Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Sonntag, 6. August 2023

Neuer Versuch

So, nachdem jetzt die erste Versuchswoche rum ist, kann ich euch hier mal berichten was sich im Stall getan hat. 

Nachdem unser neuer Stallbetreiber gehört hat, dass sich Flip tagsüber mehr bewegen sollte,  weil er steif wurde, hat er versprochen "was zu überlegen". Paar Tage später habe ich dann das Angebot bekommen auszuprobieren, ob Flip mit der Gruppe von Rentnern und den 2 Jährlingen halbtags auf die Koppel gehen kann. 

Ich habe mich über dieses Angebot sehr gefreut, denn die Alternative wäre gewesen weiter nach einem anderen Stall zu suchen der mehr Bewegung ermöglicht. Die Stallsuche gestaltet sich allerdings ziemlich schwierig und ich habe bisher noch keinen Stall gefunden, der eine gute Alternative wäre.


Als ich letzte Woche Sonntag Abend im Stall war, fragte er, ob ich ihn gleich mal zu den anderen dazu tun möchte. An dem Abend waren allerdings auch seine "4 aktiven Stuten" mit in der Gruppe, was die Integration nicht unbedingt erleichtert hat. Das waren dann 9 Stuten, 1 Wallach und Flip als Neuzugang. 
Vor allem die eine Stute verteidigte die Herde und er wurde immer wieder verjagt und schien irgendwie nicht so recht zu wissen was das ganze Theater soll und warum alles so garstig zu ihm sind.

Irgendwann ist mit ihm dann im wahrsten Sinne des Wortes der Gaul durchgegangen. Noch dazu hat er dann in der Ferne Basti entdeckt. Seine ganze Anspannung entludt sich daraufhin in einem wilden Galopp kreuz und quer über die Koppel. 
So viel zu unserer Anweisung Flip nur in kontrollierter Schrittbewegung zu bewegen :-(. 
Er schien so, als würde er eine Lücke im Zaun suchen, durch die er sich verdrücken könnte. Zum Glück ist die Koppel aber sehr groß und er merkte dann bald, dass er sich, wenn er sich nur weit genug von der Gruppe entfernt und bei mir am Tor bleibt, einigermaßen seine Ruhe hat. 

Das war schon alles sehr nervenaufreibend und unschön. Die Stuten reagieren natürlich auch anders als es Flip von Wallachen gewöhnt ist. 

Mal abgesehen davon, dass die letzte Integration in eine ganz neue Herde bei ihm schon 15 Jahre her ist und er damals nicht auf sich alleine gestellt war sondern seinen Beschützer, Aquino, dabei hatte. Mir hat es wirklich sehr leid getan wie er angegriffen wurde, allerdings muss ich sagen, hat er es eigentlich ganz gut gemacht. Meist ist er einfach stehen geblieben und hat signalisiert, dass er keinen Streit sucht und einfach nur seine Ruhe haben möchte. Mein Guter!

Ein paar Tage später hieß es zwar, es wird von Tag zu Tag ruhiger, aber ich habe eine Situation beobachtet, die mir nicht so richtig gefallen hat. Die erwachsenen Aufpasserinnen waren nicht dabei und da wurde er tatsächlich von einem der Jährlinge angegangen. Das kleine, freche Ding, kam mit dem anderen Fohlen als Verstärkung an, rosste ihn an und weil er darauf nicht reagierte, wurde sie ärgerlich und trabte in engen Kreisen um ihn rum und schlug aus. Sie hat ihn auch erwischt, zum Glück aber nicht schlimm. Flip und ich waren schon erstaunt (und ich schockiert) wie respektlos so ein Jährling sein kann. 




Ich bin mir schon sehr sicher, dass er eine Wallachherde bevorzugen würde, aber ich bin sehr froh, dass wir überhaupt die Chance bekommen haben zu versuchen, ob er sich in dieser Gruppe einfinden kann. 

