Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Mittwoch, 14. Juni 2023

Unverändert 1-1,5 Stunden Schritt und Koppel

Hier kommt mal wieder ein Lebenszeichen von Flip. 

Auf Grund seiner Krankengeschichte, gibt es eigentlich gar nicht so viel zu erzählen, denn unser Programm ist nach der Klinik für 3 Monate ja unverändert. 

Flip darf täglich ca 1 bis 1,5 Stunden auf die Koppel, was er sehr genießt und ansonsten gehen wir spazieren oder ich sitze hin und wieder auch mal eine halbe Stunde drauf. Nachdem die Wiesenwege gemäht sind, ist das auch einfacher mit ihm und seinem Hunger ;-). 

Es ist schön, dass er das so brav mitmacht und wenn wir in Begleitung raus können, ist es natürlich doppelt schön.

Damit er etwas Abwechslung hat, habe ich ihm auch ab und zu ein paar Stangen und die vorhandenen Geitnergassen in die Halle gelegt, damit er auch etwas mehr für den Kopf hat. 

Bis Mitte Juli müssen wir dieses Programm noch durchziehen und dann hoffe ich, dass die Stoßwellentherapie. von der wir heute die vierte und letzte haben, anschlägt. Mitte Juli wird dann ein Ultraschall gemacht und verglichen, ob es irgendwelche Änderungen gibt. 

Im Schritt läuft Flip gut  hin und wieder muss er sich zu Beginn etwas einlaufen, aber ich habe das Gefühl, dass er das linke Bein im Stehen auch wieder mehr belastet.

Ich hoffe ja, dass er sich wieder gut erholt und man ihn dann wieder mehr oder weniger normal bewegen kann. 

Die Apfel- und Krankengymnastik machen wir weiter fleißig weiter, wobei man bei der Krankengymnastik bei ihm wirklich nur schwer Reaktionen erkennen kann, und hoffen, dass sich die Mühe lohnt. 

Die letzten 2 Wochen war im Stall Heuernte und wir mussten den Koppelgang selber organisieren. Gar nicht so einfach, aber zum Glück haben wir auch das hinbekomme. 
An Wochenenden schaue ich meist abends noch mal nach ihm, damit er aus der Box kommt, was ihm gefällt, denn dann gehen wir noch grasen. Da freut er sich.

Ich habe mich gefreut als ich neulich von Anni gebeten wurde mal rüber zu kommen. Ich habe zu meinem 15-jährigen Stalljubiläum, von dem ich allerdings ja leider die letzten 2 Wochen abziehen muss, ein schönes Küchenbrettchen mit einem Foto von Flip bekommen. Damit hatte ich nicht gerechnet.








Montag, 29. Mai 2023

Alles noch etwas ungewohnt

Nachdem nun etwas Zeit vergangen ist, hat sich Flip im neuen Stall ganz gut eingelebt.

Es ist aber trotzdem schon alles ziemlich ungewohnt für uns.

Wir wurden sehr nett aufgenommen, es gibt vieles was gut ist (die Pferdepfleger sind sooo nett, die Box wird 2x täglich gemistet, 4x am Tag gibt es Heu…), aber trotzdem ist Boxenhaltung (in der Größe Box) ja nicht wirklich das, was ich für Flip haben wollte und er gewöhnt ist.

Schon so Dinge, wie gestern die Überlegung wo ich ihn nach dem Duschen wälzen lassen kann, damit er es nicht in der Box macht und sich womöglich festlegt, ist eine Sache, die ich vorher nicht Bedenken musste. Im Laufstall legte er sich ins Stroh oder in den Sand. Kein Thema.
Gestern hatte ich Glück du er konnte sich ausgiebig in der Halle wälzen und trocknete danach beim Grasen. Er fand es gut, aber es gibt halt immer wieder Dinge, die man anders planen muss.

Auch was ich mache, wenn es donnerstags nach dem Büro  regnet und die Hallen belegt sind…. Spaziergang im Regen?

Die Organisation und Zeit, für die Koppel, die an Wochenenden selber organisiert werden muss, ist einzuplanen. Machbar, aber eben einzuplanen. Mal abgesehen davon, dass ich am Wochenende versuche ihn mehr raus zu nehmen, damit er nicht nur in der Box rumsteht. Aber so ist das eben nun und wir arrangieren uns damit. Nici, Alina und Jenny sind mir behilflich und, dass Carina dort im Stall ist, ist auch sehr schön.

