Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Montag, 1. Mai 2023

Umzug in den kleinen Laufstall zu dritt

So, jetzt kann ich euch berichten wie es mit dem Umzug von Flip, Luke und Cash in den kleinen Laufstall bei uns auf dem Hof gelaufen ist. 

Am Samstag morgen wurde der Stall nach Auszug der Vorgänger-Pferde schnell gemistet, Gayana zog runter neben Sue (Danke an Anja, dass du damit ermöglicht hast, dass Flip dort im Laufstall auch einziehen konnte!), das Gatter auf den Paddocks wurde entfernt und die Trennwand im Liegebereich kam raus. 

Ruckzuck ist der neue, kleine Laufstall mit großem Liegebereich, Auslauf, großer Heuraufe außen und Eckraufe innen (in die auch, wie man sieht, 2 große Pferdeköpfe reinpassen) für die 3 Pferde bereit gewesen.





Ganz wichtig, die Raufen sind so, dass sich Flip nicht mehr reinpressen muss und so habe ich die Hoffnung, dass sich seine Schulter beruhigt und ich ihn dann mit Stoßwellentherapie und Krankengymnastik wieder aufbauen kann. Ich hoffe sehr, er läuft dann wieder lahmfrei und wir können wieder schöne Ausritte machen!

Zurück zum Umzugstag:  

Wir haben dann noch die Holzstämme, die ich von der Domäne mitgebracht hatte, aufgehängt, damit die Pferde, wenn sie Langeweile haben oder Stress abbauen müssen, etwas zu nagen haben, und fertig war alles.

Sabine, Denise und ich haben dann die Pferde in Ruhe geputzt und sind zuerst gemeinsam spazieren gegangen, haben die Pferde in aller Ruhe versorgt und 3 Jungs dann nach gemeinsamen Grasen gleichzeitig in den Stall gelassen, damit sie zusammen ihr neues zu Hause erkunden können. 

Sie waren anfangs etwas erstaunt wo sie sind und haben sich alles sehr neugierig angeschaut. 

Flip fand die Tränke dort oben anfangs irgendwie sehr seltsam, hat sich das dann aber von Luke erklären lassen.

Vor allem begannen alle 3 umgehen damit kleinste Grashälmchen aus den Ritzen der Steine zu zupfen und die Rasenkante zwischen Stall und Koppel abzunagen. Da waren sie sich einig, dass dies oberste Priorität hat. 




Es hat alles richtig toll geklappt, sie haben alles zusammen angeschaut waren friedlich und blieben auch lange total entspannt.

Sie kannten sich ja auch vom großen Laufstall auch wenn Cash sicherlich ein halbes Jahr wegen einer Hufgelenksarthrose in der Krankenbox stehen musste und die letzten 4 Wochen dann eine Paddockbox bezogen hatte.

Luke und Flip sind eh gute Kumpel und haben zusammen mit Nick ja den Spitznamen die 3 Musketiere gehabt. Schade, dass Nick nicht auch oben miteingezogen ist. Er hat (wie auch ein paar andere Kumpels) sehnsüchtig rübergeschaut und gehofft, man holt auch ihn dazu (so sah es jedenfalls aus).

Wir haben uns für Samstag,  Sonntag und den heutigen 1. Mai Feiertag extra Zeit genommen, dass wir die Pferde gut beobachten und integrieren können. 

Am Samstag hatten wir uns mit Käsekuchen, Hefezopf, Brezeln, Kaffee und guter Laune mit Stühlen direkt an den Laufstall gesetzt. Nachdem alles ganz gut geklappt hat, haben wir uns für gestern abgestimmt wer wann kommt, so dass immer jemand in der Nähe ist und die ersten Tage auch kein Pferd ganz alleine im Stall zurück bleibt. 



Es lief zwar alles in allem super gut, aber am ersten Abend hatten sich die drei dann doch ziemlich gekappelt. Es war so als hätten sie gedacht, dass sie einen netten Ausflug gemacht haben und nach der ausgiebigen Erkundung des neuen Stalls, wurde ihnen langweilig und die Stimmung kippte gegen 16 Uhr. 

