, ob es dämmrig wird... und ihn auch im Notfall mal laufen lassen können, damit er bei paar Bocksprüngen seinen Frust oder unnötige Energie loswerden kann. Das tut dann zwar seinen Füßen nicht wirklich gut, aber wenn er draußen zu übermütig wird, ist das einfach auch gefährlich.

Ein Stall ohne Halle passt daher (vor allem für mich) nicht solange Flip jeden Tag noch bewegt werden sollte. 

Auch eine Rentnerkoppel ist noch nichts für ihn. Selbst wenn er es sicher toll finden würde den ganzen Tag mit anderen Pferden auf einer Koppel zu verbringen. Für ein leichtfuttriges Pferd wie ihn, wäre das aber auch nicht gut/gesund und mal abgesehen davon, kenne ich keinen guten, zuverlässigen Platz, der in der Nähe ist. Ich möchte ihn nämlich nicht weit weg stellen und nur noch wenig Möglichkeit haben nach ihm zu schauen.    

Vermutlich bin ich bei uns beiden ohnehin das Hauptproblem, was es aber trotzdem nicht leichter macht.

Flip ist ein sehr zuverlässiges, braves Pferd und zu 95% der Zeit hat man mit ihm wirklich keine Probleme bei Spaziergängen.... Für die 5%, in denen er allerdings unruhig wird und beim Spaziergang unentspannt ist, muss man allerdings auch klarkommen. Da mir das etwas Angst bereitet, bin ich natürlich auch unsicher ihn jemandem anderen einfach in die Hand zu drücken.

Ich muss dann immer wieder an Kay denken, der mir in solchen Fällen sehr fehlt. Ich beneide ihn wie er in solchen Situationen entspannt bleibt und einfach über der Sache stehen kann. Das fällt mir doch sehr schwer. 

Wenn dann wieder schönes Wetter ist und die Sonne scheint, sieht alles besser aus und ich frage mich wo mein Problem liegt, wenn ich mit meinem entspannten Bub durch die Sonne laufe.

Es ist nur so, dass eben nicht jeden Tag eitel Sonnenschein ist….

Jetzt hoffe ich erstmal, dass das mit den Urlaubsvertretungen im Februar klappt, denn ich habe das Gefühl ich bin urlaubsreif und Flip würde es vielleicht auch gut tun wenn er mal eine Woche von Leuten versorgt wird, die sich nicht ständig um ihn Sorgen machen.

Sonntag, 31. Dezember 2023

Haken an 2023

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich hoffe, wir können nächste Nacht in ein gutes Jahr 2024 starten.

Auf 2023 schaue ich nicht gerade begeistert zurück. Flip geht ins neue Jahr mit Schmerzmittel und ich hoffe, das ist nur vorübergehend. 

Wir hatten uns vorgestern gefreut, dass uns Katrin mit den beiden Isis durch den Wald begleitet (Flip hat ihnen sogar im Stall zugeblubbert, was er sonst fast nie macht), allerdings war Flip (wie es sich schon am Vortag angedeutet hat) nicht wirklich gut zu Fuß. 

Immer wieder hinkt er etwas, was mir gar nicht gefällt. Seltsamerweise würde ich sagen, er fällt aber auf das linke Bein. Carina findet das nicht ungewöhnlich weil das wohl mit Stützbein- und Hangbein-Lahmheit zu tun hat. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist Hangbeinlahmheit wenn es von oben kommt, was ja in Flips Fall passen würde.

Da es recht warm ist, ist er noch dazu etwas unlustig und müde unterwegs, was bei dem dicken Pelz eigentlich nicht wundert.

Dafür scheint er unheimlich Hunger zu haben. Ob ich ihm zu viel Heu gebe, bin ich auch am überlegen, denn er nimmt ziemlich zu und ein Sättigungsgefühl scheint kaum einzutreten. Andereseits heißt es ja eigentlich, dass Pferde immer Heu zur Verfügung haben sollten... und langsam sollte er ja merken, dass es ihm dort keiner wegfrisst. 

Auch gestern, als wir mit Smart, Moni sowie Stefi und Franz unterwegs waren, war er doch sehr verhalten und müde. Die Unsicherheit was er hat, zieht sich also bis zum letzten Tag des Jahres. Ob das Lahmen damit zusammenhängt, dass er am Vortag geritten wurde? 

Vielleicht sollte ich doch mal den Rücken röntgen lassen. Ich überlege ja ohnehin den Tierarzt zu rufen um auch ein Röntgenbild des Kopfes machen zu lassern um zu gucken, ob man dort erkennen kann, ob er mit einem Zahn Probleme hat oder wirklich (was ich eigentlich nicht unbedingt glaube) eine Arthrose an den Kiefergelenken entwickelt hat. 

