Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Sonntag, 8. Februar 2026

Erst lief alles super, aber jetzt gab es einen Rückschlag

Jetzt ist wieder fast ein Monat vergangen, in dem ich nichts geschrieben habe, also ist es mal Zeit für einen Rückblick. 

Es gab eigentlich gar nicht so wirklich viel zu berichten. 

Sofern der Boden und das Wetter es irgendwie mitmacht, dürfen Lasse und Flip weiter immer mal wieder 20 Minuten auf die Koppel, was sie sehr genießen. Allerdings hat es jetzt doch viel geregnet, teilweise hat es geschneit und es ist alles ziemlich matschig. Tja, es ist halt jetzt Winter.

Damit Flip seine Sozialkontakte hat, putze ich ihn jetzt öfters mal am Großballen innen und er hat dann die Möglichkeit über das Gatter mit den anderen zu schnuppern. 


Auch draußen sucht er immer wieder den Kontakt und freut sich, wenn er mit den Jungs schnuppern und etwas bubbeln kann. 

Klar, ist das einerseits richtig nett zu sehen, andererseits tut es mir so leid für ihn, dass er nicht mehr in der Herde leben kann (die Fresstand-Situation geht bei seiner Schulter nicht und es wäre mir auch zu unsicher, weil die Herde schon unruhiger ist und Flip sicher wieder eine obere Rang-Position anstreben würde. Dazu ist er aber nicht mehr fit genug) 



Da er ja nicht mehr in der Herde ist, muss ich dabei immer etwas schauen wer dazu kommt und wie die Stimmung ist, aber eigentlich läuft es immer freundlich ab. 

Meist kommt Funky, der ja nun Chef ist, und checkt die Lage. Neulich hatte ich das Gefühl Flip schiebt ihm dann vom Großballen frisches Stroh hin damit sie beide in Ruhe essen können.

Das mag jetzt für den einen oder anderen vielleicht so klingen, als würde ich mir das einbilden, aber ich möchte daran erinnern, dass Flip auch den Ball, in den man Heu füllen konnte, in Hemmingen ganz offensichtlich irgendwie zu Pajo rüber gekickt hat. Vermutlich auch damit der ihn in Ruhe lässt. Der Auslauf dort hatte jedenfalls kein Gefälle zu seinem Nachbarn und der Heuball lag regelmäßig drüben.

Weiterhin gehen wir auch immer sonntags mit Vanessa und Roy eine große Runde spazieren. 

Meistens laufen wir durch den Seewald, denn keiner von uns hätte Lust alleine soweit zu laufen und in Gesellschaft ist das immer eine schöne große Runde bei der wir uns gemütlich unterhalten können. 

Letzten Sonntag haben wir mal ein ganz neues Gebiet erkundet, in dem ich bisher noch nie war. Wir liefen auf der anderen Seite des Bähnle Richtung Gewerbegebiet Weilimdorf seitlich vom grünen Heiner.

Da waren wir noch nie und es war eine schöne Runde, auf der die Pferde auch mal wieder was zu gucken hatten. 

Die neuen Eindrücke haben offensichtlich auch müde gemacht, denn Margot erzählte mir, dass sich Flip am Nachmittag erstmal zu einem Mittagsschlaf hingelegt hat. (Ich auch)

Schade war, dass wir unterwegs Flips Leckerlibeutel verloren haben und er, als ich später danach geschaut habe, schon verschwunden war. 

Da Flip aber ohne Bezahlung nur noch sehr ungern arbeitet, habe ich gleich einen neuen besorgen müssen. 


Insgesamt war Flip die letzte Zeit richtig gut drauf und hat vor allem bei der Handarbeit total Spaß gehabt. Da haben wir doch tatsächlich die Blicke auf uns gezogen und jeder staunte wie gut Flip das macht.

Nachdem er durch die Handarbeit warm war und am Zügel lief, habe ich mich ich mich neulich mal wieder mit Westernpad draufgesetzt und bin ein wenig geritten. Er war bei der Handarbeit schon sehr flott, so dass ich kaum mitlaufen konnte, und war auch beim Reiten ziemlich zügig unterwegs. Allerdings scheint das Reiten für ihn doch anstrengender, den recht schnell hat er beschlossen, dass es dann nun reicht, als er gesehen hat, dass auch Funky Feierabend macht. 

Ich bin dann wieder abgestiegen, habe mich aber am Folgetag, als wir mit Lasse und Quendo spazieren waren, im Wald ein kleines Stück tragen lassen. 

An einem großen Baumstumpf habe ich angefragt, ob er damit einverstanden wäre und so bin ich vielleicht 100 m mit viel Loben ohne Sattel geritten. Das war auch richtig schön.






Alles in allem lief es richtig gut und am Montag habe ich abends vor der Bodenarbeitsstunde, beim warmlaufen schon gemerkt, dass er wieder richtig gut drauf ist. Ich habe ihn dann Lisa in die Hand gedrückt, die längere Beine hat und deutlich jünger ist.

Auch sie musste sich ganz schön beeilen, dass sie mit dem energiegeladenen Flip Schritt halten konnte. 