Das ist auch im großen Stall immer eine kritische Zeit gewesen wenn der Hunger kommt, wenn gegen 17 Uhr gefüttert wird. 

Außerdem war an dem Tag dann gleichzeitig etwas Trubel im großen Laufstall und die Pferde hörten, dass am Pferdeanhänger ein- und ausgeladen wurde. Das sorgt auch gern für Aufregung.

Ich muss zugeben, der Stress bei den 3 Jungs ging, so wie ich es sehe, wohl von Flip aus, der Luke und Cash gleich mal klar machen wollte, dass alles auf sein Kommando hört. 

Das war absolut überflüssig, wie ich finde, denn schon durch kleine Gesten hatten Luke und Cash signalisiert, dass sie Flips Chefrolle auch in der 3er-WG akzeptieren. Wozu auch immer er die beiden dann in die Ecke hinter der Raufe drängen und Rabatz machen musste, weiß ich nicht sicher, fand es aber ärgerlich. 

Anni meinte, es hätte sicher kleine Gesten gegeben, die Flip zeigten, dass die Klärung nötig ist. Na ja, wenn sie meint ... schön war´s trotzdem nicht.

Also der Stall ist, wenn alle gemütlich und gechillt sind, wirklich sehr groß, als sie aber miteinander Stress bekommen haben und durch die Gegend traben, Hinter an Hintern hingen, stiegen... sah die Sache schon etwas anders aus. Ich war aber froh, dass auch Denise dabei war und wir uns abstimmen konnten, wann man wohl einschreiten muss.

Ich habe dann Flip, als er nicht aufhören wollte, geschnappt und 5 Minuten in der Halle rumgeführt, damit er wieder runterkommt und bin dann zusammen mit ihm wieder reingegangen. Er hat akzeptiert, dass ich solches Verhalten nicht toleriere und offensichtlich war auch zwischen allen 3 Jungs mit diesem Zwischenfall alles geklärt. Jedenfalls gab es bisher, wir klopfen auf Holz, keine weiteren Zwischenfälle.

Im Gegenteil, wir haben alle erfreut zur Kenntnis genommen, dass alle 3 Pferde schon ab der ersten Nacht wohl im Liegebereich gelegen sind und sich offensichtlich so sicher fühlen, dass sie dort oben gut schlafen. 

Gestern haben wir die Beobachtungsdistanz etwas vergrößert und haben die Jungs über den großen Laufstall hinweg (oder wenn es zu kühl wurde) vom Auto aus beobachten. Klar, um 16 Uhr waren wir auch unserem auf Beobachtungsposten und bereit im Notfall einzuschreiten. war aber nicht nötig, denn es blieb alles ruhig. Juhu!. 



Unglaublich ist, dass vor allem Flip und Luke fast ununterbrochen Heu fressen oder innen am Stroh knabbern. Da werden doch tatsächlich selten Pausen gemacht um mal ein Nickerchen zu halten. 

Ich hoffe, die Pferde merken, dass dort oben Tag und Nacht Heu zur Verfügung steht und sie nicht dauernd fressen müssen, als würde es kein Morgen mehr geben.

Bei der Kappelei hat sich Flip leider entweder selber verletzt oder eventuell auf der Innenseite des Beins einen Schmiss von Lukes Hufeisen abbekommen. Nicht wirklich schlimm, allerdings wird das Bein gerade leider dicker. 

Zum Glück haben wir Carina im Nachbarstall, die immer mit Rat und Tat zur Seite steht und mich beruhigt und beraten hat. Flip hat daher, wie man auf den Bildern sieht, entweder Tonerde oder einen Verband am Bein und ich hoffe, die Verletzung schwillt bald wieder ab.

Ich hatte heute auch schon das Gefühl, dass Flip den neuen Stall als sein neues zu Hause akzeptiert hat und er nach dem Grasen dort auch gerne wieder reingegangen ist. 

