Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Sonntag, 16. April 2023

Morgen geht´s in die Klinik

So, nun rückt langsam der Tag der Fahrt in die Klinik näher und mir geht ehrlich gesagt schon ziemlich die Düse. 

Mitte der Woche habe ich mich sogar einen Tag vom Büro  krank melden müssen, weil mein Magen schon rebelliert hat. Übers Wochenende war ich jetzt mit meiner Mutter und meiner Schwester im Wellness, was es echt gut getan hat und mich auf andere Gedanken gebracht hat.

Mit der Klinik habe ich auch noch mal telefoniert um anzufragen wie alles abläuft. Also Morgen, am Montag zwischen 15 und 18 Uhr können wir kommen, Dienstag morgen gibt es für ihn nur ein kleines Frühstück und Bewegung und dann wird die Szintigraphie durchgeführt.  Da die Pferde radioaktives Mittel gespritzt bekommen, müssen sie dann dort noch 3 Tage zum "Abstrahlen" in Isolierboxen bleiben. Am Mittwoch wird ein Tierarzt die Ergebnisse anschauen und dann erhalten wohl Dr. B. und ich einen Anruf, in dem abgestimmt wird, wie es nun weitergeht. Am Donnerstag können dann weitere Untersuchungen wie z.B Röntgen oder Ultraschall erfolgen und Freitag Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr kann er wieder abgeholt werden. 

Ich bin heilfroh, dass uns Carina fährt, denn ich befürchte meine Nerven werden blank liegen und dann ist es besser wenn sie dabei ist. Sie ist eh die optimale Begleitung, weil sie sich gut auskennt und die richtigen Fragen stellen kann. Zum Abholen geht dann eventuell Margit mit, damit wir Flip vielleicht schon gleich um 15 Uhr verladen können bevor der große Berufsverkehr losgeht.

Als ich neulich Flip im Fressstand beobachtet habe, ist mir plötzlich aufgefallen, dass wir vielleicht die Ursache für das Lahmen immer vor unseren Augen hatten. Wenn ich mir anschaue wie er sich beim Fressen immer in die 2 Stangen am Fressständer presst, kann ich mir vorstellen, dass das auf Dauer ein Problem hervorrufen kann. Er hat immer das linke Bein vorne und presst die linke Schulter so weit es geht an die Stange. Genau dort wo nun Muskulatur fehlt, verläuft dann die Stange und hin und wieder konnte ich auch beobachten, dass ihm bei diesen Aktionen die Füße weggerutscht sind. 

Bei Dr. B. habe ich das mal in einem Telefonat angesprochen und erhält es durchaus für möglich, dass sich dort entweder Schleimbeutel entzündet haben könnten oder er sich einen Nerv verletzt oder abgedrückt hat.

Das würde auch erklären warum das Lahmen nicht verschwindet und trotz Schonen eigentlich unverändert blieb. 

Ich werde mal von der Futtersituation Fotos mitnehmen, damit sie in der Klinik vielleicht dahin gehend auch noch mal schauen könnten, falls man sich sonst keine Ursache erklären kann.

Falls das tatsächlich die Ursache sein sollte, können wir diese allerdings, wenn er weiter in der Herde lebt, nicht abstellen, denn er hat ja Tag ein und Tag aus und auch nachts immer Zugang zum Fressständer. Dass er nicht wie irre in den Fressstand drücken soll, weiß er eigentlich, weil ich ihn immer wenn ich das sehe schimpfe, daher hier auch zur Verdeutlichung das Bild, auf dem Luke, der das auch macht. Wenn ich nämlich mit gezücktem Handy vor Flip stehe, macht er es nicht so krass. Tja, ich kann Flip aber wohl schlecht erklären, dass er dieses Verhalten bleiben lassen soll um die Schmerzen im Bein loszuwerden.

Andere Pferde würden sich damit vielleicht abfinden wenn Heu mal nicht in Reichweite liegt, aber wenn Flip an Futter ran möchte, kann er auch über Schmerz hinwegsehen. So gut kenne ich ihn mittlerweile, dass ich das sagen kann. Ist ja mit dem Grasen unterwegs auch so. Paar Büschel Gras sind es ihm wert geschimpft zu werden und mal die Gerte zu spüren zu bekommen.

Also, wenn das die Ursache sein sollte, müsste ich an seiner Haltung etwas ändern. Mit Anni und Walter habe ich darüber schon gesprochen und auch sie halten es für möglich, dass wir hier auf der richtigen Spur sein könnten. Sonst gibt es ja wenig Anhaltspunkte, denn einen Schlag hat er nicht abbekommen, hingefallen ist er nicht und auch sonst ist uns nichts speziell aufgefallen. 

Um das Problem zu lösen, hätte Flip gerade noch die Chance in den kleinen Laufstall nach oben umzuziehen. Dieses Angebot haben mir Anni und Walter schon einmal gemacht, ich hatte es nur bisher abgelehnt. Je länger ich mir das aber überlege, desto eher tendiere ich dazu diesen Schritt zu tun. 

Er würde dort mit einem seiner besten Freunde, Luke, und Cash einziehen können und die 3 Jungs hätten einen schönen, separaten Stall mit Liegebereich, Heuraufe und Auslauf. Flip wird ja nicht jünger. Das muss ich mir vielleicht auch immer wieder vor Augen führen und dort oben müsste ich mir auch keine Gedanken machen, wie er wohl klarkommt, wenn neue Pferde integriert werden oder er in der Reihenfolge noch weiter abrutscht. 

Wir sind nun so verblieben, dass wir erstmal den Klinikaufenthalt abwarten und schauen, ob die Vermutung mit dem Fressständer überhaupt in Frage kommen würde. Solange das nicht klar ist und Flip wohlbehalten zurück ist, ist mein Hirn eh nicht ganz klar.

Ich bin noch hin und hergerissen wie ich mich wegen des Stalls (auch unabhängig von der Klinik) entscheiden soll. Mein Kopf sagt klar, dass der kleine Laufstall nun eine super Lösung wäre und eigentlich alles dafür spricht Flip mit den beiden anderen Jungs nach oben zu stellen. Andererseits sind seit 01.06.2008 dort im Stall und Flip hat sich in der Herde immer sehr wohl gefühlt und hätte im großen Laufstall natürlich mehr Platz und Möglichkeiten zu entscheiden was er machen möchte und wo/wie er seine Zeit verbringt, kann an seinem Lieblingsplatz im Sand in der Sonne dösen.....

Nun aber Schritt für Schritt und der erste Schritt heißt Klinik. 

Ich hoffe, dort läuft alles gut und Flip kommt wohl behalten mit einem guten Diagnose und guten Behandlungsmöglichkeiten wieder zurück, so dass wir noch viele schöne gemeinsame Jahre haben.

Bitte alle Daumen drücken!

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