So,
lasst mal überlegen was die letzten 4 Wochen im Stall los war.
Also
Flip würde ganz klar sagen, dass sein Highlight ist, dass er nun wieder öfters
auf die Koppel darf.
Wenn
ich ihn aus seinem Paddock hole, schlägt er immer sofort vor nach rechts
Richtung Koppel
abzubiegen, aber etwas Bewegung und putzen muss eben auch sein.
Je
nachdem wie das Wetter und der Boden ist, dürfen Flip und Lasse auf den Bereich
um das Zelt, denn dort macht es nicht so viel, wenn sie Abdrücke im Boden
hinterlassen. Da wachsen auch einige Brennesseln, Brombeeren, Disteln (die habe ich aber
neulich mit Lena so gut es geht, entfernt) und das ist so quasi so ein wenig
unser Schlechtwetterbereich.
Also
bei schlechtem Wetter kommen sie nicht raus, aber wir konnten ihnen jetzt doch
schon öfters ermöglichen zusammen auf die Koppel zu gehen, was sowohl die Pferde, als auch Simone und mich freut. Koppel scheint, wenn man die Reaktion der Pferde beobachtet, deutlich toller zu sein als an der Hand zu grasen.
Wir
behalten natürlich auch gut im Auge wie viel Gras wächst und bis jetzt sind sie
erst bei ca. 20-25 Minuten Dauer, denn wir wollen ja auch nicht riskieren, dass
sie zu viel fruktanreiches Gras fressen.
Ich
denke aber, so langsam können wir die Koppelzeit etwas steigern denn, wenn
alles soweit klappt, wird ja wahrscheinlich auch die Stallkoppel irgendwann
Anfang Mai eröffnet.
Was
seinen Gesundheitszustand angeht, so ist er nun nach 8 Wochen mit Equinoxx
langsam wieder lahmfrei, allerdings läuft er schon noch (etwas) steif und unrund.
Auch seine Ausgleichsmuskulatur bekommen wir nur schwer wieder weg und er hält
sich auch im Hals ziemlich fest.
So
richtig zufrieden bin ich daher noch nicht, muss mich allerdings wohl langsam
eben auch an den Gedanken gewöhnen, dass es ein älterer Herr ist und alles doch
etwas langsamer geht. Bewegung tut ihm aber trotzdem gut und ich freue mich, dass er meist 2x täglich Programm hat und ich von Andrea, Lena und Johanna Unterstützung bei seiner Bewegung habe.
Seine
Motivation sich zu bewegen ist allerdings zur Zeit auch sehr gedämpft. Ob das nun an den
Verspannungen, vielleicht Schmerzen in den Füßen, Schulter, Rücken oder wo auch immer oder dem ständig wechselnden
Wetter (Mal ist es kalt, dann voll warm..) hängt, kann ich gar nicht so genau sagen.
Wenn
wir in Begleitung spazieren gehen, läuft er recht flott und wie immer,
alleine trödelt er ziemlich und auf Hallensport hat er zur Zeit auch wenig
Lust.
Hilft
aber nichts, denn wir müssen ja auch etwas Krankengymnastik machen um ihn wieder "in Gang zu bringen".

Letzten
Sonntag, als ich wie meistens sonntags, wieder mit Vanessa und Roy spazieren
war, gab es draußen einiges zu gucken.
Da war der feurige Elias unterwegs und in der Ferne haben wir dann entdeckt, dass ein
Windsurfer auf den Feldwegen zwischen der Grillstelle und den Häusern am
Seewald unterwegs war.
Zum
Glück nicht näher bei uns oder beim Stall, denn vor vielen vielen Jahren fuhr mal einer
oberhalb vom Stall vorbei, was die Pferde ziemlich aufgeregt hat. Sowas hatten sie natürlich noch nie gesehen.
Dem Windsurfer möchte man nicht begegnen, denn die Pferde können sowas nicht einschätzen und
haben schon auf die große Entfernung ziemlich gucken müssen. Ich glaube, ihm ist gar nicht bewusst, was er für eine Gefahr darstellt.
Was Pferde aufregend finden, kann aber auch ziemlich variieren und ist auch stark tagesformabhängig. Mit Flip war ich zum Bespiel neulich mal wieder drüben bei Basti, Pic und Skippy und war total stolz wie brav er (auch alleine) an einer Baustelle mit arbeitendem Bagger, großen Traktoren... vorbeilief.
Bei den Pferden angekommen, durfte er etwas grasen und auch auf dem Heimweg, als wir einen Traktor vorbeifahren haben lassen, gab es ein paar Happen. Offensichtlich dachte er, das würde so weiter gehen und ärgerte sich dann so, dass ich ohne weitere Snacks zurücklaufen wollte, dass er, als wir neben den Gleisen liefen und das Bähnchen kam, um mich rumbockte. Das war schon seltsam und er blieb auch den restlichen Heimweg angespannt und genervt.
Als wir dann an den Hühnern vorbeikamen (er kennt Hühner seit er Fohlen ist) gab es die nächste Überraschung. Wir kamen nämlich nicht an ihnen vorbei. Immer wenn wir weiterlaufen wollten, krähte einer der Hähne im Wechsel und Flip flitze schnaubend um mich rum. Nach mehreren Anläufen, bei denen wir die ganze Straße auch für Spaziergänger, Jogger und Autos blockierten, brach ich ab und wir liefen zwischen den Höfen hoch und über den oberen Grasweg zum Stall. Auf dem Gras legte sich seine Aufregung und er glaubte tatsächlich, dass er dann wohl noch direkt auf die Koppel laufen dürfte, wenn wir da schon so geschickt vorbeikamen. Nix da!

Am nächsten Tag war ich dann nach der Halle mit ihm bei den Hühnern grasen und natürlich war das alles total easy. Die Hähne krähten nur mal kurz ganz leise, aber da wackelte Flip nicht mal mit dem Ohr und auch gestern, als wir bei Reinhold auf seiner leckeren Wiese grasen durften und die Hähne laut zu hören waren, hatte Gras absolute Priorität und er ignorierte das Federvieh total.
Ach
ja, dann gibt es noch ein Highlight dieses Mal von mir.
Wir sind neulich erst
in der Halle gewesen, haben Bodenarbeit und Handarbeit gemacht und danach habe
ich bei Flip angefragt, ob er mich eventuell mal wieder ein Stückchen tragen
würde.
Er
parkte daraufhin brav, wie früher, ans Gatter und ich habe mich mit Westernpad
auf seinen Rücken sitzen dürfen. Wir sind dann zusammen mit Simone und Lasse
eine Viertelstunde ausreiten gewesen und es war richtig schön. Er hat mich
getragen wie früher, aber wir wollten es auch nicht übertreiben und haben daher
nur eine ganz kleine Runde gedreht.
Es
wäre richtig schön, wenn wir das wieder öfters machen könnten, denn ich glaube,
das gefällt auch ihm (solange man es natürlich nicht übertreibt).
Ich
habe ohnehin das Gefühl, dass ich ihn recht viel Abwechslung bieten muss (Spaziergänge, Handarbeit, Wippen ....) um
seine Motivation zu wecken und er es wirklich sehr genießt, mit seinen früheren
Kumpels im Kontakt zu sein.
Ob
es nun Spaziergänge sind, Koppel mit Lasse, Schnuppern mit Roy am Putzplatz oder das Knabbern am Großballen
neben der Herde. Den Pferdekontakt scheint er ziemlich zu brauchen und ich versuche ihn ihm zu ermöglichen wo es eben geht.