Jetzt schauen wir mal wie sich die Pferde verhalten wenn in den nächsten Tagen auch ab und zu mal einer alleine im Stall sein muss. Ich denke aber, das klappt ganz gut, denn als ich heute morgen Flip zum Verarzten rausgenommen habe, während Cash in der Halle war, hat das Luke jedenfalls nicht groß interessiert. 

Das wäre schön, wenn das alles so bleiben würde und wir da oben eine harmonische, nette Männer-WG hätten. Der Anfang lief jedenfalls gut.

Sonntag, 23. April 2023

Flip ist von der Klinik zurück

Am Freitag konnte ich Flip aus der Klinik wieder abholen. Zum Glück!

Ich hatte ja schon geahnt, dass es mit der Kommunikation schwierig wird, allerdings wäre es schön gewesen, wenn ich positiv überrascht worden wäre. 

Am Montag hatte ich Flip mit Carina zusammen dort abgeliefert und auf dem Anmeldebogen konnte man ankreuzen wenn man werktags täglich eine Information bekommen möchte, wie es seinem Pferd geht. Das habe ich natürlich gemacht. 

Er hat für den ersten Abend und die Nacht eine Box gleich bei der Anmeldung bekommen, von der aus er alles beobachten konnte.  

Am Dienstag war dann die Szintigraphie und ich habe nichts von der Klinik gehört. Am Mittwoch sollte ich von einem Tierarzt eine Auswertung der Untersuchungen erhalten und mit ihm besprechen was bei der Szintigraphie herauskam und welche Behandlungen am Folgetag stattfinden können. Da Flip radioaktiv gestrahlt hat, musste er bis Freitag nachmittag in einer Quarantänebox bleiben. Er hatte wohl einen Boxennachbar, aber ansonsten werden diese Pferde wohl nur kurz versorgt und haben auch keinen Kontakt zu anderen Pferden. Das ist natürlich vor allem für ein Pferd, Laufstall gewöhnt ist, hart.

Mir wurde zugesagt, dass trotzdem donnerstags schon weitere Untersuchungen oder Behandlungen stattfinden könnten. Am Mittwoch habe ich mehrfach in der Klinik angerufen, aber den Arzt nie ans Telefon bekommen und um 18 Uhr kam dann die Meldung, dass er erst am Folgetag anrufen wird. Ehrlich gesagt fand ich das schon ziemlich ätzend, denn von "jeden Tag bekommt man eine Auskunft die es dem Pferd geht", war das schon weit entfernt und man macht sich ja immerhin auch Sorgen um sein Pferd.

Am Donnerstag Mittag habe ich dann endlich einen Anruf von Dr. Paschke erhalten, der mir berichtet hat, dass bei der Szintigraphie Knochenveränderungen an den letzten Halswirbeln und der Schulter entdeckt wurden. Er riet dazu daraufhin die Schulter und die Halswirbel zu röntgen. Ich fragte dann wie es denn mit Ultraschall aussehen würde und, ob er nicht auch der Meinung wäre, dass Flip eventuell auch einen Nerv eingeklemmt haben könnte oder irgendwelche Weichteilprobleme hätte. Er hielt das zwar für möglich, fand aber, dass die richtige Reihenfolge mit Röntgen starten würde. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass geröntgt wird und dann Ultraschall gemacht wird sowie, dass er sich daraufhin wieder meldet. 

Nach beiden Untersuchungen hat er dann angerufen und berichtet, dass ich doch recht gehabt hätte und sich herausgestellt hat, dass Flip an der Bizepssehne Verkalkungen und außerdem noch entzündete Schleimbeutel der Schulter hätte. 

Auf meine Frage wie es nun weitergeht, kam als erstes, dass er das Foto von den Fressständern gesehen hätte und er dies für die Ursache hält, die so schnell wie möglich abgestellt werden müsste. Damit war klar, dass Flip in den kleinen Laufstall, der ab Mai frei wird, umziehen wird. 

Er sollte jetzt erstmal ein Vierteljahr Schritt gehen damit alles etwas zur Ruhe kommt. Spritzen wollte er es nicht, denn damit kann die Sehne wohl auch Schaden nehmen. 

