Auf meinen Post, in dem ich über Flips seltsame Art Heu aus der Heubox zu fressen, berichtet habe, habe ich von Petra und Simone von deren Jungs Bilder geschickt bekommen.
Die machen es auch so :-)


Auf meinen Post, in dem ich über Flips seltsame Art Heu aus der Heubox zu fressen, berichtet habe, habe ich von Petra und Simone von deren Jungs Bilder geschickt bekommen.
Die machen es auch so :-)


So jetzt sind wir im November angekommen und damit am Beginn der Jahreszeit, vor der ich doch zugegebenermaßen etwas Bammel habe.
Wenn
ich mir die Fotos so anschaue, wie schön alles war, als es trocken und sonnig
war, muss ich sagen, ist das jetzt schon eine ziemliche Umstellung.
Eine
Halle ist schon eine feine Sache, stelle ich auch jetzt immer wieder fest, wusste
aber ja worauf ich mich einlasse.
Als wir neulich im Wald nass wurden (nebenbei erwähnt, ohne Regenklamotten), habe ich Flip als wir wieder im Stall waren, mit Stroh abgerieben. Dann zog ich meine nasse Regenjacke aus und schneller als ich das Handtuch holen konnte, rubbelt der er sich schon an meiner trockenen Sweatshirtjacke den nassen Kopf ab. Ganz prima! Aber was soll ich sagen?
Hauptsache dem Pferd geht es gut.
Gestern
war die Wettervorhersage auch schon nicht erbaulich, aber wir hatten trotzdem
Glück. Einmal Glück mit dem Wetter und, dass es nicht wirklich stark geregnet
hat und dann, dass Moni gleichzeitig im Nachbarstall ankam und wir mit ihr und
Smart zusammen eine große Runde drehen konnten. Dieses Mal waren wir im
Hochdorfer Wald und in einem Teil des etwas entfernteren Waldes, den ich noch gar nicht kannte.
In Gesellschaft läuft es sich einfach besser, es ist kurzweilier, die Pferde scheinen sich zu mögen und sind auch in ähnlichem Tempo unterwegs.
Heute
hatte ich allerdings mit dem Wetter nicht ganz so viel Glück.
Das fand Flip gar nicht schlecht, denn dort durfte er derweil grasen. Immer hungrig, der Bursche!
Es hätte schlimmer kommen können, aber ganz ehrlich, das ist nicht mein Wetter und es wird vermutlich noch scheußlicher.
Im letzten Post hatte ich ja auch schon geschrieben, dass das mit der Heubox irgendwie nicht ganz so klappt wie ich das gedacht hatte. Wenn wir das Heu ohne Fressplatte oder Netz anbieten, fliegt es überall rum und mit der Fressplatte (mit den runden Löcher mit 8 cm Durchmessern), kommt Flip irgendwie nicht richtig klar.
Die Platte war immer nach unten gedrückt und er hatte echt große Mühe das Heu herauszubekommen. Armin hat mir dann ein paar von den runden Öffnungen verbunden, so dass größere Öffnungen entstanden und ich dachte, Flip kann dann das Heu besser rauszupfen.
Am nächsten Tag habe ich allerdings beobachtet, dass er nicht zupft, sondern, dass sein kompletter Kopf in der Mitte von der Platte verschwindet, was eigentlich auch nicht Sinn und Zweck der Übung war. Egal ob mit der Platte (und den größeren Löchern) oder ohne, Flip steckt zum Fressen den Kopf so tief in die Heubox, dass er eigentlich bis zu den Ohren im Heu verschwindet. Sowas habe ich bisher auch noch nicht gesehen.Das
bestellte Netz für die Box ist mittlerweile auch angekommen, aber als ich es eingebaut habe war
Flip nicht wirklich begeistert. Er schaute zur Heubox und dann zu mir und
wieder zur Heubox und wieder zu mir, als wollte er fragen, ob das mein Ernst
wäre. Ich habe es ehrlich gesagt dann nicht übers Herz gebracht das Netz wie
geplant zu verwenden, sondern habe es seitlich an die Heubox gebunden in der
Hoffnung, dass nicht so viel Heu Richtung Ausgang zum Paddock rausfliegt.
Er frisst also erstmal, bis ich einen
besseren Einfall habe, ohne Netz oder Platte und wir kehren dann halt das Heu
zusammen, das er verteilt.
Es wird ja ohnehin jeden Tag von uns Roomservice auf dem Auslauf und in der Box gemacht, so dass er auch für die Nacht eine frisch gerichtete Box mit mehr frischem Stroh und auch Heu am Schlafplatz hat.
Wie
das Ganze abläuft, hat noch niemand beobachten können, aber ich traue Flip das schon zu.
Ansonsten
gehen wir jeden Tag ca eine Stunde zusammen spazieren und vor allem, wenn Flip
merkt, dass wir uns Richtung Stall nach Hause gehen, wird ein ziemlich
ordentliches Tempo vorgelegt.
Letztes
Wochenende sind wir von Klaus begleitet worden, der nun zu Flips besten
Freunden geworden ist, weil er mit ihm immer grasen gegangen ist während ich
die Box gerichtet und den Auslauf vorbereitet habe.
Mit
Gras kann man bei Flip viele Punkte sammeln.
Ich freue mich, dass immer wieder Freunde auch aus dem alten Stall zu Besuch kommen. Besonders freut es mich auch, dass bis jetzt jeder gesagt hat, dass Flip einen total entspannten Eindruck macht und das Gefühl vermittelt, dass er sich in seinem neuen zu Hause richtig wohlfühlt.