Wenn ich allerdings meine Tierarztrechnung, die ich gestern im Briefkasten gefunden habe, anschaue, vergeht einem der Spaß. Allein für die Anfahrt von 46 km habe ich 161 € berechnet bekommen. Das "ich weiß auch nicht was er hat und warum er nicht richtig frisst" hat schnell mal 305 € gekostet. 

Ich gebe das Geld gerne aus, wenn damit klar wird wie ihm geholfen werden kann, aber eigentlich sind die ganzen Untersuchungen in letzter Zeit oder im letzten Jahr immer so geendet, dass trotz allem noch eine Unsicherheit bleibt was er hat und wie man ihm helfen kann. Das ist einfach unbefriedigend. Also hoffe ich auf 2024, gute Untersuchungsergebnisse und, dass wir schnell eine Lösung finden wie es Flip wieder besser geht. 

Haken an 2023 und das Kapitel abschließen!

Guten Rutsch euch allen und auf ein gutes, neues Jahr!

Dienstag, 26. Dezember 2023

Weihnachtsfeiertage im Stall

Im letzten Post hatte ich ja schon geschrieben, dass ich über die Weihnachtsfeiertage die Versorgung von 2 der 4 Isländer mit Inhalieren und Füttern übernommen habe. Die beiden sind auch echt brav und ich habe gute Anleitungen geschrieben bekommen wie alles funktioniert. Eine Hand wäscht die andere und ich bin froh, dass Katrin auch immer ein Auge auf Flip hat. 

Am 24. und heute hat mich Jenny in den Stall begleitet um mich mit den Pferden etwas zu unterstützen. Während ich mich um die Isis gekümmert habe, hat Flip ein Wellnessprogramm (Putzen, Massage, Knuddeln) von Jenny bekommen. 


Am 24. habe ich Jenny mal die Asphaltrunde gezeigt, die man drehen kann wenn es mal wieder matschig oder eisig ist und heute haben wir einen größere Runde durch den Hochdorfer Wald gedreht. 

Da war ich bisher auch noch nicht so weit und wir waren beide mal wieder begeistert wie brav Flip alles mitgemacht hat.

Wir sind bei den Schweinen (kennt Flip ja auch aus der Schweiz und wir haben sie hier auch schon aus der Ferne gesehen) vorbeigekommen, haben die Freiberger Stute aus der Nachbarschaft gesehen und neue Wege im Wald erkundet. Zu zweit macht das Ganze einfach mehr Spaß und ich musste kein schlechtes Gewissen haben, dass Flip etwas vernachlässigt wird, weil ich mich noch um 2 weitere Pferde gekümmert habe. 

Obwohl ich mich ran gehalten und nicht getrödelt habe, haben wir trotzdem 3,5 Stunden im Stall gebraucht. Wo auch immer die Zeit abgeblieben ist. 1,5 Stunden waren wir unterwegs, aber ansonsten ist bei der Versorgung der Pferde die Zeit mal wieder wie im Flug vergangen. 

Da es Jenny großen Spaß gemacht hat mal wieder was mit Pferd zu unternehmen, hat sie sich vorgenommen mich öfters mal zu unterstützen. Das wäre schön. 

Ich versorge Flip wirklich gerne und das Misten sowie den Auslauf richten und mich um ihn zu kümmern macht mir Spaß (ich muss nicht unbedingt reiten), allerdings wird es mir manchmal schon viel und ich habe das Gefühl neben der Arbeit und dem Stall bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes übrig. Hautsächlich ist es aber wohl die Tatsache, dass ich nicht ausfallen darf, die mich belastet.

Ich hoffe, dass die Woche Auszeit im Februar in Portugal, die ich mir über meinen Geburtstag wünsche, klappt und ich in der Woche für jeden Tag jemanden finde, der nach Flip schaut.

Sowieso hoffe ich, dass das kommende Jahr wieder ruhiger wird und sich alles etwas einspielt. 2023 war ein Jahr, auf das ich nicht gerne zurückblicke. Es hatte viele Schattenseiten, Tränen, Enttäuschungen, Veränderungen und ist so ganz anders gelaufen als ich es mir gewünscht hatte. 

Nie hätte ich gedacht, dass ich nach einem neuen Stall schauen muss ("wir finden für dich und Flip immer eine Lösung" ?!?), geschweige denn, dass Flip mehrfach in einem Jahr umziehen muss. Das war hart und auch, dass ich nicht weiß wie es mit ihm gesundheitlich weitergeht, wie ich ihn bewegen kann, was das gerade mit den Zähnen ist... ist nicht schön. Für sein Alter steht er aber gut da, ist munter (selten vielleicht zu munter) und wird immer mehr eine Pferdepersönlichkeit.  

Zum Glück habe ich für Flip einen guten Platz gefunden, an dem er sich wohl zu fühlen scheint. Ich habe versucht für ihn das Beste draus zu machen und auch gemerkt, dass ich Freunde habe, die zu mir stehen und im Fall der Fälle helfen. Solche Freunde sind viel wert.  