Man könnte versuchen die Verkalkungen zu operieren, allerdings riet er davon ab, da man nicht sicher ist, ob man die Verkalkungen komplett entfernen kann und sie durchaus wieder auftreten können. Die ca. 2500 Euro meinte er, würde er sich sparen wenn es sein Pferd wäre. Das sehe ich auch so. 

Am Freitag wurde Flip dann noch mit Stoßwelle behandelt, was wohl helfen kann und zum Glück ohne Sedierung ging, denn er war wohl dabei mit einer Schleckschale beschäftigt. Futter zieht bei ihm halt immer.

Da die Strecke von der Klinik nach Hause verkehrstechnisch eher schwierig ist und wir mit Staus gerechnet haben, haben wir Flip ausnahmsweise statt um 15 Uhr schon gegen 14 Uhr abholen dürfen. 

Zum Abholen hat mich Margit begleitet und ist rückzus gefahren, denn meine Nerven lagen schon ziemlich blank. Nachdem ich die Klinikrechnung bezahlt habe, wurde Flip geholt. 

Er war sehr aufgeregt und sah auch sehr dünn aus. Er war so hibbelig, dass ich erstmal eine ganze Weile auf dem Hof mit ihm hin und her laufen musste und zum Anziehen der Transportgamaschen haben wir ihn grasen lassen müssen, damit er wenigstens mal kurz still steht. Da ging mir schon mächtig die Düse wie wir ihn nach Hause bringen sollen. 

Zum Glück hat Margit Ruhe bewahrt, wir haben ihn verladen und sind tatsächlich ohne Stau zurück in den Stall gekommen. Auch dort war Flip noch ziemlich aufgeregt und ich habe geschaut, dass er viel Heu zur Verfügung hat, damit er nicht gleich das ganze Stroh frisst. Da er ja 5 Tage auf Spänen stand, kann es sonst leicht zu Kolik kommen.

Ich habe ihn dann noch in der Halle herumgeführt und so gut es geht bespaßt, allerdings war er vom Gemüt her so gar nicht das Pferd, das ich sonst kenne. Abends haben wir dann schon recht früh Chris neben ihn gestellt, damit er ruhiger ist. So kenne ich Flip nicht.

Wenn ich mir so anschaue wie wenig er geäpfelt hat, dafür dass er bei uns sehr viel Heu gefressen hat, ist auch klar, dass er dort wohl nur sehr wenig zu fressen bekommen hatte. Er schien also so schlank weil einfach Magen und Darm leer waren. Vielleicht weil er am Dienstag und Donnerstag sediert werden musste und sie auch nicht wussten, ob er womöglich auch für die Stoßwelle eine Sedierung braucht. 

Am Samstag in aller Früh war bei uns im Stall Tiefmisteln angesagt. Anni hat mich dann kurz vor 7 Uhr morgens angerufen und Bescheid gegeben, dass sich Flip sehr aufregt. Das hieß, raus aus dem Bett und ohne Frühstück ab in den Stall. Flip war wirklich mit den Nerven durch. Ich habe ihn versucht in Ruhe, angebunden in der Notbox draußen zu putzen und ihn zu beruhigen. Damit er etwas Stress abbauen kann, wollte ich ihn wieder, wie am Vortag in der Halle führen. Dazu musste ich allerdings hinten aus dem Stall heraus und über die Straße nach vorne zur Halle laufen. Ganz schön hibbelig war mein Pony, aber der Weg war zum Glück nicht so lang.

In der Halle hat er sich aber zum Glück wieder relativ schnell beruhigt, gewälzt und ich konnte ihn schließlich auch in der Halle zurücklassen während ich seine Box gerichtet habe. 

Wir haben dann 4 Stunden miteinander verbracht bis der Stall fertig war und er wurde nach und nach wieder entspannter. 

Hunger hat er immer noch ziemlich und so habe ich auch heute geschaut, dass er möglichst häufig aus der Box draußen ist um nicht ständig zu fressen. 