Dies wäre eine gute Chance, dass er wenigstens halbtags Bewegung hat und wir nicht schon wieder einen Stallwechsel mit Wechsel der Umgebung und allem, was dazu gehört, mitmachen müssten.

Die ersten Wochen sind sicherlich immer schwieriger, aber ich habe die Hoffnung, dass er, so selbstbewusst wie er ist, auch mit dieser Situation klar kommt. 

Damit das Heraus- und Reinführen der verschiedenen Herdenmitglieder nicht ganz so aufwendig ist, wurde ich gebeten Flip zu 3 der anderen Gruppenmitglieder hinter die Halle in eine Box zu stellen. Das sind große Gitterboxen, von denen aus er zum Teil über die Koppeln und Richtung Wohngebiet schauen kann. Sie sind unter dem Hallendach und luftig. 

Wie das im Winter läuft, müssen wir noch schauen und es wird schon überlegt, ob er dann vielleicht über den Winter doch etwas geschützter d.h. in einer anderen Box untergebracht werden könnte. Das hängt aber davon ab, ob irgendwas anderes frei wird. 

Ich hoffe, für den Winter finden wir noch eine gute Lösung, denn wenn das Wetter von Osten kommt, weiß ich ja aus Erfahrung, dass es dann dort auch in die Box schneien wird. Decken haben wir Dank Carina für Notfälle auch bekommen, das heißt irgendwie bekommen wir das hin.



Heute hat Flip einen Regen-Vormittag auf der Koppel verbracht. Ich dachte, als ich gegen 14 Uhr kam, würde er sich freuen, dass ich ihn wieder reinhole, aber Pustekuchen. Er streckte den Hintern Richtung Wind und Regen und hätte gerne noch weiter gegrast. Auf dem Weg zum Tor wollten sich dann die anderen Herdenmitglieder doch auch anschließen. 
So richtig nett wirkten sie nicht, nichtsdestotrotz war Flip irritiert, dass die anderen draußen bleiben und wollte sich nicht trennen. Er war etwas aufgeregt, wieherte und hat mich stark an Aquino erinnert, den Jenny und ich nach 2 Monaten Koppelleben bei Hannover besucht haben. Auch er schien damals in seiner Rolle als Koppelpferd voll aufzugehen und wollte sich nur sehr ungern von der Herde entfernen.
Irgendwann hat sich Flip dann aber beruhigt, später gesehen, dass die anderen auch reingeholt werden und wir konnten erst in der Halle und dann draußen im Sturm etwas spazieren gehen. 



Jetzt hoffe ich einfach, die Gruppe wächst gut zusammen und er fühlt sich wohl.
Ich könnte mir auch schon einbilden, dass er mittlerweile wieder etwas besser zu Fuß ist und ihm die Bewegung draußen gut tut. 
Ich versuche ihm jedenfalls weiter zusätzlich zur Koppel Abwechslung zu bieten, mit verschiedenen Pferden spazieren zu gehen, Bodenarbeit zu machen, den Kontakt zu seinen alten Freunden zu halten, auszureiten und ihn wieder fitter zu bekommen. 



Weiter die Daumen zu drücken, kann sicher nicht schaden!

Montag, 24. Juli 2023

Kontrolltermin vom Tierarzt war ernüchternd

Nun sind die 3 Monate Schritt, die uns die Klinik verordnet hat, daher war unser Tierarzt wieder mal zu viert bei uns um ein Kontroll-Ultraschall der Schulter zu machen und zu schauen, ob die 4 Stoßwellenbehandlungen Erfolg gebracht haben. 

Als erstes sind wir vorgetrabt und da bestätigte sich, was ich eigentlich schon wusste, denn ich habe die letzten Tag hin und wieder einen kleinen Trab probiert und da fühlte es sich ziemlich unrund an. Auch ist mir aufgefallen, dass er bei Spaziergängen (vor allem bergab) immer wieder unklar läuft,

Lange Rede kurzer Sinn: Flip läuft nicht wirklich klar.

