So,
nachdem ich jetzt schon wieder länger nicht geschrieben habe, hier ein kurzes
Update.
Zwischenzeitlich
war es extrem heiß (bis zu 37 Grad), so dass ich mir etwas Sorgen um Flip
gemacht habe, wie er in seinem doch höheren Alter mit den belastenden
Temperaturen klarkommt. Auf seinem Paddock hat er pralle Sonne und um
etwas Schatten zu haben, muss er quasi den Tag über in der Box bleiben.
Das
ist natürlich nicht wirklich schön und bietet weder Bewegung noch
Abwechslung.Da Margot mit Top ja das gleiche Problem hat, haben wir
den beiden immer wieder zur Abkühlung die Beine abgespritzt, Flips Mähne wurde eingeflochten, er durfte sich nach dem Duschen wälzen (in der Halle, denn in der Box habe ich Angst, dass er sich festliegt), er bekam, flüssigere Heucobs mit kaltem Wasser und wir haben die Luken zur
Miste offen gelassen in der Hoffnung, dass dann etwas mehr Luft
durchzieht. Das
hat auch ein wenig Besserung gebracht, allerdings kamen dadurch vermutlich mehr
Fliegen rein, was Flip auch genervt hat. Eine Fliegendecke wäre aber zu warm
gewesen. Wie ich es aus Hemmingen von ihm kenne, hat er mit den Vorderfüßen das
Stroh an den Bauch gekickt, um die Plagegeister zu verscheuchen. Da er
aber die meiste Zeit mit dem Kopf Richtung Luke und Hintern zur Tür stand, schleuderte
er große Mengen an Stroh aufs Paddock. Dann war erweiterter Roomservice angesagt.
Ich
hatte ja gehofft, dass ich die Koppel gegenüber des Parkplatz anmieten kann,
auf der auch zwei Bäume stehen. Meine Hoffnung war, dass er dort im Sommer bei
leichtem Wind (notfalls auch mit Sonnensegel) im Schatten stehen kann,
allerdings hat sich bei der Koppel nicht viel getan außer, dass sehr selten 2
Pferde rauskommen und die Koppel ziemlich verwildert.
Auf dem Bild vom Mai/Juni sah sie noch echt gut aus, hätte aber mindestens zum Teil auch schon gemäht gehört, damit neues Gras nachwächst.
Da
ich zur Abkühlung abends oft mit Flip und Top bei der Koppel grasen war, konnte
ich beobachten was oder ob sich da was tut und mir schon mal Gedanken machen,
wie ich die Koppel in den Griff bekommen könnte, sofern ich sie denn bekomme. Das wurde mir zwar versprochen, ist aber noch nicht eingetreten. Und, ob Versprechungen tatsächlich gehalten werden, ist ja auch, wie ich schmerzlich lernen musste, leider nicht so sicher.
Wenn
ich Glück habe, klappt es aber im/zum August. Dann ist allerdings erstmal ein großer
Arbeitseinsatz fällig um mindestens mal den Zaun freizuschneiden, zu
kontrollieren, ob Strom fließen würde und vermutlich auch jemanden zu suchen,
der mir das verdorrte Gras und Unkraut mäht und abtransportiert. Das Gras steht
nämlich jetzt so hoch, dass es die Pferde vermutlich gar nicht mehr fressen
werden.
Zum
Herbst hin muss ich mir dann überlegen wie ich es hinbekomme, dass Flip nicht
das ganze Fallobst frisst. Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit und ich muss mich erst
einmal in Geduld üben. Auch
wenn die beste Koppelzeit eigentlich rum ist und diese Koppel erst mal Arbeit
macht, hoffe ich trotzdem, dass sie Flip etwas mehr Freiheit bieten kann. Gerne
würde ich versuchen ihn stundenweise (mit Top) auch im Herbst und Winter, wenn
es der Boden zulässt, rauszulassen, damit er noch ein wenig rumlaufen kann und
nicht nur in der Box steht.
Ich
hatte eigentlich gehofft, dass ich auch immer mal wieder Nick als Partner mit
rausnehmen kann. Ich dachte, das wäre für die beiden sicher schön, denn sie
waren früher ja superdicke Freunde und ich glaube, der Kontakt fehlt den
beiden.
