Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Mittwoch, 28. August 2024

Bodenarbeitskurs

Nachdem mir Margit neulich den Tipp gegeben hat für Bodenarbeitstraining mal Judith Mauss zu googeln und nach einem Kurs zu schauen, habe ich tatsächlich für letzten Sonntag einen Kurs in der Nähe gefunden.

Da ich darin nicht so geübt bin mit Flip durch die Gegend zu fahren, habe ich Marie gefragt, ob sie uns (mit oder ohne Nick) begleiten würde. Da sie zugesagt hat und sogar anbot uns zu fahren, habe ich uns also mutig angemeldet.

Wir waren anfangs etwas verunsichert, denn keiner (auch nicht die Veranstalter) wussten wie das Kurs ablaufen würde oder was wir lernen werden. Die Videos, die ich im Netz gefunden habe, fand ich aber gut und so ließen wir uns überraschen.

Es hat sich in der E-Mail 2 Tage vor Kursbeginn so angehört, als wäre jeder nur 1x mit Pferd dran, daher hatte ich kurz überlegt, ob ich Flip dann überhaupt den ganzen Tag mitnehmen möchte.

Uns wurde dann aber netter Weise zugesagt, dass wir auch in der erster Gruppe mitmachen könnten, damit wir ihn (notfalls in der Mittagspause) nach Hause fahren könnten, falls er unruhig werden würde und nicht guttut.

Wir haben also alles, was wir so an Bodenarbeitsequipment haben (Kappzaum, Knotenhalfter, Trense, Stricke, Stick, Gerte…) in den Hänger geladen und sind Sonntagmorgen ins HPZ Hippo- und Physiotherapiezentrum Scharnhausen am Schlösschen in Ostfildern gefahren. 

Flip ist gut eingestiegen, ruhig gefahren, entspannt ausgestiegen und wir wurden sehr herzlich begrüßt.

Flip hat dann vor Ort ein großes Paddock auf dem Hof bezogen, von dem aus er alles gut überblicken konnte, und auch andere Pferde gesehen hat. Nachdem wir uns vergewissert haben, dass es für ihn dort in Ordnung ist, haben wir uns also zur Theoriestunde begeben.

Immer wieder habe ich in der Ferne aus der Richtung von Flips Paddock Ketten klappern hören, ansonsten schien es aber alles ruhig zu sein. Da das Paddock mit einer Kette verschlossen war, habe ich hin und wieder vergeblich versucht zu gucken, ob ich ihn sehe, aber außer mir schien keiner das Geräusch beunruhigend zu finden.

Nach der Theorie haben wir dann gesehen, was ich gehört habe. Derjenige, der die Boxen mistet, hat alle paar Minuten die Kette, mit der Flips Paddock verschlossen war, geöffnet, ist mit der Mistkarre reingefahren und hat dort über die Rampe den Mist in einen Anhänger abgeladen. Die beiden kamen gut miteinander klar und Flip hat sich wahrscheinlich gefreut, dass in der Schubkarre immer wieder quasi eine Pferdezeitung in Form von Mist vorbeikam.

Während Flip auf seinem Paddock noch gefrühstückt hat, haben wir bei der ersten Praxis-Gruppe mit Pferd zugeschaut und ich war schon positiv gestimmt, denn die Trainerin war unheimlich nett und hat Parelli-Übungen gemacht, die wir so auch schon kannten. Ich war also optimistisch, dass er ihre Hilfen verstehen würde und wir klarkommen würden.

Als ich dann mit ihm in der zweiten Gruppe gestartet bin, sind wir allerdings als erstes den unbekannten, neuen Platz abgelaufen damit sich Flip alles anschauen und beschnuppern konnte.

Da musste Flip aber ganz schön gucken und prusten, denn oberhalb des Platzes sind nach und nach 3 Schafe aufgetaucht, die sich noch dazu erdreistet haben „Määääähhhh!“ zu machen.

Das fand er ganz schön gruselig, denn sie waren immerhin auf Augenhöhe und wirkten somit viel größer. Ich habe ihn die Schafe in Ruhe anschauen lassen und ihn derweil bewundert, wie toll er aussieht, wenn er so aufmerksam da steht. Recht schnell merkte er, dass keine Gefahr besteht und wir konnten mit der ersten Praxisrunde starten.

Wie gesagt, kannte Flip die meisten Übungen schon, hat gut mitgemacht und auch Neues schnell verstanden. 

Nach der dritten Gruppe gab es dann superleckeres, vegetarisches Essen und wir haben in netter Gesellschaft Pause gemacht. 

Die anderen Teilnehmer waren alle von dort, arbeiten auf der Anlage als Physiotherapeuten, Therapeuten … oder waren Patienten, die ein Pferd dort betreuen. Alle waren total nett und es herrschte eine entspannte Stimmung im traumhaften Ambiente am Schlösschen.

Flip durfte derweil unten auf einem großen Auslauf die Mittagspause verbringen, grasen und in der Gegend herumschauen, was ihm offensichtlich gut gefallen hat. 

Am Nachmittag hatten alle dann eine zweite Praxiseinheit. Dieses Mal hat Marie mit Flip mitgemacht und es war interessant zuzuschauen, denn aus der Ferne kann man manches fast besser erkennen. Auch bei den beiden hat es klasse geklappt. Wir hatten also einen rundum tollen Tag.

Die Leute dort waren unheimlich nett, die Trainerin klasse und auf Flip bin ich echt stolz, denn er hat alles entspannt und gut mitgemacht.

Da es so Spaß gemacht hat, werde ich also die Augen und Ohren offenhalten, wann die Trainerin mal wieder in der Gegend einen Kurs gibt und schauen, dass wir wieder teilnehmen. 

Flip durfte vor der Abfahrt nochmal auf den Auslauf und hat mit den anderen Pferden, die mittlerweile daneben auf den Koppeln waren (Koppel hätte Flip auch gut gefallen) Kontakte am Zaun geknüpft. 

Währenddessen hat Marie unser Gespann durch den engen Hof manövriert und auf dem Reitplatz gewendet um uns wieder in Fahrtrichtung Heimat zubringen.

Würde es die Möglichkeit gegeben Flip dort im HPZ einzustellen und ein paar Tage die Woche versorgt zu bekommen, wäre das auf jeden Fall eine Option, die mir sehr zusagen würde. So eine entspannte Atmosphäre und ein Wohlfühlort findet man nicht so oft. Ich habe großen Respekt vor dieser Einrichtung, in der normalerweise Therapierreiten, Physiotherapie, Parasport … stattfindet. Die anderen 4-beinigen Kursteilnehmer, vom kleinen Mini-Shetty bis zum großen Warmblut, waren nämlich alles berufstätige Therapiepferde.

Toll, dass es solche Einrichtungen gibt und schön zu sehen, wie dort alle mit ganz viel Herzblut engagiert sind!

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