Ob er lahmte weil er noch mit der Schulter Probleme hat oder einfach, weil er durch die verringerte Bewegung sehr steif geworden ist, ist gar nicht so richtig klar. 

Es war jedenfalls sehr ernüchternd/traurig, denn ich hatte doch gehofft, dass wir langsam die Bewegung etwas steigern und traben dürften.

Die Ergebnisse des Ultraschalls habe ich dann gar nicht mehr so richtig mitbekommen oder abgespeichert. 

Also, ich glaube. der Ultraschall war gar nicht so schlecht.

Ich habe zwar auf den Monitor geschaut, aber da kann man ja als Laie nicht viel erkennen. Es hieß, dass sich die Sehnenstruktur verbessert hätte und auch die Flüssigkeit, die früher zu sehen war und durch die Entzündung kam, weg wäre. Nichtsdestotrotz wird die Verkalkung wohl nicht mehr verschwinden.

Die Tierärzte wollen nun nochmals mit der Klinik Kontakt aufnehmen und die Ergebnisse besprechen. Die Stoßwelle war ein Versuch aber keiner hatte eine wirkliche Prognose abgegeben oder versichert, dass sich dadurch viel verbessert. Das wusste ich, aber wollte es auf jeden Fall probieren. Geschadet hat es sicherlich nicht. Das Wichtigste war die Ursache für die Entzündungen in der Schulter abzustellen und zu verhindern, dass er weiter in die Fressständer drückt. 

Nun wurde mir gesagt, ich solle schauen, dass Flip tagsüber wieder mehr in Bewegung kommt. So ein älterer Herr, der noch dazu sein ganzes Leben in Herdenhaltung verbracht hat, bräuchte kontinuierlichere Schrittbewegung. 

Am Wochenende kann ich ja 2x täglich zu ihm gehen und wenn wir abends grasen gehen, findet er das prima, aber unter der Woche ist das schwierig. 

Der Tierarzt fand auch das Laufband, dass es bei uns im Stall gibt, für eine gleichmäßige Bewegung gar nicht so schlecht, allerdings bin ich mir sehr sicher, dass Flip diese Art der Bewegung absolut ätzend finden würde, da er schon Longieren total sinnfrei findet. Auch kann ich mir nicht vorstellen dass eine halbe Stunde auf dem Laufband so viel bringen würde wie eine ständige Bewegung z.B in einem Laufstall. 

Eine 24/7-Koppel ist aber für ein so leichtfuttriges Pferd, das nur schwer ein Sättigungsgefühl verspürt, auch nicht wirklich passend.

Ich  habe ich mich also im Internet und in der Gegend nach einem neuen Stall umgesehen und auch sonst alle Möglichkeiten, die vielleicht vorhanden sind, versucht abzuklären.

Alles gar nicht so einfach und wenig erbaulich, denn entweder gibt es gleichartige Fressständer, große Gruppen, steile Koppel, Erlaubnis nur ohne hintere Eisen, es ist weit weg, hat keine Halle, kleine Boxen, Selbstversorgerställe… 

Ich kenne Flip jetzt 17 Jahre und habe selber gesehen, dass er teilweise nicht ganz klar läuft, in der Box nicht so glücklich ist (er will teilwiese nach der Bewegung nicht rein) und, dass ihm auch seine Sozialkontakte fehlen. Das tut mir weh und mir war eigentlich schon bei dem Wechsel klar, dass ich mir auf Dauer etwas einfallen lassen müsste.  

Wir gehen zwar oft (im Schritt) ausreiten oder spazieren, aber das Herdenleben ersetzt das eben nicht.

Mit Basti und Pick scheint er ganz in seiner Onkelrolle aufzugehen und wenn die Jungs draußen stehen bleiben oder rückwärts laufen weil sie irgendwas erschreckt, läuft er ungerührt voran als wollte er sagen „kommt Jungs, ich gehe vor und zeige euch, dass nichts passiert“.