Wenn ich an Libelle zurückdenke, erinnere ich mich nicht, dass Boxen- oder Stallwechsel ihr so zugesetzt haben. Da war das Hauptthema bei Umzügen, eher wie man sie heil fahren kann, denn sie hatte im Hänger Probleme mit dem Gleichgewicht. Sie hat öfters die Behausung gewechselt. Bei Lörcher 2x, Talhof 2x und beim Sonnenhof 3x… und 1x 4 Wochen in der Klink, wo es ihr nach einer Weile, glaube ich, ziemlich gefallen hat. 
Vielleicht verblasst es aber ja auch in der Erinnerung, aber evtl. war es einfacher weil sie Box gewöhnt war und sich noch dazu von der Box her meist verbessert hat. Bei Flip wäre es vermutlich auch einfacher wenn nicht in den letzten Monaten so viel gewesen wäre.

Wie es mit seiner Nachbarin zur Rechten klappt, von der es hieß, dass sie etwas schwierig wäre, kann ich gar nicht sagen. Ich habe bisher noch nichts gehört. Sie ist halt riesig und würde an ihn auf dem Paddock rankommen, aber es scheint zu klappen.  

Mit dem Nachbarn zur Linken, hat er sich allerdings so gut angefreundet, dass die beiden ziemlich wild auf dem Paddock gespielt haben. Ich konnte das erst nicht so richtig glauben, aber dann habe ich mal beobachtet, wie Flip mit ihm spielt, zwickt, steigt und schon mit dem Huf über der mittleren Stange drüben war. Er hat dann festgestellt, dass der Fuß da nicht runter geht, ihn wieder zurückgezogen und alles war für ihn soweit in Ordnung. Das ist natürlich auch für seine Schulter nicht gerade bekömmlich und obendrein nicht ungefährlich.

Die Besitzerin des Nachbarpferds stand schon auf einer Warteliste für eine größere Box, und als dann neulich was frei wurde, ist sie mit ihm umgezogen. Die wilde Spielerei ist damit beendet.

Daraufhin stand die Box dann etwas leer, wurde aber nun von einer Stute bezogen, die auf Grund einer Verletzung eine Laufstallpause braucht. Das Paddock ist noch zu, allerdings rechne ich bei einer Stute als Nachbar nicht damit, dass große Spiel-Aktionen stattfinden werden.

Spaziergänge lassen sich mit Flip mittlerweile auch wieder alleine machen (auch wenn wir das beide nicht so schön finden und ich nicht weiß wie er reagiert wenn wir seine alten Freunde treffen). Er wiehert zwar viel, aber läuft brav mit … brav, außer wir kommen auf einen Grasweg, denn da ist er ziemlich uneinsichtig und der Hunger überkommt ihn oft. Teilweise wächst das Gras achselhoch, da kann man sich nur drauf einigen, dass er beim Gras-Rupfen wenigstens weiterläuft.

Neulich habe ich sogar einen kleinen Ausritt alleine gewagt. Wir sollen zwar nicht unbedingt lange und viel reiten, allerdings spricht laut Physio nichts dagegen hin und wieder drauf zu sitzen. Im Anschluss war ich mit ihm auch nochmals in der großen Halle, denn die Gelegenheit war gut, weil nur sein Freund Pick mit drin war.

Die Halle ist ihm (oder uns?) aber etwas suspekt. An der Aufstiegshilfe (ein wackliger Hocker) wollte er auch nicht hinparken, denn da lief das Radio und von dort kann man nach draußen gucken, wo ein Pferd auf dem Platz geritten wurde. Alles viel wichtiger als hinzustehen. Das werden wir noch üben müssen. 

Neulich war dann noch die Pferdewaage auf dem Hof. Das hat Flip Spaß gemacht. Er war der erste und ist ohne Probleme auf die Waage gestanden, als würde er es jeden Tag machen.634 kg hat er auf die Waage gebracht. Das ist weniger als die ganzen Jahre vorher bzw. das leichteste, was wir bis jetzt als Ergebnis hatten. Ich freue mich zwar über eine möglichst niedrige Zahl, allerdings kommt die wohl eher vom Stress und Muskelabbau.