Am Morgen war ich zusammen mit Steffi und Rocket eine Asphaltrunde. Da lief er schon wieder brav mit, auch wenn er mehrfach wiehern musste.

Nachmittags kam ich dann auch noch mal, damit er mit seinen zukünftigen WG-Partnern Luke und Cash zusammen grasen konnte. Nun ist er wieder der Alte, der allerdings nicht so recht versteht wozu er in der Eingewöhnungsbox wohnen soll. Schön, dass seine Feunde hin und wieder vorbeikommen und ihn besuchen.

Dieses Mal kann ich ihn ja auch nicht während ich miste in den Fressständer stellen, was es etwas schwieriger macht. Die Zeit in der Box ist aber absehbar und wir hoffen alle, dass die 3 Jungs sich dann in ihrem kleinen Laufstall gut vertragen und schnell einleben.

Ich hatte zwar immer gehofft, dass Flip in der großen Herde bleiben kann, aber mein Kopf sagt mir, dass er eben nicht jünger wird und es nun eigentlich optimal ist, dass alle 3 Pferde gleichzeitig dort einziehen können und keiner als Eindringling in ein schon besetztes Revier zieht. 

Die drei müssten sich auch eigentlich gut verstehen, denn sie kennen sich und es ist eigentlich auch ausreichend Platz. Wenn dann bald auch noch die Koppel eröffnet wird, steigert das ja auch noch die Laune der Pferde. 

Flip darf zwar jetzt ein viertel Jahr eigentlich nicht traben und galoppieren, was im Normalfall bedeuten würde, dass er auch nicht auf die Koppel dürfte, aber ich hoffe einfach, er macht es so wie die Jahre vorher und frisst einfach statt rumzurennen. Vom kleinen Laufstall auf die Koppel müssen sie ja nicht mal den Treibgang herunter sondern sind schon nach 2 Metern auf dem begehrten Grün...und selbst wenn er ein paar Hüpfer macht… das muss die Schulter aushalten.

So, und nun gehe ich dann schlafen. Die Woche war nervenaufreibend und das Wochenende fast nur mit Bespaßung des Pferdes, Misten, Füttern, Hänger putzen…. im Stall zu verbringen, macht müde. 

Das wird das neue Pferdeteam des oberen Laufstalls:

Schön, dass er wieder da ist!!!!

Sonntag, 16. April 2023

Morgen geht´s in die Klinik

So, nun rückt langsam der Tag der Fahrt in die Klinik näher und mir geht ehrlich gesagt schon ziemlich die Düse. 

Mitte der Woche habe ich mich sogar einen Tag vom Büro  krank melden müssen, weil mein Magen schon rebelliert hat. Übers Wochenende war ich jetzt mit meiner Mutter und meiner Schwester im Wellness, was es echt gut getan hat und mich auf andere Gedanken gebracht hat.

Mit der Klinik habe ich auch noch mal telefoniert um anzufragen wie alles abläuft. Also Morgen, am Montag zwischen 15 und 18 Uhr können wir kommen, Dienstag morgen gibt es für ihn nur ein kleines Frühstück und Bewegung und dann wird die Szintigraphie durchgeführt.  Da die Pferde radioaktives Mittel gespritzt bekommen, müssen sie dann dort noch 3 Tage zum "Abstrahlen" in Isolierboxen bleiben. Am Mittwoch wird ein Tierarzt die Ergebnisse anschauen und dann erhalten wohl Dr. B. und ich einen Anruf, in dem abgestimmt wird, wie es nun weitergeht. Am Donnerstag können dann weitere Untersuchungen wie z.B Röntgen oder Ultraschall erfolgen und Freitag Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr kann er wieder abgeholt werden. 

Ich bin heilfroh, dass uns Carina fährt, denn ich befürchte meine Nerven werden blank liegen und dann ist es besser wenn sie dabei ist. Sie ist eh die optimale Begleitung, weil sie sich gut auskennt und die richtigen Fragen stellen kann. Zum Abholen geht dann eventuell Margit mit, damit wir Flip vielleicht schon gleich um 15 Uhr verladen können bevor der große Berufsverkehr losgeht.