Nun
ist es leider aber so, dass Nicole, Marie und Lisa mit Nick zum Ende August
ausziehen werden, worüber ich echt traurig bin. Sie werden uns sehr fehlen. Sie
haben mich immer unterstützt und waren auch ein Grund, dass ich zurückgekommen
bin. Tja, und aus dem Handpferdereiten mit Flip und Nick wird dann wohl auch
nichts…. außer sie versuchen mal, ob Flip auch bei Lasse, den sie weiter
versorgen, brav mitlaufen würde.
Ich
verstehe aber, dass sie versuchen wollen, ob Nick in einem anderen Stall in
einer kleinen Herde wieder aufblüht, denn sie haben das Gefühl, dass sich Nick
in der Herde nicht mehr so wohlfühlt, viel alleine rumsteht und einfach keinen
glücklichen Eindruck macht. Ich kenne dieses Gefühl, denn ich beobachte Flip ja
auch genau und auch bei ihm bin ich immer wieder am grübeln, ob er wirklich
zufrieden ist oder wie ich unsere Situation so verbessern kann, dass wir beide damit
gut klarkommen.

Die
Männerfreundschaft von Nick, Luke und Flip war schon besonders und warum die „3
Musketiere“ (schaut mal auf den alten Bildern wie sie zusammenhingen) nicht mehr zusammen sein können, können wir den Pferden natürlich
nicht erklären. Ich bin sicher, wir vermenschlichen die Pferde in dem Punkt nicht. Sie haben auch enge Freundschaften und trauern den Freunden nach, wenn sie nicht mehr zusammen sein können. Sie können ja auch nicht verstehen warum sich ihre Lebensumstände geändert haben. Ich kann ja auch nicht zu Flip sagen, dass er wieder zurück in die Herde könnte, wenn er sich einfach nicht mehr in die Fressständer presst.
Vielleicht könnten wir die Zeit, solange Marie noch da ist, nutzen und die Jungs mal verladen um einen gemeinsamen Spaziergang in einem anderen Gebiet, zu machen. Das würde ihnen vielleicht Spaß machen. Es ist richtig
schade, dass sie ausziehen, aber ich hoffe, wir können den Kontakt so gut es
geht, halten.
Ich
muss auch mal mit meiner Trainerin, Lisa sprechen, ob sie einen Einfall hat wie
ich Flip besser motivieren kann. Ich bin mir oft nicht sicher, ob er so müde
und faul wirkt, weil es einfach das Alter ist, er ein gemütlicher Typ ist oder
auch ihm irgendetwas fehlt.
Ob es nun körperlich ist oder eben auch das
fehlende, gewohnte Herdenleben ist, kann ich schwer einschätzen. Er macht auf
mich keinen unzufriedenen Eindruck, aber einfach auch nicht glücklich und
ich tue mich schwer ihn zu motivieren und besser "zu lesen".
Arbeiten
tut er am liebsten nur noch gegen „Bezahlung“ und seine Motivation für
Spaziergänge hält sich auch in Grenzen.
Wenn
wir mit anderen Pferden unterwegs sind, ist es deutlich besser, aber alleine
findet er öde und würde am liebsten einfach immer nur gemütlich grasen gehen (auch wenn das Gras mittlerweile nicht mehr lecker aussieht). Das
ist jedenfalls das, was er mir immer vorschlägt.
Da
ich zweimal ein paar Tage verreist war (Schwarzwald und mit dem Büro nach Österreich)
und dann krank im Bett lag, bin ich froh, dass ich für Flip mehrere
Pflegebeteiligungen habe.
Nicis
zweites Kind ist nun auf die Welt gekommen, daher fällt sie erst einmal aus,
aber Andrea schaut zweimal die Woche vormittags nach Flip und Johanna und
Vanessa kommen je einmal die Woche. Nun ist es allerdings so, dass Johanna
längere Zeit in Urlaub fährt (Studentin sollte man sein) und Vanessa nun doch
zum Ende September Stuttgart wieder verlässt.
Ich bin daher noch mit einen
weiteren Mädel im Gespräch, die ein Pflegepferd gesucht hat, aber 10 Jahre
Pferdepause hatte. Wir versuchen jetzt mal, ob das mit Flip klappen könnte.
Ihr
seht, es ist irgendwie immer was los, die Grübelei, ob man alles richtig macht, endet nicht und mit Pferd wird einem nie langweilig.