Das
Gefühl habe ich auch, es ist aber schön, das auch als Beobachtung der anderen
zu hören.
Damit Flip nicht weiter Muskulatur abbaut, habe ich mir vorgenommen mich mit Frauke zu treffen um mich in Bodenarbeit, Handarbeit und Geitner-Training noch mal besser einweisen zu lassen. Wenn es unter der Woche abends eventuell doch zu dunkel und zu unangenehm ist um Spaziergänge zu machen, habe ich mir vorgenommen mit Flip auf dem Platz etwas zu trainieren. Ich möchte ja, dass er noch so lange wie möglich gut bemuskelt bleibt und ich auch weiterhin ab und zu mit ihm ausreiten gehen kann. Mal schauen wann wir es schaffen uns zu treffen und wie das dann so klappt.
Ich habe zwar jetzt einen etwas längeren Weg, musste alleine umziehen (also ich meine, keiner ist mitumgezogen), habe keine Halle und kein WC, dafür habe ich aber ein Pferd, das sich wohl zu fühlen scheint.
Samstags sind wir ja umgezogen, sonntags war er sehr aufgeregt
und ab Montag ging es eigentlich nur noch bergauf. Er ist entspannt und egal wo
ich mit ihm herumlaufe, schaut er sich alles in Ruhe an und marschiert mit mir
die ganzen neuen Wege entspannt ab. Ich
glaube, bis jetzt haben wir keinen Spaziergang 1 : 1 so gemacht wie
vorher. Es
gibt so viele Wege durch den Wald und über die Wiesenwege drumherum, dass ich
die ersten 2 Wochen immer wieder in einer App die Wege, die wir schon
erkundet haben, festgehalten habe.
Meist gehe ich mit Flip spazieren, aber ich bin auch schon 3 x ausreiten gewesen und ich glaube so entspannt waren wir früher noch nie draußen. Und, dass obwohl wir in dem Gebiet neu sind und beide nicht so gerne alleine draußen unterwegs waren.
Gestern gab es allerdings einen Augenblick, in dem ich dachte, es wäre vielleicht doch keine gute Idee gewesen einen Stall ohne Halle zu wählen.
Es war Regen angesagt, aber da die Sonne so schön schien, konnte ich das irgendwie trotz Regenbogen nicht ganz glauben. Ich ritt also mit Flip frohen Mutes rüber in den Wald und ab der Hälfte des Weges begann es zu schütten. Meinen Regenmantel hatte ich nicht angezogen (Wozu auch? Den hatte nicht mal mitgenommen) und so wurden wir klatschnass. Wir sind zwar auf den kleineren Wegen geblieben und haben versucht unter dem Blätterdach zu bleiben, aber das hat auch nicht viel geholfen. Das war nicht unser Wetter und Flip wollte auch gerne schnell wieder ins Trockene.Klar, das ist nicht schön gewesen, allerdings gibt es auch etwas Positives von dem Ausritt zu berichten. Wir sind immer mal wieder ein Stückchen im Wald getrabt und da lief Flip lahmfrei. Das ist doch super!
Herr Maier hat mir zum Glück angeboten die Hackschnitzel mit
dem Traktor schon etwas vor zu verteilen damit es nicht zu große Arbeit wird.
Letztlich hat er mit dem Traktor, aber alles so verteilen können, dass ich fast
nichts machen musste. Juhu, denn das wäre eine ganz schöne Schufterei geworden.
Er hat sogar von sich aus noch im vorderen Bereich, wo ansonsten eine Pfütze
entstanden wäre, Erde und Brennesseln entfernt, so dass Flip nun einen
schönen, gut nutzbaren Auslauf hat.
Das
Sprichwort "learning by doing" stimmt hier aber auch.
Auch die Heubox muss noch optimiert werden. Flip drückt an der Heubox die Lochplatte so runter, dass er trotzdem nicht viel Heu erwischt. Wenn ich die Platte allerdings weglasse, verteilt er das Heu weiträumig, denn natürlich ist der leckerste Halm immer ganz unten. Das sind dann so Sachen, wo man etwas Grübeln muss wie man es verbessern könnte, aber auch das macht eigentlich Spaß. Jetzt werden einfach ein paar Löcher vergrößert und parallel habe ich noch ein Gestell mit einem Netz bestellt. Ich bin zuversichtlich, daß ich auch das in den Griff bekomme.
Jetzt bin ich mal gespannt wie sich das alles so weiterentwickelt, denn mir ist durchaus bewusst, dass bei schönem Wetter alles etwas anders aussieht.
Am Dienstagmorgen ist dann noch ganz wichtiger Termin. Jojo kommt. Ich hoffe, dass er die etwas längere Fahrt auf sich nimmt und wir auch zukünftig mit ihm rechnen können, denn mit zunehmendem Alter und mit den Veränderungen der Hufe, die ich feststelle, ist es natürlich umso wichtiger, dass wir weiter von ihm betreut werden. Dadurch, dass Flip weiter das linke Bein viel entlastet, hat der rechte Huf mehr Belastung und wird breiter. Auch muss sich Flip oftmals einlaufen oder er startet die Spaziergänge ziemlich langsam. Da weiß ich dann nie so genau, ob er womöglich Schmerzen hat oder keine Lust hat alleine vom Hof zu gehen. Er läuft sich dann aber nach einem Weilchen ein und rückzus ist er meist recht flott unterwegs.
Bis jetzt haben wir alle Herausforderungen gemeistert und ich hoffe, das bleibt auch so!