Als ich neulich Flip im Fressstand beobachtet habe, ist mir plötzlich aufgefallen, dass wir vielleicht die Ursache für das Lahmen immer vor unseren Augen hatten. Wenn ich mir anschaue wie er sich beim Fressen immer in die 2 Stangen am Fressständer presst, kann ich mir vorstellen, dass das auf Dauer ein Problem hervorrufen kann. Er hat immer das linke Bein vorne und presst die linke Schulter so weit es geht an die Stange. Genau dort wo nun Muskulatur fehlt, verläuft dann die Stange und hin und wieder konnte ich auch beobachten, dass ihm bei diesen Aktionen die Füße weggerutscht sind. 

Bei Dr. B. habe ich das mal in einem Telefonat angesprochen und erhält es durchaus für möglich, dass sich dort entweder Schleimbeutel entzündet haben könnten oder er sich einen Nerv verletzt oder abgedrückt hat.

Das würde auch erklären warum das Lahmen nicht verschwindet und trotz Schonen eigentlich unverändert blieb. 

Ich werde mal von der Futtersituation Fotos mitnehmen, damit sie in der Klinik vielleicht dahin gehend auch noch mal schauen könnten, falls man sich sonst keine Ursache erklären kann.

Falls das tatsächlich die Ursache sein sollte, können wir diese allerdings, wenn er weiter in der Herde lebt, nicht abstellen, denn er hat ja Tag ein und Tag aus und auch nachts immer Zugang zum Fressständer. Dass er nicht wie irre in den Fressstand drücken soll, weiß er eigentlich, weil ich ihn immer wenn ich das sehe schimpfe, daher hier auch zur Verdeutlichung das Bild, auf dem Luke, der das auch macht. Wenn ich nämlich mit gezücktem Handy vor Flip stehe, macht er es nicht so krass. Tja, ich kann Flip aber wohl schlecht erklären, dass er dieses Verhalten bleiben lassen soll um die Schmerzen im Bein loszuwerden.

Andere Pferde würden sich damit vielleicht abfinden wenn Heu mal nicht in Reichweite liegt, aber wenn Flip an Futter ran möchte, kann er auch über Schmerz hinwegsehen. So gut kenne ich ihn mittlerweile, dass ich das sagen kann. Ist ja mit dem Grasen unterwegs auch so. Paar Büschel Gras sind es ihm wert geschimpft zu werden und mal die Gerte zu spüren zu bekommen.

Also, wenn das die Ursache sein sollte, müsste ich an seiner Haltung etwas ändern. Mit Anni und Walter habe ich darüber schon gesprochen und auch sie halten es für möglich, dass wir hier auf der richtigen Spur sein könnten. Sonst gibt es ja wenig Anhaltspunkte, denn einen Schlag hat er nicht abbekommen, hingefallen ist er nicht und auch sonst ist uns nichts speziell aufgefallen. 

Um das Problem zu lösen, hätte Flip gerade noch die Chance in den kleinen Laufstall nach oben umzuziehen. Dieses Angebot haben mir Anni und Walter schon einmal gemacht, ich hatte es nur bisher abgelehnt. Je länger ich mir das aber überlege, desto eher tendiere ich dazu diesen Schritt zu tun. 

Er würde dort mit einem seiner besten Freunde, Luke, und Cash einziehen können und die 3 Jungs hätten einen schönen, separaten Stall mit Liegebereich, Heuraufe und Auslauf. Flip wird ja nicht jünger. Das muss ich mir vielleicht auch immer wieder vor Augen führen und dort oben müsste ich mir auch keine Gedanken machen, wie er wohl klarkommt, wenn neue Pferde integriert werden oder er in der Reihenfolge noch weiter abrutscht. 

Wir sind nun so verblieben, dass wir erstmal den Klinikaufenthalt abwarten und schauen, ob die Vermutung mit dem Fressständer überhaupt in Frage kommen würde. Solange das nicht klar ist und Flip wohlbehalten zurück ist, ist mein Hirn eh nicht ganz klar.

