Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Samstag, 22. Oktober 2022

Nun auch noch eine Kolik

So, ich wollte euch doch noch Bescheid geben was bei meinem Tierarzttermin herauskam. Nachdem Flip an dem Sonntag vor dem Tierarzttermin lustig durch die Halle galoppiert ist, habe ich ihn extra auch am Montag noch gut bewegt, damit am Dienstag festgestellt werden kann warum er lahmt. 

Am Dienstag war dann also der Tierarzttermin und sowohl beim Vortraben als auch beim Longieren war nichts zu sehen. Frei nach dem Motto „oh Gott, oh Gott der Tierarzt kommt“, waren das 124 € für „ich kann nichts feststellen“.

Auf der einen Seite ist es ja ganz gut, auf der anderen Seite habe ich jetzt trotzdem weiterhin die Ungewissheit was Flip hat. Wir sind uns aber alle einig, dass es bei Flips Alter unnötig ist auf gut Glück zu röntgen, da man sicherlich die eine oder andere Arthrose sehen wird. Ob sie die Ursache dafür ist, dass er immer wieder unrund läuft, ist dann aber trotzdem unklar.

Seit ein paar Tagen ist das linke Fesselgelenk vorne etwas dicker, wird aber nach der Bewegung besser. Direkt lahmen tut er aber zum Glück nicht mehr.

Jetzt ist er halt durch die Schonung etwas steif und muss wieder auftrainiert werden.

Leider lief das Vortraben bei Nick nicht so erfreulich. Er muss leider am Dienstag zur OP in die Klinik und wird dann auch länger ausfallen und in der Box stehen müssen. Das wird Flip nicht gefallen, denn er gehört ja zu einem seiner besten Freunde.

Anni und Walter haben schon neue Panels für Notboxen gekauft, denn zur Zeit waren bis zu 8 Pferde gleichzeitig lahm.

Auch am Montag hat mich Flip ganz schön in Atem gehalten. Morgens habe ich einen Anruf bekommen, dass er nicht zum Frühstück auftaucht. Da war klar, dass etwas nicht stimmt. Anni hatte ihm, bis ich kam schon ein Colosan verabreicht und da er sich bei mir gleich zum Wälzen hinlegen wollte, habe ich umgehend die Tierklinik angerufen, die zum Glück auch sehr schnell da war. Er hatte eine Kolik, die wir zum Glück noch rechtzeitig erkannt haben. 

Die Medikamenten halfen schnell, aber ich habe sicherheitshalber den ganzen Tag bei ihm verbracht und mich im Büro abgemeldet, denn ab da, wo die Bauchschmerzen weg waren, war er ziemlich uneinsichtiger Kranker, der großen Hunger hatte und nicht verstand warum er nicht wieder normal fressen durfte.

Mit Maulkorb in der Eingewöhnungsbox hat er gar nicht gut getan, angebunden ging auch nicht, daher sind wir dann in der Halle gelaufen und ich habe ihn immer wieder mal mit kleinen Portionen Heu und Mash im Fressständer geparkt oder wir liefen spazieren.

Das fand er alles ziemlich nervig, denn er schien sich schon wieder munter und gesund zu fühlen. Da mit einer Kolik aber nicht zu spaßen ist, haben wir den Tag gemeinsam verbracht und ich habe ihn erstmal nicht aus den Augen gelassen.

Da er von dem flüssigen Mash und den Medikamenten ziemlich Durchfall bekommen hat, war ich noch mal bei der Tierärztin und habe ein Pulver bekommen, das die Darmflora aufbauen und helfen soll. Bisher schlägt es allerdings noch nicht so richtig an.

Ich hoffe, das bekommen wir auch schnell in den Griff, denke aber, bei dem derzeitigen warmen Wetter behalte ich ihn besser im Auge.

„Gut im Auge behalten“ ist auch in anderer Sache ein wichtiges Stichwort. Anfang der Woche hat in einem Laufstall unweit von uns ein Pferderipper 10 Pferde mit einem Messer verletzt. Jetzt sind wir natürlich alarmiert, denn so ein Offenstall lässt sich nachts nur schlecht gegen Eindringlinge schützen. Die Tore sind zwar abgeschlossen damit keine Pferde geklaut werden können, aber reingehen kann man und das beunruhigt arg. Anni und Walter haben den Stall zum Glück von der Wohnung aus im Blick und auch Kuma passt gut auf. Sicherheitshalber werden nun auch Kameras installiert und wir werden noch besser aufpassen wenn fremde Leute den Hof betreten. 
Absolut unverständlich was einen Menschen dazu bringt Tiere zu quälen! Wenn sich die Pferde nur zusammentun und wehren würden, könnten sie einen Menschen zur Strecke dringen. Machen sie aber nicht.... weil sie dem Menschen vertrauen.

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