Einige andere Pferde hatten keine so große Lust auf dieses etwas gruselige Metallding, das unter einem Teppich versteckt wurde, zu stehen. 
Da war Flip für ein jüngeres Pferd eine Hilfe und lief erst vorneweg und dann stand er ganz ruhig neben die Waage und heimste viel Lob ein weil er so eine ruhe ausstrahlte. Auch zu Pick, der sich nicht messen lassen wollte, stand Flip und während sie schnupperten, konnte easy geschaut werden wie groß der Vollblüter ist. Ich hatte das Gefühl, zwischen den ganzen Pferden hat er sich richtig wohl gefühlt und hat mal wieder eine Aufgabe gehabt. 

So, und nun werde ich mich auf den Weg machen um Flip auf die Koppel zu lassen. Das Highlight des Tages für ihn.

Bin wieder zurück. Koppelgang fand er super und blieb auch relaxed als die Laufstallgruppe vorbeitrabte. Weniger gut, fand er, dass er nach 1,5 Stunden zurück in die Box sollte und kaum andere Pferde im Stall waren. 

Tja, was soll ich machen? Außer gut zuzureden und ihm versichern, dass die anderen sicher auch bald wieder kommen. 

Das wird schon, mein Großer!

Donnerstag, 18. Mai 2023

Erneuter Umzug

Im letzten Post hatte ich ja berichtet, dass am 29. April Flip mit Luke und Cash in den kleinen Laufstall eingezogen sind. Die drei Jungs haben sich ziemlich schnell und ziemlich gut eingelebt und nach einem Weilchen hat Flip auch gemerkt, dass es da oben ständig Heu gibt und man auch zwischendurch mal ein Nickerchen machen kann.  Die ersten Tage war er nämlich ständig am essen.

Es lief alles richtig gut und wir merkten, dass die Pferde da oben voll angekommen sind. 


Auf Grund eines schlimmen Krankheitsfalls wurde der kleine Laufstall am 13.05. geschlossen um das Arbeitsvolumen besser bewältigen zu können. Die 3 sollten daher zurück in die Herde integriert werden in der Hoffnung, dass alle 3 fußkranken Jungs die Umstellung packen. 

Wir waren von der Nachricht über die Vorfälle und, dass der kleine Laufstall geschlossen wird, so vor den Kopf gestoßen, dass wir die Pferde umgehend schnappten, um am Wochenende so viel Zeit wie möglich zu nutzen, bei der Re-Integration dabei bleiben zu können. 

Luke und Cash haben sich in die Herde ziemlich gut und schnell eingefunden, aber Flip war erst total irritiert und dann zog er los um jedem zu zeigen, dass er wieder da ist und das Kommando wieder übernehmen möchte. Nicht böse, aber halt mit einem Kragen und recht forsch. Verständlich, aber nicht gerade einfach und die Tatsache, dass er auch nicht rennen, bocken, galoppieren oder steigen soll, hat er auch missachtet. Es war eine den Umständen entsprechend angespannte Atmosphäre und es ist auch nicht so einfach selber 3 neue Pferde zurück in die Herde zu tun. Wir haben zwar schon viele Integrationen mitgemacht, aber 3 Pferde auf einmal ist eine andere Nummer.  

Ruckzuck hat man eine ganze Traube Pferde um sich und wir wollten ja auch nicht, dass irgendjemand verletzt wird. Über Mittag musste ich kurz weg und habe Flip derweil in die Eingewöhnungsbox gestellt, damit er mal Pause macht und zur Ruhe kommt. Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir aber, dass es ein Fehler war ihn zurück in die Herde zu stellen. 

Er hätte sich sicherlich wieder eingewöhnt (hat sogar mit Ben Fellpflege gemacht), aber er wird da eben, so traurig es ist, nicht mehr wohnen können, wenn ich haben möchte, dass er eine Chance bekommt, wieder lahmfrei zu werden. 

Das Problem mit dem Fressständer lässt sich eben nicht beseitigen und, ob der kleine Laufstall irgendwann wieder in Betrieb kommt, kann im Moment niemand absehen. Jetzt gibt es erst einmal wichtigeres.

Am Abend haben wir dann Flip und Cash für die Nacht in die Eingewöhnungs- und Notbox gestellt und ich bin mit einem schlechten Gefühl nach Hause gefahren. Mir war klar, dass ich für Flip schnell eine Lösung finden muss, wo er gut untergebracht ist und wir uns wohlfühlen. 


Nachdem ich in der Nacht auf Sonntag dann so gut wie nicht geschlafen habe, bin ich am am Sonntag früh zum Nachbarstall gegangen um dort nach einer Box zu fragen. Auch der Nachbar war total schockiert über die schlechten Nachrichten und versprach zu helfen.