Ich bin noch hin und hergerissen wie ich mich wegen des Stalls (auch unabhängig von der Klinik) entscheiden soll. Mein Kopf sagt klar, dass der kleine Laufstall nun eine super Lösung wäre und eigentlich alles dafür spricht Flip mit den beiden anderen Jungs nach oben zu stellen. Andererseits sind seit 01.06.2008 dort im Stall und Flip hat sich in der Herde immer sehr wohl gefühlt und hätte im großen Laufstall natürlich mehr Platz und Möglichkeiten zu entscheiden was er machen möchte und wo/wie er seine Zeit verbringt, kann an seinem Lieblingsplatz im Sand in der Sonne dösen.....

Nun aber Schritt für Schritt und der erste Schritt heißt Klinik. 

Ich hoffe, dort läuft alles gut und Flip kommt wohl behalten mit einem guten Diagnose und guten Behandlungsmöglichkeiten wieder zurück, so dass wir noch viele schöne gemeinsame Jahre haben.

Bitte alle Daumen drücken!

Samstag, 1. April 2023

Komplikation, die an die Nerven ging

Wie schon wie schon im letzten Post angekündigt, kam Dr B am Donnerstag Mittag um weiter abzuspritzen und zu suchen was die Ursache für Flips Lahmheit ist. Leider gab es aber schon gleich bei der ersten Spritze Komplikationen und der Nerv des linken Beins wurde getroffen. Das hatte zur Folge, dass Flip keine Kontrolle mehr über das linke Bein hatte und immer wieder, wenn er den Fuß nach vorne bewegen wollte, fast gestürzt ist.

Ich kann euch sagen, das ist etwas, was an die Nerven geht....vor allem weil wir ihn in em Zustand von vorne vom Putzplatz bis in die Eingewöhnungsbox bringen mussten und dieser Zustand nicht wie angekündigt 1,5 bis 2 Stunden anhielt sondern 5 Stunden. Das heißt ich saß den ganzen Nachmittag bei ihm in der Box und sobald er Anstalten gemacht hat eventuell in der Box eine kleine Bewegung zu machen, musste ich aufspringen und ihm behilflich sein den Fuß wieder richtig abzustellen. Selbst bei Schlafen ist er plötzlich ungeknickt. Das ist kein Zustand den man an seinem Pferd sehen möchte. Als er wieder sicher auf dem Fuß stand, konnte ich dann gegen 18 Uhr nach dem unendlich langen Nachmittag heim gehen.

Am Folgetag konnte Flip zwar wieder laufen, wir sind durch die Halle gegangen, er hat sich ausgiebig gewälzt, aber da er nicht 100% sicher auf den Füßen schien bzw. nicht ganz gut zu Fuß war,, habe ich ihn danach sicherheitshalber wieder in die Box gebracht. Das stürmische Wetter und die damit etwas aufgeheizte Stimmung im Stall mit einfach zu gefährlich.

Am Montag wollte Dr B nochmals versuchen den Ellenbogen abzuspritzen und der nächste Schritt wäre die Schulter gewesen. Da er aber sagte, bei der Schulter besteht noch größere Gefahr die Nerv zu treffen und, dass das dann richtig übel aussieht, habe ich dieses Programm nach etwas überlegen abgesagt. Da eh nicht sicher war, ob wir durch das Abspritzen wirklich herausfinden können was das Problem ist, wäre der nächste Schritt Flip in die Klinik zu bringen zur Szintigraphie Da diese Maßnahme mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin nötig wäre, habe ich mich entschlossen das Abspritzen des Ellenbogens und der Schulter nicht durchführen zu lassen und habe für Flip einen Kliniktermin ausgemacht. Da  zwischen Abspritzen und Szintigraphie 10 Tage liegen müssen, kann ich den Termin gleich am Dienstag nicht nutzen, sondern werde Flip am Montag 17. April für die Behandlung, die dann am 18. April stattfindet, in die Klinik nach Kirchheim bringen. Zum Glück hat sich Carina bereit erklärt uns zu fahren. Darüber bin ich unglaublich froh, denn meine Nerven liegen an dem Tag sicherlich blank. (Tun sie jetzt schon)

