Man kann sagen, er macht den Eindruck, als wäre er einfach nach einem Weilchen wieder nach Hause gekommen. Er ist entspannt und scheint zufrieden.
Aber auch mit den zwei neuen Isländern(mit Isis kennt er sich ja jetzt auch aus) und den Kumpels von früher schnuppert er als wäre er immer noch einer von ihnen. Er zieht auch nicht zum Türchen um mir zu zeigen, dass er wieder in die Gruppe möchte, sondern geht immer anstandslos in sein Separé, das er mit Top bewohnt.
Die beiden sind jetzt nicht unbedingt best buddies, aber sie begrüßen sich wenn der andere wieder zurückkommt und sie kommen gut miteinander klar.Sowieso sind wir erstaunt wie gut auch Top den Umzug gemeistert hat. Schon nach sehr kurzer Zeit ist er doch recht entspannt gewesen, lief schon an den ersten Tagen mit uns durch die Autobahnunterführungen und über die Autobahnbrücke, als hätte er auch schon immer dort gewohnt. Auch er hat in Münchingen einen alten Kumpel wieder getroffen. Sein früherer Boxennachbar wohnt im Nachbarstall und so sehen sich die beiden nun auch wieder.
Nachdem
das alles so gut geklappt hat, habe ich in Hemmingen, wie es gewünscht war,
alles aus der Box rausgeräumt, die
Gummimatten entfernt und zusammen mit Marie haben wir die letzten Sachen
abgeholt.
Auch die Isis haben sich in ihrem neuen Stall gut eingelebt, unsere Gummimatten bekommen und ich hoffe, wir bleiben in Kontakt.
Was
Flips Gesundheit angeht so schwankt es etwas. Mal ist er besser zu Fuß, mal
etwas schlechter, aber meist läuft er sich ein. Geschockt hat mich die
Tatsache, dass er mir neulich ziemlich klar gezeigt hat, dass er nicht haben
möchte, dass ich aufsitze. Als ich auf der Aufstiegshilfe stand und Anstalten
gemacht habe auf den Rücken zu sitzen, hat er jedes Mal den Kopf nach oben
geworfen und mit dem Schweif geschlagen. Ich bin dann auch nur eine viertel Zirkelrunde
drauf gesessen, aber nachdem er auch da gezeigt hat, dass ihm das gar nicht
gefällt, bin ich gleich wieder abgestiegen.
Da
das nicht geklappt hat, habe ich nun Handarbeitstraining bei Linda angefangen
und wir beobachten, ob ihm das gut tut.
Ich habe auch das Glück, dass ich nun für zweimal die Woche noch eine alte Bekannte von Sabine als Pflegebeteiligung gefunden habe. Sie kommt dienstags und donnerstags und schaut nach Flip, so dass er, wenn ich abends noch mal komme, sogar zweimal am Tag rauskommt.
Von
der Physiotherapeutin wurde er auch durchgecheckt und sie riet uns
Gleichgewichtsübungen zu machen. Wir üben daher mit der kleinen und der großen
Wippe und er hat eine Turnmatte bekommen auf der er beim Putzen immer wieder
steht und sich ausbalanciert.
Ich
hoffe sehr, dass ich ihn so doch wieder etwas aufbauen kann, darf mir aber
keine Illusionen machen, denn er ist halt nun schon 23 und man muss vermehrt auf
sein Befinden achten und respektieren, wenn er mal schlechter unterwegs ist.
Für den Fall, dass er paar Tage lahmt, habe ich auch Tabletten bekommen, die er dann ein bis zwei Wochen (oder notfalls länger) bekommen kann.
Die Wetterwechsel,
die wir hier haben, belasten so ein älteres Pferd natürlich auch. Neulich
hatten wir Schneefall und ein paar Tage später waren es 15° Celsius mehr.
Mich stresst das Wetter in Münchingen allerdings bei weitem nicht mehr so wie in Hemmingen, denn ich muss nicht mehr ständig auf die Uhr und auf die Wetter-App schauen. Wenn es mir zu dunkel ist oder mieses Wetter kann ich in die Halle gehen. Das ist wirklich Gold wert. Wir gehen allerdings natürlich trotzdem hauptsächlich spazieren und wenn andere Pferde mit dabei sind, genießt das Flip besonders.
Woran
wir allerdings auch noch arbeiten müssen, ist sein ständiger Hunger. Nicht nur,
dass er meint, dass es immer wieder Leckerlis geben sollte, zieht ihn das Gras extrem
an. Man könnte fast sagen, noch viel stärker als früher, so dass er doch
tatsächlich neulich beim Spaziergang so ruckartig zum Gras zog, mir dabei ein
Bein stellte und ich schneller als ich gucken konnte, auf dem Asphalt lag.
Das war echt unmöglich und gab auch ordentlich Ärger.
Mit
zunehmendem Alter wird der Herr halt auch nicht einfacher und einsichtiger.
Gras ist für ihn das Größte und wenn er auch mal einen Grasbüschel geschnappt hat,
gibt er ihn, wie man auf dem Foto sieht, auch ungern her. Da kann man ihn dann quasi
am Gras durch die Gegend führen.
Wie hieß es schon, als ich ihn gekauft habe? Original Freiberger, Appetit vorhanden.



























