Ich hatte Glück und habe gleich eine Paddockbox angeboten bekommen und so eine Bleibe für Flip gefunden, die ganz in der Nähe ist, er weiter sein gewohntes Umfeld für Spaziergänge und Ausritte hat, eine Chance hat seine früheren Kumpels weiterhin zu sehen, die Reit-/Pflegebeteiligungen weiter kommen, und ich den Kontakt zu den anderen halten kann. 

Vom Kopf her klingt das alles toll und ich bin auch heilfroh, dass wir dort untergekommen sind.... allerdings war der Pferdehof 14 Jahre unser zu Hause und der neue Stall jetzt ist doch eine große Umstellung. Flip hat jetzt nur noch eine Box die so ca 3 auf 3 m groß ist mit kleinem Paddock. Natürlich besser als eine Innenbox oder ohne Paddock, aber doch nicht wirklich groß und ungewohnt.

Ich habe dann die nötigsten Sachen gepackt, den Schrank drüben eingeräumt und bin nach einem Spaziergang mit Simone und Lasse mit Flip eingezogen.

Flip verstand die Welt nicht mehr und fand so ziemlich alles gruselig. Es war einfach in den ganzen letzten Wochen ziemlich viel, was ihm zugemutet wurde. Die Klinik mit der Isolationsbox, die Umzüge, das ständige Hin und Her von Herde zu Eingewöhnungsbox, zu Notbox, dann in den kleinen Laufstall, wieder zurück in die Herde und nun der Umzug... haben ihn total aufgeregt und mich auch.

Er lief in der Box ständig im Kreis, wieherte und war mit den Nerven komplett durch. Das Paddock blieb daher auch 2 Tage zu.

Am Vormittag hätte ich mich gar nicht getraut ihn noch mal aus der Box zu nehmen so war er durch den Wind. Nachmittags kam ich dann noch mal, denn ich wollte ihm seine kleine, eigene Koppel zeigen, damit er am Folgetag, wenn er rausgebracht wird, weiß wo es hingeht und wie groß die Koppel ist. 

Mit dem aufgeregten Flip, der zwischendurch ständig einen Happen Gras für die Nerven gebraucht hat, bin ich dann zu seiner Koppel, wo er aber doch recht entspannt an der Hand gegrast hat. 

Die Koppel fand er schon mal gut. 

Auch die nächsten Tage war er noch sehr aufgeregt und egal, ob kleine Halle, Sandplatz, große Halle alles war irgendwie spooky und wir taten uns richtig schwer mit dem Einleben. 

Die anderen Einsteller - es sind immerhin 80 Pferde- sind nett, redeten uns gut zu und das Paar, das mistet ist auch total lieb. Das macht die Umstellung leichter. 

Mit Hilfe von verschiedenen alten Freunden und Herdenmitgliedern konnten wir uns trotzdem zu Spaziergängen wagen und ich würde jetzt sagen, nach den 5 Tagen, die vergangen sind, ist er nun wieder einigermaßen er selber. 

Ich habe aber auch gemerkt, dass ich ihm wahrscheinlich keine so große Hilfe war, weil ich selber mit den Nerven ziemlich durch bin. 

Zum Glück haben mir beim Spaziergang Carina, Jenny und gestern Nici geholfen bzw ihn abgenommen. Nici zeigte ihm dann auch gestern gleich noch mal die große Halle, die Waschbox und den Außenplatz. Schritt für Schritt bemühen wir uns, dass er dort im Stall richtig ankommt und ich bemühe mich auch etwas zur Ruhe zu kommen.
Ich habe ihm Silence- Kräuter mit Baldrian und Hopfen und so gekauft, denn ich denke das schadet nicht. Mir habe ich gestern Abend gleich mal davon, vor dem Schlafengehen, einen Tee gemacht. Also Flip findet die Kräuter nicht schlecht, (bräuchte sie vermutlich jetzt aber eigentlich bald nicht mehr), mir schmecken sie allerdings nicht.


Die Krankengymnastik- Übungen, die wir für Flip kurz vor unserem Auszug gezeigt bekommen haben, konnte ich noch gar nicht so richtig mit ihm machen, denn dafür war er einfach nicht entspannt genug. Das werde ich vielleicht heute Abend gleich nochmal ausprobieren, denn er soll ja möglichst wieder Muskulatur aufbauen.
Auch die Stoßwellenbehandlung musste erst mal verschoben werden, bis Flip so ruhig ist, dass er an einem geeigneten Platz eine Weile still stehen kann.