Ich freue mich schon auf das Frühjahr und den Sommer, wenn es länger hell ist und wir hoffentlich das Gelände für Ausritte und schöne Spaziergänge nutzen können. Von mir aus könnte der Winter hiermit vorbei sein.

Sonntag, 24. Dezember 2023

Frohe Weihnachten!


Mit diesem schönen Foto, das Rainer gemacht hat (vielen Dank nochmals!), wünsche ich euch allen schöne Feiertage!

Ganz schön stürmisch

So, jetzt hat Fip 5 Tage das Schmerzmittel gegen Gelenkprobleme bekommen und siehe da, er spuckt tatsächlich kein Heu mehr aus. Sollte er tatsächlich eine Arthrose in den Kiefergelenken haben? 

Also ich denke immer noch, es hat eher mit Zahnschmerzen zu tun, denn harte Dinge kann er nicht so gut kauen. Ich werde das jetzt aber mal beobachten wenn ich ab heute keine Tablette mehr füttere und bin gespannt was ich tut. 

Weiße Weihnachten gibt es dieses Jahr nicht (dagegen habe ich auch nichts, denn bei Glatteis möchte ich mit Flip nicht unterwegs sein), allerdings haben wir hier seit ein paar Tagen den Sturm Zoltan, der es auch nicht viel gemütlicher macht. 

Es stürmt und klappert überall was natürlich so einen Spaziergang mit Pferd schon schwieriger macht. In den Wald kann man natürlich kaum gehen, die Wiesenwege sind wegen des Regens zu nass und das Pony ist übermütig. 

Neulich bin ich daher nur bis zur Bahnlinie gelaufen und zurück weil es uns schier weggeblasen hätte. Danach wollte ich ihn noch auf dem Platz am Knotenhalfter bewegen, aber gegen den Wind und waagrechten Regen wollte Flip so gar nicht laufen, daher musste ich doch recht bald abbrechen. 

Gestern haben wir dann eine Asphaltrunde gedreht und danach durfte er sich am Knotenhalfter auf dem Platz bewegen. Halleluja, da ging er teilweise ganz schön ab und bockte, so, dass ich schauen musste, dass ich ihn noch halten kann. Als ein zweites Pferd kam, habeich lieber aufgehört. Nicht, dass noch was passiert.

Im Großen und Ganzen muss man aber sagen, ist er doch trotzdem sehr anständig und neulich sind wir bei stürmischem Wetter zwischen einem riesigen Berg ein Rundballen, der mit flatternde Plane abgedeckt war, einem laufenden Traktor und dessen Anhänger vorbeigelaufen als wäre nichts gewesen. Im Hintergrund sieht man es auf dem Foto.

Das sind dann schon so Momente wo ich stolz auf ihn bin. Nichtsdestotrotz geht auch mit ihm bei Sturm, Kälte und schlechtem Wetter mal der Gaul mit ihm durch und ich bekomme Schiss für dem Burschen. Ist halt doch auch nur ein Pferd.

Übrigens sind 2 meiner Weihnachtswünsche schon erfüllt worden. Der Kreisverkehr bei Hirschlanden ist seit 2 Tagen wieder offen und so komme ich wieder etwas schneller in den Stall und meine Leuchtstoffröhre in der Box wurde getauscht. Das ist doch schon mal was. 
Hoffentlich erfüllt sich auch mein Wunsch und ich finde noch jemanden, der mich bei Flips Versorgung unterstützt. Auf die Anzeige im Internet und im Blättle hat sich leider nichts ergeben.

Gleich begleitet mich Jenny in den Stall und macht ein Wellnessprogramm mit Flip während ich mit den Isländern inhaliere. Katrin ist über die Weihnachtstage nicht da und ich habe ihr angeboten das Inhalieren der beiden zu übernehmen, denn sie hilft mir auch und hat ein Auge auf Flip, gibt ihm abends notfalls noch Heu....Ich hatte mir das Inhalieren allerdings doch weniger kompliziert vorgestellt und hoffe es klappt alles.

Donnerstag, 21. Dezember 2023

Zahnschmerzen?!

Schöne Abend-Impressionen, wie ich finde:

Kurz drauf sah das dann so aus. Soviel zu dem elitären Hobby, wenn man im Dunklen bewaffnet mit Stirnlampe, Wasserkanister, Bollerwagen und Heu Richtung Auslauf durch die Matsche läuft. 

Bevor ich mich jetzt gleich bei diesem stürmischen Wetter in den Stall begebe, wollte ich noch kurz berichten, dass Flip mir neulich wieder Kopfzerbrechen bereitet hat. Ich war in der Mittagspause bei ihm und da ist mir aufgefallen, dass er aus seiner Heultonne auf dem Auslauf kaum etwas gefressen hatte. Alles Heu, was er rausgezogen hat, lag wieder ausgespuckt vor der Tonne und er hatte auch keine Häufen auf dem Auslauf. Sehr seltsam. 

