Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Samstag, 3. April 2021

Happy Birthday, Aquino

Heute wäre der 30. Geburtstag von Aquino. 
Auch wenn er auf der großen Himmels-Koppel ist, denke ich oft an ihn 
Er war eine echte Persönlichkeit

Flips großes Vorbild und wie ein großer Bruder für ihn 


Gewisse Ähnlichkeiten gibt es auch zwischen ihnen ;-)
Er war immer an Flips Seite, hat ihn erzogen, beschützt, gespielt, zurechtgewiesen, gezeigt, dass man cool durchs Leben gehen, aber auch seinen Kopf durchsetzen kann, andere notfalls wegschieben kann, Schabernack aushecken kann....wie ein Bruder eben.
Wir hatten tolle, gemeinsame Ausritte.
Auch Libelle mochte ihn
Aquino im Kreis seiner Kumpel
Ich vermisse diese Knutschkugel und die Zeit mit ihm! 

Freitag, 2. April 2021

Schöne Ausritte und Überlegungen zu Flips Bewegung

Wie schön jetzt ein paar Tage frei zu haben solange das Wetter so schön ist. 

Auch heute Vormittag haben wir das tolle Osterwetter genutzt und sind in den Stammheimer Wald geritten. Jutta und ich haben letzte Woche Sonntag schon mal einen Ausflug rüber gemacht und zusammen den Wald erkundet. Da wir auf dem Weg direkt am Parkplatz des großen Edeka-Marktes vorbei müssen, bietet es sich an Ausflüge rüber nach Stammheim an Feiertagen oder Sonntagen zu machen. 

Letzten Sonntag war dort ziemlich viel los, daher sind wir heute morgen schon früher aufgebrochen. Der Wald ist ganz anders als der benachbarte Seewald. Überall geht es den Berg rauf und wieder runter und wir haben auch schöne kleine Pfade gefunden, die wir bei dem trockenen Boden mit den Pferden reiten konnten ohne etwas kaputt zu machen. 

Flip und Chexs sind freudig durch den Wald gestapft und wir konnten beobachten, dass Flip der wahrscheinlich auch mit Marie schon öfters mal drüben war, die Wege zu kennen schien. Jedenfalls hat er eine so gute Orientierung, dass er immer weiß wo es wieder nach Hause geht. 

Es war richtig schön und weil die Pferde auf dem Heimweg schon müde schienen (vor allem Flip), sind wir heimzus gelaufen, haben die beiden zwischendurch mal grasen lassen und uns nebenbei noch gut unterhalten. 

Auch gestern waren wir zusammen ausreiten, allerdings hatten wir gestern einen kleinen Zwischenfall, der zum Glück gut ausging. Flip ist beim Traben in auf einem Wiesenweg plötzlich mit dem Huf in ein Loch getreten und hingefallen. Schnell hat er sich wieder aufgerappelt und es ist zum Glück nichts passiert. Vor drei Jahren ist an ungefähr selber Stelle einem Pferd aus dem Nachbar Schal dasselbe passiert, es hat sich allerdings das Bein gebrochen. 

Dieser Vorfall, der zwar nicht sehr spektakulär war und zum Glück gut ausging, hat mir aber doch wieder vor Augen geführt, wie schnell etwas passieren kann und man sein Pferd verliert. Auch das Gespräch mit Anja über den Gesundheitszustand von Gayana und wenn ich sehe wie es Sammy und anderen Pferden in Flips Alter geht, lassen mich nachdenklich werden. Wir reiten zur Zeit als wäre Flip noch ein junger Bursche und ich bin sehr froh, dass er noch so fit ist. 

Nichtsdestotrotz, sollten wir sicherlich darauf achten, dass er vielleicht etwas mehr Ruhe brauchen bräuchte oder wir bei so harten, trockenen Böden vielleicht etwas langsamer tun. Höhere Gangarten sind dafür die Gelenke vermutlich nicht so bekömmlich. Andererseits bin ich schon der Meinung, dass es Pferden guttut wenn sie nicht übermäßig geschont oder verhätschelt werden, sondern regelmäßig ihre Bewegung haben. Flip muss ich ganz sicherlich bei uns nicht überarbeiten, aber mit 20 Jahren ist er eben nicht mehr der Jüngste. Das sind auch so Gedanken die mir kommen, wenn ich überlege wie wir die Tage unter uns Reiterinnen verteilen. Ich habe für ihn die Verantwortung und muss schauen, dass ich für ihn die gesündeste und beste Lösung finde.

Das heißt auch, dass ich morgen, obwohl das Wetter wieder richtig toll wird, nicht ausreiten gehe sondern einen Tag sattelfrei mache. Aber auch darauf freue ich mich und hoffe, dass ich die Halle tatsächlich für mich habe, in etwas laufen lassen kann und vielleicht etwas fahren vom Boden üben kann.