Wir versuchen jetzt einfach das Beste aus der Situation zu machen. 

Montag, 1. Mai 2023

Umzug in den kleinen Laufstall zu dritt

So, jetzt kann ich euch berichten wie es mit dem Umzug von Flip, Luke und Cash in den kleinen Laufstall bei uns auf dem Hof gelaufen ist. 

Am Samstag morgen wurde der Stall nach Auszug der Vorgänger-Pferde schnell gemistet, Gayana zog runter neben Sue (Danke an Anja, dass du damit ermöglicht hast, dass Flip dort im Laufstall auch einziehen konnte!), das Gatter auf den Paddocks wurde entfernt und die Trennwand im Liegebereich kam raus. 

Ruckzuck ist der neue, kleine Laufstall mit großem Liegebereich, Auslauf, großer Heuraufe außen und Eckraufe innen (in die auch, wie man sieht, 2 große Pferdeköpfe reinpassen) für die 3 Pferde bereit gewesen.





Ganz wichtig, die Raufen sind so, dass sich Flip nicht mehr reinpressen muss und so habe ich die Hoffnung, dass sich seine Schulter beruhigt und ich ihn dann mit Stoßwellentherapie und Krankengymnastik wieder aufbauen kann. Ich hoffe sehr, er läuft dann wieder lahmfrei und wir können wieder schöne Ausritte machen!

Zurück zum Umzugstag:  

Wir haben dann noch die Holzstämme, die ich von der Domäne mitgebracht hatte, aufgehängt, damit die Pferde, wenn sie Langeweile haben oder Stress abbauen müssen, etwas zu nagen haben, und fertig war alles.

Sabine, Denise und ich haben dann die Pferde in Ruhe geputzt und sind zuerst gemeinsam spazieren gegangen, haben die Pferde in aller Ruhe versorgt und 3 Jungs dann nach gemeinsamen Grasen gleichzeitig in den Stall gelassen, damit sie zusammen ihr neues zu Hause erkunden können. 

Sie waren anfangs etwas erstaunt wo sie sind und haben sich alles sehr neugierig angeschaut. 

Flip fand die Tränke dort oben anfangs irgendwie sehr seltsam, hat sich das dann aber von Luke erklären lassen.

Vor allem begannen alle 3 umgehen damit kleinste Grashälmchen aus den Ritzen der Steine zu zupfen und die Rasenkante zwischen Stall und Koppel abzunagen. Da waren sie sich einig, dass dies oberste Priorität hat. 




Es hat alles richtig toll geklappt, sie haben alles zusammen angeschaut waren friedlich und blieben auch lange total entspannt.

Sie kannten sich ja auch vom großen Laufstall auch wenn Cash sicherlich ein halbes Jahr wegen einer Hufgelenksarthrose in der Krankenbox stehen musste und die letzten 4 Wochen dann eine Paddockbox bezogen hatte.

Luke und Flip sind eh gute Kumpel und haben zusammen mit Nick ja den Spitznamen die 3 Musketiere gehabt. Schade, dass Nick nicht auch oben miteingezogen ist. Er hat (wie auch ein paar andere Kumpels) sehnsüchtig rübergeschaut und gehofft, man holt auch ihn dazu (so sah es jedenfalls aus).

Wir haben uns für Samstag,  Sonntag und den heutigen 1. Mai Feiertag extra Zeit genommen, dass wir die Pferde gut beobachten und integrieren können. 

Am Samstag hatten wir uns mit Käsekuchen, Hefezopf, Brezeln, Kaffee und guter Laune mit Stühlen direkt an den Laufstall gesetzt. Nachdem alles ganz gut geklappt hat, haben wir uns für gestern abgestimmt wer wann kommt, so dass immer jemand in der Nähe ist und die ersten Tage auch kein Pferd ganz alleine im Stall zurück bleibt. 



Es lief zwar alles in allem super gut, aber am ersten Abend hatten sich die drei dann doch ziemlich gekappelt. Es war so als hätten sie gedacht, dass sie einen netten Ausflug gemacht haben und nach der ausgiebigen Erkundung des neuen Stalls, wurde ihnen langweilig und die Stimmung kippte gegen 16 Uhr. 