Bei der Szintigraphie wird dem Pferd radioaktives Mittel gespritzt und daraufhin mit einer Kamera untersucht an welcher Stelle entzündliches Gewebe ist. Ich hoffe, sie finden so heraus was das Problem ist. Eine doofe Nebenwirkung dieser Art der Untersuchung ist allerdings, dass die Pferde dann radioaktiv strahlen und er bis Freitag Nachmittag in der Klinik bleiben muss. Zu allem Überfluss müssen die Pferde aufgrund der Strahlung dann auch noch isoliert werden und haben weder die Möglichkeit Besuch zu bekommen, noch kümmert man sich sonst noch größer um die Pferde. Mir wurde aber versprochen, dass er eine Box mit Fenster bekommt und dass noch andere Pferde zu Szintigraphie im Stall sein werden, so dass diese Pferde wenigstens beieinander stehen.

Ich hoffe sehr, dass Flip, der alle Untersuchungen/Behandlungen bisher wirklich sehr brav mitmacht, dort keine schlechten Erfahrungen sammelt und mit einer guten Diagnose, die noch dazu gut zu behandeln ist, und ohne Schäden nach der Woche wieder zurück in den Stall kann.

Sollte sich bei den Untersuchungen irgendetwas herausstellen, was gleich in der Klinik behandelt werden muss (oder z.B eine Röntgenaufnahme der Schulter….), hoffe ich, dass sie dies dann auch gleich in den drei Folgetagen, in denen er dort bleiben muss, durchführen. Für mich wird die Woche in der er weg ist sicherlich schwierig, aber ich denke gleichzeitig, das ist nun wirklich nötig und eine gute Art um Klarheit zu bekommen. Wir werden werden das schon irgendwie meistern.

Dienstag, 28. März 2023

Doch getäuscht

Heute war Dr. B. wieder mit seiner Kollegin und jeweils einer Arzthelferin mittags bei uns im Stall, da er nochmal abspritzen wollte um sich zu versichern, dass die Ursache für die Lahmheit tatsächlich die Sehnenverkalkung ist.

Beim Abspritzen kam aber heraus, dass Flip wohl doch ein anderes Problem hat, das weiter oben zu liegen scheint.

Nachdem klar war, dass es nicht die Sehnenverkalkung ist, ist Frau Dr. S., die für die Eigenblutbehandlung unter Ultraschallüberwachung stattfinden sollte, wieder weitergefahren und er hat die Leitungsanästesie fortgesetzt.

Wir haben fünfmal abgespritzt und mussten dann oberhalb des Vorderfußwurzelgelenks abbrechen um am Donnerstag weiterzumachen.

Wir hatten uns schon gefreut, dass sie schlechte Diagnose „Sehnenverkalkung“ nicht die Ursache für das Lahmen ist, jedoch sind wir nun schon so weit oben am Bein, dass die Wahrscheinlichkeit recht groß ist, dass die Schmerzen doch von Ellenbogen oder Schulter kommen. Das hatte ich ja eigentlich schon zu Beginn vermutet, aber mir glaubte ja keiner.

Die Diagnose und Behandlung von Ellenbogen- oder Schulterproblemen ist wohl leider fast noch schwieriger, weshalb wir nach dem heutigen Termin irgendwie trotzdem gefrustet waren.

Flip steht jetzt mit Verband bis morgen früh wieder in der Box, darf morgen spazieren gehen und Donnerstag am frühen Nachmittag geht es mit Abspritzen weiter.

Ich hoffe, wir finden irgendetwas, was leicht zu behandeln ist, damit wir Flip schnell schmerzfrei bekommen. Die monatelange Ungewissheit zehrt schon gewaltig an den Nerven und mir tut Flip leid, der weiter unter der Ratlosigkeit leiden muss und trotzdem alles so brav mitmacht.