Wir haben daher beschlossen ihn zwischen durch kurz Rennen zu lassen, da er das offensichtlich brauchte. 

Er galoppierte wiehrend durch die Halle und bockte und freute sich über die Bewegung. 

Danach haben wir noch etwas Handarbeit gemacht, was ihn zwar etwas erstaunt hat, aber okay schien.

Er lief richtig gut und hatte auch richtig Spaß. 

Am nächsten Morgen hatten wir dann Hufschmietermin und da ist mir schon aufgefallen, dass er ohne Eisen sehr ungern stand und von einem auf den anderen Fuß getapst ist. Außerdem hat er vorne links versucht so gut es geht zu entlasten und den Fuß immer wieder stärker nach vorne gestellt. Das macht er ja schon oft, weshalb wir ja auch Wippen und die Gymnastik machen, damit er beide Vorderbeine gleichmäßig belastet. An dem Tag war es aber doch auffälliger. Als wir fertig waren hat Jojo auch kurz geschaut und meinte, die ersten Schritte wären aber nicht so gut gewesen. 

Andrea hatte am Dienstag nachmittag dann auch ins Büchlein geschrieben, er wäre im Trab nicht ganz klar gelaufen, weshalb sie ihn nur im Schritt bewegt hätte. Da habe ich mir noch nicht viel gedacht, da das mit den neuen Eisen schon mal passieren kann. Am Mittwoch war Nici eine große Runde mit ihm spazieren, Donnerstag Vormittag war wieder Andrea da und wieder dieselbe Meldung im Büchlein.

Als ich ihn dann abends nach einer Asphaltrunde in der Halle antraben wollte um zu sehen wie er läuft, bin ich dann doch richtig erschrocken. Er nickte stark und war eindeutig ziemlich lahm. Ich habe ihm daher gleich und an den Folgetagen eine Tablette Equioxx gegeben.

Lisa kam auch am Freitagabend noch vorbei um zu schauen, ob sie seinen Zustand mit
Lockerungsübungen verbessern kann, aber auch da lief er im Trab ganz gruselig. 

Vermutlich hat er sich am Montag übernommen, auch wenn man da noch nichts gesehen hat und der Schmiedtermin am Folgetag war vermutlich dann auch zu viel. Durch die viele Bewegung scheint sich in der Schulter eine Entzündung gebildet zu haben. Anders kann ich es mir kaum erklären, denn seine, ohnehin angeschlagene Schulter, war warm und er schien dort druckempfindlich. 

Der Tierarzt hatte ja schon damals gesagt, dass man ausprobieren müsste, wie viel man ihn bewegen kann und, dass, wenn es zu viel war, sich die Stelle mit der Sehnenverkalkung entzünden könnte. Tja, das scheint jetzt leider der Fall zu sein. Sch....

Da die Stelle an der Schulter auch warm war, habe ich mal Tonerde drauf gemacht in der Hoffnung, dass das hilft. Es gibt jedenfalls das Gefühl etwas zur Heilung versucht zu haben.

Außerdem habe ich natürlich gleich Carina ein Video geschickt wie er zu Fuß ist, woraufhin sie mir gestern Abend für 1 Woche Equipalazone mitgegeben hat, da Flip offensichtlich ein stärkeres Schmerzmittel mit Entzündungshemmer benötigt. So ein Glück, dass ich Carina als Freundin habe! Wenn ich sie um Rat fragen kann, bin ich immer beruhigter, weil sie Ahnung und meist auch passende Medizin, Ausrüstung ....hat.

Schon aus der Zeit mit Libelle weiß ich, dass dieses Schmerzmittel nur sehr schwer ins Pferd zu bekommen ist, weil es offensichtlich ekelig schmeckt. In die große Portion Heucobs sollte das Schmerzmittel auch nicht eingerührt werden, also habe ich es mit Müsli probiert. Das fand Flip alles andere als lustig und ich werde wohl die nächsten Tage auch bei der Medikamentenverabreichung kreativ werden müssen. 

Für den Notfall habe ich von ihr auch noch eine große Maulspritze bekommen und ich müsste das Medikament in Wasser auflösen. Das wird ihm gar nicht passen. Vielleicht habe ich aber ja auch mit dem Apfelmus, das ich gestern noch schnell gekauft habe, mehr Glück. 

Ich bin jedenfalls total frustriert, weil ich eigentlich, nachdem Flip so gut drauf war, schon gehofft hatte, dass ich doch jetzt wieder öfters mal reiten könnte. Das ist jetzt nun ein herber Rückschritt, denn so stark wie gerade, hat er bisher noch nie gelahmt. 

Ich hoffe sehr, dass die Entzündung schnell wieder verschwindet und er schmerzfrei wird. Falls bis Montag Abend keine deutliche Besserung eintritt, werde ich doch den Tierarzt rufen müssen, der vermutlich aber auch nicht viel mehr machen kann als Entzündungshemmer und Schmerzmittel zu verabreichen.

Wenn es Flip nicht gut geht geht es mir auch nicht gut. Bitte ganz fest die Daumen drücken, dass er schnell wieder fit wird.

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