Gestern
hatten wir einen Tierarzttermin, denn Flip musste geimpft werden. Bei der
Gelegenheit habe ich Flips Rücken röntgen lassen, da mir ja, seit er
vor ca. 2 Jahren angefangen hat immer wieder zu lahmen, mein Bauchgefühl sagte,
dass die Probleme eher von weiter oben kommen könnten. Außerdem
hat er damals ja immer wieder beim Satteln und Absatteln gezeigt, dass ihn
etwas stört. Ihr erinnert euch vielleicht, dass die Sättel immer wieder Thema
waren. Der Sattler meinte sie passen, aber Flip zeigte, dass irgendetwas nicht
stimmt. Immer wieder hatte ich auch beim Tierarzt angefragt, ob Flip womöglich
Probleme mit dem Rücken haben könnte, aber auf Abtasten oder sonstige
Untersuchungen hat er aber nie reagiert. Hätte
ich mal früher auf mein Bauchgefühl gehört.
Gestern
kam nämlich heraus, dass Flip über die komplette Sattellage und vor Richtung
Hals Verkalkungen um die Dornfortsätze hat. Die Wirbel stoßen nicht aneinander
oder so irgendetwas schlimmes, aber alle Wirbel zeigten auf den Röntgenbildern
eine weiße Linie. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich durch eine
chronische Knochenhautentzündung oder einfach altersbedingt diese Kalkschicht
gebildet, die ihm eventuell Probleme bereitet. So
wie er reagiert, wenn ich aufsitzen möchte (mal ist es okay, mal macht der den Kopf hoch...), scheint es Tagesform abhängig
unterschiedlich zu sein.
Dr. B. kann mir auch nicht wirklich
sagen inwieweit Flip noch reitbar ist. Es sieht aber eher danach aus, als
würden wir Fußgänger bleiben. Wenn Flip einen guten Tag hat und der Sattel so
angepasst ist, dass er ihn nicht drückt, kann ich eventuell ab und an mal
wieder drauf sitzen, aber, dass wir ihn durch so auftrainieren können, dass ich etwas länger reiten kann, ist wohl eher unwahrscheinlich.
Ich
habe es irgendwie schon die ganze Zeit gewusst, wenn es einem aber dann so
bestätigt wird, ist es trotzdem frustrierend. Flip
hat mich jetzt so viele Jahre getragen, da ist es kein Weltuntergang, wenn er
nicht mehr reitbar wäre. Für seinen Kopf, würde es ihm/uns sicherlich gut tun mit den Jungs ab und dann wieder ausreiten gehen zu können. Nicole
hat mir, als sie von der Diagnose hörte, netterweise angeboten, Flip regelmäßig als Handpferd zu Ausritten
mitzunehmen. Das ist klasse und ich freue mich sehr darüber.
Die
Röntgenaufnahmen werde ich mal mit Carina und meiner Trainerin anschauen und überlegen
was wir mit der Diagnose machen. Bei jüngeren Pferden könnte man die
Problematik wohl mit Muskelaufbau-Training in den Griff bekommen,
bei Flip erschwert die Problematik mit der Schulter das Ganze aber, denn er ist
ja nicht mehr voll belastbar.
Am
Nachmittag fand dann das jährliche Highlight, die Koppeleröffnung, statt. Juhu,
endlich hat das lange Angrasen ein Ende.
Schon
als Anni die Pferde in die Fressständer gerufen hat, hat Flip, der schon längst
gemerkt hat, dass etwas im Busch ist, ungeduldig mit den Hufen aufs Gatter
geklopft. Er
wusste sofort was eigentlich zu tun war, konnte aber ja der Aufforderung nicht
nachkommen, um wie aufgefordert, das Koppelhalfter im Fressständer abzuholen.
Als
dann die Herde an seinem Paddock entlang auf die Koppel galoppierte, regte er
sich schon ziemlich auf und trabte rein und raus. Er verstand nicht, warum er
nicht (wie früher) mit durfte.
Als
die Herde dann unten war, haben wir die 3 Rentner (Flip, Top und Chris), die zusammen
auf eine separate Koppel gehen, heruntergeführt.
Wie
erwartet wäre Flip gerne galoppiert. Klar, 15 Jahre war er gewöhnt, dass
er mit der Truppe auf die Koppel galoppiert, daher fiel es ihm natürlich schwer
mit mir an der Hand langsam und artig herunterzulaufen. Natürlich hat es aber
(mit etwas Mühe) trotzdem geklappt. Musste es auch, denn es muss gleich vom ersten Tag
geklärt sein, wie der Ablauf sattfindet, damit er auch später ohne Probleme und
Eile nach unten geführt werden kann.
Flip,
Top und Chris sind dann auch deutlich flotter und länger über die Koppel
galoppiert, als wir erwartet hatten. Dass die Koppel nun dreieckig ist, hat die
Pferde auch etwas überrascht, denn plötzlich wurde es im Eck etwas eng. Zum
Glück konnten sie rechtzeitig bremsen und sie haben sich dann auch langsam
wieder beruhigt und begonnen zu grasen. Wir waren aber alle aber so perplex wie wild und lange die 3 rumrennen, dass wir sie gar nicht gefilmt haben. Schade.
Top
wäre gerne noch viel länger gemeinsam über die Koppel gerannt, aber Flip hatte sich ja schon deutlich mehr als gewohnt bewegt und sich genüsslich dem Gras
gewidmet.
Dass
Top noch ein paar Runden um ihn rumgeflitzt ist, konnte ihn nicht aus der Ruhe
bringen und auch Chris, guckte nur noch zu, also tat es Top den beiden Kumpels
gleich und alle entspannten sich.
Heute
früh kamen die Pferde spontan gleich morgens auf die Koppel, denn schon ab 9 Uhr
sollte es regnen. Eigentlich wollte ich die ersten Tag das Herunterführen mit Flip üben, aber wie mir berichtet wurde, hat sich Flip von Margot gut runter
führen lassen und sie meint, bis in ein paar Tagen kann sie beide gleichzeitig führen. Schauen wir mal.
Die Pferde haben wieder ein paar Runden über die Koppel gedreht
und dann kehrte wohl auch wider schnell Ruhe ein. So soll es sein!