Nachher fahre ich auch noch mal rüber zu ihm, denn gestern ist ein neues Pferd angekommen und es gibt ja kaum was Spannenderes als zu beobachten wie die Herde neue Pferde aufnimmt. Bei jedem Pferd reagieren sie anders. Flip hat gestern auch schon kurz über das Gatter geschnuppert und abends Hallo gesagt. Mehr als ein kurzes abendliches Hallo war aber bei ihm auch nicht drin. Schneller als ich ein Foto machen konnte, verschwand er wieder im Fressständer. Mal schauen wie es heute Abend läuft. Gestern sah es jedenfalls alles ziemlich harmonisch aus.
Das wird übrigens Flips diesjähriges Koppelhalfter. 
Ist das nicht passend mit der kleinen Raupe Nimmersatt?

Als wir am Sonntag von unserem langen Ritt zurück kamen, war Flip müde und wollte in Ruhe einen Mottagsschlaf in der Sonne machen, aber seien Kumpels rückten ihm immer wieder auf die Pelle. 
Das sah dann so aus:

"Jetzt lasst mich doch mal schlafen!"
"Kannst du nicht mal was mit den Jungs machen?"
"Gut jetzt bespaßt Silvia die Jungs"
Luke ist eigentlich auch müde
Auch Chexs wollte den Spielaufforderungen von Roy nicht nachkommen sondern seine Ruhe
Nick und Luke haben sich dann doch wieder angeschlichen 

Sonntag, 21. März 2021

Wenn er kann, macht er was er will

Immer wieder beobachte ich, dass Flip die Art wie er bei Ausritten reagiert auf die Pferde, die uns begleiten abstimmt. Chexs hat immer wieder die Holzstapel neben dem Weg gruselig gefunden weshalb wir dort immer wieder gehalten haben, damit er sich alles in Ruhe anschauen kann. Mittlerweile weiß Flip, dass wenn wir mit Chexs unterwegs sind, wir an den Holzstapeln anhalten. 
Gestern hatte Flip dann so Spaß daran, gemütlich Holz hin-und herzuschieben, Holzklötze von Stapeln runter zu kicken, Laub zu knuspert, Rinde zu nagen und Moos von den Baumstämmen zu knabbern, dass wir ziemlich lang rumstanden. Chexs fand das Holz gar nicht mehr so spannend, aber Flip hätte sich, so wie es aussah, ewig damit beschäftigen können. 

Heute waren wir dann mit Roy unterwegs und bei ihm beobachte ich immer wieder, dass Flip seinen schwarzen Freund besonders abhärten möchte. 

Ob es in der Halle mit dem Rappelsack ist, den er ihm vor die Füße wirft oder ihm bei Ausritten Dinge zeigt. Flip konfrontiert Roy oftmals extra mit irgendwelchen Situationen, die Roy gruselig findet. Heute sind beide kurz erschrocken, da ein Schild umgefallen war. Flip ist dann hin, hat es angeschaut und mit den Zähnen so bewegt, dass das Schild auf dem Asphalt klapperte. Er schien extra so lange weiterzumachen bis Roy sich entspannte. 

Insgesamt war Flip heute wieder mal lustig drauf. Er hatte dauernd eigene Einfälle und es war offensichtlich, dass er keine Lust hatte auf großen, breiten Waldwege zu laufen. Immer wieder schlug er uns kleine Wege vor, auf denen wir noch nie waren (auch weil ich von oben besser sehen konnte, dass es Sackgassen waren), kletterte plötzlich steile Trampelpfad hoch und versuchte sein Ding zu machen. 

Das war zwar ganz lustig, aber heute hat er es etwas übertrieben. Als er dann im Stall wieder zur Gruppe gehen sollte, schlug er auch da wieder vor etwas anderes zu machen. Da er damit beim Ausreiten heute meist Erfolg hatte, weigerte er sich ziemlich vehement in den Stall zu gehen.

Ich schaute dann mal was er eigentlich wollte und ließ ihn (natürlich mit mir am Strick) loslaufen. Es war schnell klar, dass er grasen gehen wollte. Da es aber zu nass war, das Gras noch gar nicht richtig gewachsen ist und ich nicht angrasen wollte, versuchte ich ihn daran zu hindern. 

Ich muss zugeben, es war mir fast nicht möglich seinen Kopf wieder nach oben zu bekommen (nichts Neues), aber heute war er echt extrem stur. Das zeigte mir dann doch, dass ich seine Vorschläge das Programm zu bestimmen, doch etwas resoluter ablehnen muss, denn so geht's dann auch nicht und dazu hat er einfach zu viel Masse. Er ist echt ein toller, zuverlässiger Bursche, aber wenn über 600 kg Sturkopf losziehen... nee, nee das geht nicht! Das wurde mir heute wieder ganz klar, als ich wie ein Fähnchen im Wind an ihm hing. 
Vielleicht hat er ja gemerkt, dass mir sein 20. Geburtstag zu denken gab, dass er nun doch schon relativ alt ist und unsere gemeinsame Zeit womöglich nicht mehr so sehr lang sein wird.... jedenfalls vermutlich kürzer als die Zeit, die wir nun schon zusammen verbracht haben (15 Jahre). Daran will ich gar nicht denken, denn ich hoffe mein Großer begleitet mich noch lange und bleibt auch lange gesund!  
 
