Letzten Sonntag war dort
ziemlich viel los, daher sind wir heute morgen schon früher aufgebrochen. Der Wald ist ganz anders als der benachbarte Seewald. Überall geht es den Berg rauf und wieder runter und wir haben auch schöne
kleine Pfade gefunden, die wir bei dem trockenen Boden mit den Pferden reiten
konnten ohne etwas kaputt zu machen. Flip und Chexs sind freudig durch den Wald gestapft und wir konnten beobachten, dass Flip der wahrscheinlich auch mit Marie schon öfters mal drüben war, die Wege zu kennen schien. Jedenfalls hat er eine so gute Orientierung, dass er immer weiß wo es wieder nach Hause geht.
Es war richtig schön und weil die Pferde auf dem Heimweg schon müde schienen (vor allem Flip), sind wir heimzus gelaufen, haben die beiden zwischendurch mal grasen lassen und uns nebenbei noch gut unterhalten.
Auch gestern waren wir zusammen ausreiten, allerdings hatten wir gestern einen kleinen Zwischenfall, der zum Glück gut ausging. Flip ist beim Traben in auf einem Wiesenweg plötzlich mit dem Huf in ein Loch getreten und hingefallen. Schnell hat er sich wieder aufgerappelt und es ist zum Glück nichts passiert. Vor drei Jahren ist an ungefähr selber Stelle einem Pferd aus dem Nachbar Schal dasselbe passiert, es hat sich allerdings das Bein gebrochen. Dieser Vorfall, der zwar nicht sehr spektakulär war und zum Glück gut ausging, hat mir aber doch wieder vor Augen geführt, wie schnell etwas passieren kann und man sein Pferd verliert. Auch das Gespräch mit Anja über den Gesundheitszustand von Gayana und wenn ich sehe wie es Sammy und anderen Pferden in Flips Alter geht, lassen mich nachdenklich werden. Wir reiten zur Zeit als wäre Flip noch ein junger Bursche und ich bin sehr froh, dass er noch so fit ist.
Nichtsdestotrotz,
sollten wir sicherlich darauf achten, dass er vielleicht etwas mehr Ruhe
brauchen bräuchte oder wir bei so harten, trockenen Böden vielleicht etwas
langsamer tun. Höhere Gangarten sind dafür die Gelenke vermutlich nicht so
bekömmlich. Andererseits bin ich schon der Meinung, dass es Pferden guttut
wenn sie nicht übermäßig geschont oder verhätschelt werden, sondern regelmäßig
ihre Bewegung haben. Flip muss ich ganz sicherlich bei uns nicht überarbeiten,
aber mit 20 Jahren ist er eben nicht mehr der Jüngste. Das sind auch so
Gedanken die mir kommen, wenn ich überlege wie wir die Tage unter uns
Reiterinnen verteilen. Ich habe für ihn die Verantwortung und muss schauen,
dass ich für ihn die gesündeste und beste Lösung finde.
Das
heißt auch, dass ich morgen, obwohl das Wetter wieder richtig toll wird, nicht
ausreiten gehe sondern einen Tag sattelfrei mache. Aber auch darauf freue ich
mich und hoffe, dass ich die Halle tatsächlich für mich habe, in etwas laufen
lassen kann und vielleicht etwas fahren vom Boden üben kann.
Nachher fahre ich auch noch mal rüber zu ihm, denn gestern ist ein neues Pferd angekommen und es gibt ja kaum was Spannenderes als zu beobachten wie die Herde neue Pferde aufnimmt. Bei jedem Pferd reagieren sie anders. Flip hat gestern auch schon kurz über das Gatter geschnuppert und abends Hallo gesagt. Mehr als ein kurzes abendliches Hallo war aber bei ihm auch nicht drin. Schneller als ich ein Foto machen konnte, verschwand er wieder im Fressständer. Mal schauen wie es heute Abend läuft. Gestern sah es jedenfalls alles ziemlich harmonisch aus.
















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