Ich bin dann mit ihm spazieren gelaufen. Dabei schien er eigentlich okay nur vielleicht etwas flott. Ich habe ihn daraufhin danach noch etwas in den Roundpen gelassen, wo er paar Bocksprünge gemacht hat und dann sind wir in die Box gegangen. 

Dort ist mir dann aufgefallen, dass er zwar hungrig war, aber auch hier hat er alles Heu, das er im Maul und gekaut hat, wieder ausgespuckt hat. 

Ich habe daraufhin bei seinem Pferdezahnarzt angerufen und ihn um Rat gefragt. Dort wurde dann vermutet, dass er vielleicht ein Magenproblem haben könnte, was wohl vor allem bei kaltem Wetter und sehr kaltem Wasser verstärkt auftritt. Natürlich könnte es sein, dass er aufgrund von Stress durch die Umzüge mit dem Magen ein Thema hat, allerdings sagt jeder, der ihn sieht, er wirkt total zufrieden und entspannt. 

Auch Claudia, die neulich da war, und Simone und Thomas, die mit uns am Sonntag eine Runde gedreht haben, haben das bestätigt. Dass er immer wieder Heu ausspuckt, beobachte ich ja schon ein Weilchen und hatte deswegen Anfang November den Zahnarzt schon einmal da. Da war aber auch nichts wirklich auffälliges im Maul zu entdecken.

Mit den Leckerlis, die Simone und Thomas mitgebracht haben, hat er beim Kauen allerdings, wie mir schien, auch Probleme gehabt. 

Ich habe also gleich meinen Tierarzt angerufen, dessen Kollegin von der nun längeren Strecke in den Stall nicht gerade begeistert war. Sie kam aber trotzdem am Abend und hat Flip angeschaut. Sie meinte, er hätte ganz kleine Zahnhäkchen, die aber eigentlich nicht der Rede wert wären. Auch sie war ziemlich überfragt, denn Flip hat am Abend eigentlich schon wieder ziemlich normal gefressen. 

Zum Glück hatte ich ein Video gemacht auf dem ich ihr zeigen konnte wie das mittags aussah. 

Sie tippt er auf eine eventuelle Arthrose in den Kiefergelenken. Auch das halte ich irgendwie für nicht sehr wahrscheinlich aber, wie geraten, bekommt er jetzt 5 Tage Schmerzmittel. 

Am Abend war er dann auch wieder (wie immer) hungrig und hat nur ab und zu Heu ausgespuckt. 

Ich habe ja eher die Theorie, dass er ein Zahnproblem hat und vielleicht das neulich stärker aufgetreten ist weil ich beobachte, dass er das gefrorene Wasser auf dem Auslauf irgendwie aus dem Kübel bugsiert. Die Eisplatten liegen nämlich immer daneben und an dem Tag war der Trog ansonsten leer. Falls er also das Eis nicht mit den Hufen sondern mit den Zähnen demontiert, könnte ich mir schon vorstellen, dass er Zahnweh hatte und deswegen nicht direkt danach normal fressen konnte. 

Die weitere Diagnostik mit entweder Gastroskopie, Kopf- Röntgen, CT oder MRT begeistert mich natürlich überhaupt nicht weil auch das meiste in einer Klinik stattfinden müsste. 

Ich werde es also erstmal weiter beobachten und am Freitag, wie vereinbart mit der Tierärztin noch mal Rücksprache halten.

Ich hoffe wir kommen bald dahinter wo das Problem liegt und können es einfach lösen. 

Sie hat übrigens auf meine Frage, wie Sie findet, dass er dasteht und, ob ich reiten könnte, gesagt, ich könnte ruhig immer wieder reiten, denn ich wäre ja nicht so schwer und müsste ja nicht gleich stundenlang draufsitzen. Ich soll einfach probieren was und wie viel geht. Das mache ich also und mit der Luxus-Lammfell-Schabracke scheint der Sattel auch nicht unangenehm für ihn zu sein. Genaue Anweisnungen zur Bewegung wären mir zwar lieber, aber nun höre ich halt weiter auf mein Bauchgefühl.  

Hier noch Bilder von unserem Besuch von Simone und Thomas am Sonntag, als wir auf dem Spaziergang leckeres Bratapfel-Eis mitgenommen haben. Flip fand es prima, dass der Automat nicht so schnell arbeitet weil er derweil grasen durfte und, dass er danach noch die mini Reste Eis schlecken durfte, fand es auch super. Ja, ich weiß, das ist eigentlich nichts für Pferde, aber es war auch nur gaaaanz wenig.