Auch mit anderen Pferden geht er brav mit und scheint einfach froh zu sein, wenn wir Begleitung haben, wobei wir mittlerweile auch alleine ganz gut klar kommen.


Neulich waren wir eine Runde mit seinem alten Freund Nick unterwegs und man konnte Flip anmerken dass er sich total gefreut hat. Unterwegs hat er immer wieder an Nick geschnuppert und nach dem Spaziergang standen die beiden im Hof und wollten sich gar nicht mehr voneinander trennen.

Das tut mir so leid und zerreißt mir fast das Herz weil ich ihm ein Leben bei seinen Freunden nicht mehr ermöglichen kann. Er versteht nicht warum er nicht zurück kann und ich kann es ihm auch nicht erklären.

Mittlerweile ist nun auch mir klar, dass ein Rückweg in sein altes zu Hause nicht mehr möglich sein wird. Die Ära ist nach 15 Jahren offensichtlich zu Ende, daher habe ich gestern meine letzten Sachen geholt.


Wir haben zwar im neuen Stall auch nette Leute kennegelernt, aber die Herde drüben war eben seine „Familie“, für die er sich auch Jahre lang verantwortlich fühlte und auch für mich war es ein zweites zu Hause.

Das war einmal und wir müssen uns umstellen und nach vorne sehen.

Es gibt eventuell eine Möglichkeit, die vielleicht die tägliche Bewegung und den Sozialkontakt wieder ermöglicht, von der ich aber noch nicht berichten möchte, da sie noch nicht ganz sicher ist. 

Drückt einfach mal die Daumen, dass es klappt und Flip einen neuen schönen Lebensabschnitt starten kann. Ich werde dann berichten was wir versuchen und wie es Flip damit geht.




Mittwoch, 14. Juni 2023

Unverändert 1-1,5 Stunden Schritt und Koppel

Hier kommt mal wieder ein Lebenszeichen von Flip. 

Auf Grund seiner Krankengeschichte, gibt es eigentlich gar nicht so viel zu erzählen, denn unser Programm ist nach der Klinik für 3 Monate ja unverändert. 

Flip darf täglich ca 1 bis 1,5 Stunden auf die Koppel, was er sehr genießt und ansonsten gehen wir spazieren oder ich sitze hin und wieder auch mal eine halbe Stunde drauf. Nachdem die Wiesenwege gemäht sind, ist das auch einfacher mit ihm und seinem Hunger ;-). 

Es ist schön, dass er das so brav mitmacht und wenn wir in Begleitung raus können, ist es natürlich doppelt schön.

Damit er etwas Abwechslung hat, habe ich ihm auch ab und zu ein paar Stangen und die vorhandenen Geitnergassen in die Halle gelegt, damit er auch etwas mehr für den Kopf hat. 

Bis Mitte Juli müssen wir dieses Programm noch durchziehen und dann hoffe ich, dass die Stoßwellentherapie. von der wir heute die vierte und letzte haben, anschlägt. Mitte Juli wird dann ein Ultraschall gemacht und verglichen, ob es irgendwelche Änderungen gibt. 

Im Schritt läuft Flip gut  hin und wieder muss er sich zu Beginn etwas einlaufen, aber ich habe das Gefühl, dass er das linke Bein im Stehen auch wieder mehr belastet.

Ich hoffe ja, dass er sich wieder gut erholt und man ihn dann wieder mehr oder weniger normal bewegen kann. 

Die Apfel- und Krankengymnastik machen wir weiter fleißig weiter, wobei man bei der Krankengymnastik bei ihm wirklich nur schwer Reaktionen erkennen kann, und hoffen, dass sich die Mühe lohnt. 