Es kann so schnell gehen, dass unsere 4-benigen Freunde krank werden und wir Gefahr laufen sie zu verlieren. Das wurde mir auch bewußt, als sein Kumpel Sammy (auch bald 20 Jahre alt) neulich Hufrehe bekommen hat. Der arme Kerl hat seither ziemliche Schmerzen und liegt viel um die Hufe zu entlasten. Das ist zwar wohl ganz gut so, aber es macht mich echt traurig ihn so zu sehen und ich hoffe sehr, er kommt bald wieder auf die Füße und erholt sich wieder. 

Sonntag, 14. März 2021

Happy Birthday, mein Großer

 
Heute habe ich mit Flip seinen 20. Geburtstag gefeiert. 

Morgens bin ich gleich zu ihm zum Gratulieren gefahren und habe Kuchen, Äpfel und Karotten in den Stall gebracht damit alle, die wollen, mit ihm feiern können. Ich finde jeder Geburtstag gehört gefeiert, aber der 20. ist für ein Pferd schon besonders. Ich bin froh, dass er noch so fit ist und man ihm sein Alter nicht (arg) anmerkt und denke, meine Versorgung, seine Unterbrignung und Fürsorge im Stall und seine Bewegung tun ihm gut. Hoffentlich haben wir noch viele, schöne, gemeinsame Jahre vor uns!   

Mein Hübscher hat außerdem noch ein neues Halfter, natürlich Knutscher und Umarmungen bekommen!

So sah er aus, als er mit 5 Jahren zu mir kam. Ich finde, da sieht er schon noch nach einem jungen Bürschchen aus. süß! 

Zeit für einen Rückblick:
Als Libelle gestorben war, wollte ich erst kein Pferd mehr (eigentlich wollte ich eh nicht unbedingt ein eigenes Pferd) aber dann merkte ich, das mir das doch ganz schön fehlte. Nicht unbedingt das Reiten, aber einfach der Umgang mit einem Pferd und da Kay ja Aquino hatte, war schnell klar, dass ein Freiberger zu mir passen könnte. Vielleicht nicht so dominant und "energiesparend" wie seine Knutschkugel, aber Aquinos Coolness und sein liebenswerter Charakter hatten es mir angetan. 
Auf dem Bild mit Aquino fällt mir auf, ich war auch ganz schön jung :-)

Im August 2006 hatten wir Flip schon in Saignelegier als Verkaufspferd gesehen und vorallem Kay sprang er ins Auge.
Hier ist er vorne mittig im Bild:
... und hier mit "roter Reiterin":
Damals war ich aber nicht auf der Suche nach einem Pferd, denn Libelle lebte da noch und für mich war klar, sie ist und bleibt mein einziges Pferd.
Da wusste ich aber ja noch nicht, dass dieser kleine Fratz mir 5 jährig über den Weg läuft und sich für mich entscheidet.
Ist er nicht einputziges Pferdekind gewesen?
Hier als Spargeltarzan voll im Wachstum:
Mit seiner Mutter und den beiden Schwestern:
Und hier nun in Avenches im September 2006 als wir ihn entdeckten, proberitten und ich mich entscheid, dass er mein Pferd werden soll.
Wir (Kay und ich) haben ein paar Pferde angeschaut, aber keines war das Richtige. Kay sagte immer nachdem er zuerst drauf saß "ich finde es ganz gut, aber für dich ist es nichts". Bei Flip ritt ich zu seinem Erstaunen zuerst und auch wenn ich mich auf so einem jungen Pferd unsicher fühlte und das ganze Tammtamm drumrum aufregend war, entschied ich, dass wir ihn am folgenden Wochenende bei ihm zu Hause nochmals probereiten, bevor wir es fest machten.    
Da auch dort alles klappte, wir merkten, dass nur er uns im August als Verkaufspferd auffiel, wir nur seinen Vater bei den Zuchthengsten fotografierten, war klar -> er wird mein Pferd!  
Im Oktober 2006 kam er dann und mit Hilfe von Aquino und Kay wurde aus ihm so ein zuverlässiger, toller Bursche! (DANKE euch beiden!)
 Herr Jeannaret vom jurasischen Zuchtverband hatte damals recht, dass ich mit Flip einen Freund bekommen würde.   

Auf die nächsten mindestens 10 Jahre, mein Großer!!!