Das ist auch im großen Stall immer eine kritische Zeit gewesen wenn der Hunger kommt, wenn gegen 17 Uhr gefüttert wird. 

Außerdem war an dem Tag dann gleichzeitig etwas Trubel im großen Laufstall und die Pferde hörten, dass am Pferdeanhänger ein- und ausgeladen wurde. Das sorgt auch gern für Aufregung.

Ich muss zugeben, der Stress bei den 3 Jungs ging, so wie ich es sehe, wohl von Flip aus, der Luke und Cash gleich mal klar machen wollte, dass alles auf sein Kommando hört. 

Das war absolut überflüssig, wie ich finde, denn schon durch kleine Gesten hatten Luke und Cash signalisiert, dass sie Flips Chefrolle auch in der 3er-WG akzeptieren. Wozu auch immer er die beiden dann in die Ecke hinter der Raufe drängen und Rabatz machen musste, weiß ich nicht sicher, fand es aber ärgerlich. 

Anni meinte, es hätte sicher kleine Gesten gegeben, die Flip zeigten, dass die Klärung nötig ist. Na ja, wenn sie meint ... schön war´s trotzdem nicht.

Also der Stall ist, wenn alle gemütlich und gechillt sind, wirklich sehr groß, als sie aber miteinander Stress bekommen haben und durch die Gegend traben, Hinter an Hintern hingen, stiegen... sah die Sache schon etwas anders aus. Ich war aber froh, dass auch Denise dabei war und wir uns abstimmen konnten, wann man wohl einschreiten muss.

Ich habe dann Flip, als er nicht aufhören wollte, geschnappt und 5 Minuten in der Halle rumgeführt, damit er wieder runterkommt und bin dann zusammen mit ihm wieder reingegangen. Er hat akzeptiert, dass ich solches Verhalten nicht toleriere und offensichtlich war auch zwischen allen 3 Jungs mit diesem Zwischenfall alles geklärt. Jedenfalls gab es bisher, wir klopfen auf Holz, keine weiteren Zwischenfälle.

Im Gegenteil, wir haben alle erfreut zur Kenntnis genommen, dass alle 3 Pferde schon ab der ersten Nacht wohl im Liegebereich gelegen sind und sich offensichtlich so sicher fühlen, dass sie dort oben gut schlafen. 

Gestern haben wir die Beobachtungsdistanz etwas vergrößert und haben die Jungs über den großen Laufstall hinweg (oder wenn es zu kühl wurde) vom Auto aus beobachten. Klar, um 16 Uhr waren wir auch unserem auf Beobachtungsposten und bereit im Notfall einzuschreiten. war aber nicht nötig, denn es blieb alles ruhig. Juhu!. 



Unglaublich ist, dass vor allem Flip und Luke fast ununterbrochen Heu fressen oder innen am Stroh knabbern. Da werden doch tatsächlich selten Pausen gemacht um mal ein Nickerchen zu halten. 

Ich hoffe, die Pferde merken, dass dort oben Tag und Nacht Heu zur Verfügung steht und sie nicht dauernd fressen müssen, als würde es kein Morgen mehr geben.

Bei der Kappelei hat sich Flip leider entweder selber verletzt oder eventuell auf der Innenseite des Beins einen Schmiss von Lukes Hufeisen abbekommen. Nicht wirklich schlimm, allerdings wird das Bein gerade leider dicker. 

Zum Glück haben wir Carina im Nachbarstall, die immer mit Rat und Tat zur Seite steht und mich beruhigt und beraten hat. Flip hat daher, wie man auf den Bildern sieht, entweder Tonerde oder einen Verband am Bein und ich hoffe, die Verletzung schwillt bald wieder ab.

Ich hatte heute auch schon das Gefühl, dass Flip den neuen Stall als sein neues zu Hause akzeptiert hat und er nach dem Grasen dort auch gerne wieder reingegangen ist. 

Jetzt schauen wir mal wie sich die Pferde verhalten wenn in den nächsten Tagen auch ab und zu mal einer alleine im Stall sein muss. Ich denke aber, das klappt ganz gut, denn als ich heute morgen Flip zum Verarzten rausgenommen habe, während Cash in der Halle war, hat das Luke jedenfalls nicht groß interessiert. 

Das wäre schön, wenn das alles so bleiben würde und wir da oben eine harmonische, nette Männer-WG hätten. Der Anfang lief jedenfalls gut.