Die letzten 2 Wochen war im Stall Heuernte und wir mussten den Koppelgang selber organisieren. Gar nicht so einfach, aber zum Glück haben wir auch das hinbekomme. 
An Wochenenden schaue ich meist abends noch mal nach ihm, damit er aus der Box kommt, was ihm gefällt, denn dann gehen wir noch grasen. Da freut er sich.

Ich habe mich gefreut als ich neulich von Anni gebeten wurde mal rüber zu kommen. Ich habe zu meinem 15-jährigen Stalljubiläum, von dem ich allerdings ja leider die letzten 2 Wochen abziehen muss, ein schönes Küchenbrettchen mit einem Foto von Flip bekommen. Damit hatte ich nicht gerechnet.








Montag, 29. Mai 2023

Alles noch etwas ungewohnt

Nachdem nun etwas Zeit vergangen ist, hat sich Flip im neuen Stall ganz gut eingelebt.

Es ist aber trotzdem schon alles ziemlich ungewohnt für uns.

Wir wurden sehr nett aufgenommen, es gibt vieles was gut ist (die Pferdepfleger sind sooo nett, die Box wird 2x täglich gemistet, 4x am Tag gibt es Heu…), aber trotzdem ist Boxenhaltung (in der Größe Box) ja nicht wirklich das, was ich für Flip haben wollte und er gewöhnt ist.

Schon so Dinge, wie gestern die Überlegung wo ich ihn nach dem Duschen wälzen lassen kann, damit er es nicht in der Box macht und sich womöglich festlegt, ist eine Sache, die ich vorher nicht Bedenken musste. Im Laufstall legte er sich ins Stroh oder in den Sand. Kein Thema.
Gestern hatte ich Glück du er konnte sich ausgiebig in der Halle wälzen und trocknete danach beim Grasen. Er fand es gut, aber es gibt halt immer wieder Dinge, die man anders planen muss.

Auch was ich mache, wenn es donnerstags nach dem Büro  regnet und die Hallen belegt sind…. Spaziergang im Regen?

Die Organisation und Zeit, für die Koppel, die an Wochenenden selber organisiert werden muss, ist einzuplanen. Machbar, aber eben einzuplanen. Mal abgesehen davon, dass ich am Wochenende versuche ihn mehr raus zu nehmen, damit er nicht nur in der Box rumsteht. Aber so ist das eben nun und wir arrangieren uns damit. Nici, Alina und Jenny sind mir behilflich und, dass Carina dort im Stall ist, ist auch sehr schön.

Wenn ich an Libelle zurückdenke, erinnere ich mich nicht, dass Boxen- oder Stallwechsel ihr so zugesetzt haben. Da war das Hauptthema bei Umzügen, eher wie man sie heil fahren kann, denn sie hatte im Hänger Probleme mit dem Gleichgewicht. Sie hat öfters die Behausung gewechselt. Bei Lörcher 2x, Talhof 2x und beim Sonnenhof 3x… und 1x 4 Wochen in der Klink, wo es ihr nach einer Weile, glaube ich, ziemlich gefallen hat. 
Vielleicht verblasst es aber ja auch in der Erinnerung, aber evtl. war es einfacher weil sie Box gewöhnt war und sich noch dazu von der Box her meist verbessert hat. Bei Flip wäre es vermutlich auch einfacher wenn nicht in den letzten Monaten so viel gewesen wäre.

Wie es mit seiner Nachbarin zur Rechten klappt, von der es hieß, dass sie etwas schwierig wäre, kann ich gar nicht sagen. Ich habe bisher noch nichts gehört. Sie ist halt riesig und würde an ihn auf dem Paddock rankommen, aber es scheint zu klappen.  

Mit dem Nachbarn zur Linken, hat er sich allerdings so gut angefreundet, dass die beiden ziemlich wild auf dem Paddock gespielt haben. Ich konnte das erst nicht so richtig glauben, aber dann habe ich mal beobachtet, wie Flip mit ihm spielt, zwickt, steigt und schon mit dem Huf über der mittleren Stange drüben war. Er hat dann festgestellt, dass der Fuß da nicht runter geht, ihn wieder zurückgezogen und alles war für ihn soweit in Ordnung. Das ist natürlich auch für seine Schulter nicht gerade bekömmlich und obendrein nicht ungefährlich.

Die Besitzerin des Nachbarpferds stand schon auf einer Warteliste für eine größere Box, und als dann neulich was frei wurde, ist sie mit ihm umgezogen. Die wilde Spielerei ist damit beendet.

Daraufhin stand die Box dann etwas leer, wurde aber nun von einer Stute bezogen, die auf Grund einer Verletzung eine Laufstallpause braucht. Das Paddock ist noch zu, allerdings rechne ich bei einer Stute als Nachbar nicht damit, dass große Spiel-Aktionen stattfinden werden.

Spaziergänge lassen sich mit Flip mittlerweile auch wieder alleine machen (auch wenn wir das beide nicht so schön finden und ich nicht weiß wie er reagiert wenn wir seine alten Freunde treffen). Er wiehert zwar viel, aber läuft brav mit … brav, außer wir kommen auf einen Grasweg, denn da ist er ziemlich uneinsichtig und der Hunger überkommt ihn oft. Teilweise wächst das Gras achselhoch, da kann man sich nur drauf einigen, dass er beim Gras-Rupfen wenigstens weiterläuft.

Neulich habe ich sogar einen kleinen Ausritt alleine gewagt. Wir sollen zwar nicht unbedingt lange und viel reiten, allerdings spricht laut Physio nichts dagegen hin und wieder drauf zu sitzen. Im Anschluss war ich mit ihm auch nochmals in der großen Halle, denn die Gelegenheit war gut, weil nur sein Freund Pick mit drin war.

Die Halle ist ihm (oder uns?) aber etwas suspekt. An der Aufstiegshilfe (ein wackliger Hocker) wollte er auch nicht hinparken, denn da lief das Radio und von dort kann man nach draußen gucken, wo ein Pferd auf dem Platz geritten wurde. Alles viel wichtiger als hinzustehen. Das werden wir noch üben müssen. 

Neulich war dann noch die Pferdewaage auf dem Hof. Das hat Flip Spaß gemacht. Er war der erste und ist ohne Probleme auf die Waage gestanden, als würde er es jeden Tag machen.634 kg hat er auf die Waage gebracht. Das ist weniger als die ganzen Jahre vorher bzw. das leichteste, was wir bis jetzt als Ergebnis hatten. Ich freue mich zwar über eine möglichst niedrige Zahl, allerdings kommt die wohl eher vom Stress und Muskelabbau.


Einige andere Pferde hatten keine so große Lust auf dieses etwas gruselige Metallding, das unter einem Teppich versteckt wurde, zu stehen. 
Da war Flip für ein jüngeres Pferd eine Hilfe und lief erst vorneweg und dann stand er ganz ruhig neben die Waage und heimste viel Lob ein weil er so eine ruhe ausstrahlte. Auch zu Pick, der sich nicht messen lassen wollte, stand Flip und während sie schnupperten, konnte easy geschaut werden wie groß der Vollblüter ist. Ich hatte das Gefühl, zwischen den ganzen Pferden hat er sich richtig wohl gefühlt und hat mal wieder eine Aufgabe gehabt. 

So, und nun werde ich mich auf den Weg machen um Flip auf die Koppel zu lassen. Das Highlight des Tages für ihn.

Bin wieder zurück. Koppelgang fand er super und blieb auch relaxed als die Laufstallgruppe vorbeitrabte. Weniger gut, fand er, dass er nach 1,5 Stunden zurück in die Box sollte und kaum andere Pferde im Stall waren. 

Tja, was soll ich machen? Außer gut zuzureden und ihm versichern, dass die anderen sicher auch bald wieder kommen. 

Das wird schon, mein Großer!