Am
Freitag kam zu unserer kleinen Rentner-Koppelgruppe, die aus Flip, Top und
Chris besteht, Sabines vierjähriger, spanische Nachwuchs dazu. Ich hatte Flip schon
an der Box an ihm schnuppern lassen, aber nach kurzem „hallo“ bestand
allerdings auf Flips Seite mehr Interesse daran die kleinen Grashalme und das
Unkraut zu entfernen, als sich wirklich ausgiebig mit Linjas zu beschäftigen.
Auch gut und besser als wenn sie sich gleich angezickt hätten
Die 4
Jungs wurden also auf die Koppel geführt und Flip hat schnell entdeckt, dass
hier wieder ein Chef gefragt ist, der gleich sagt, was zu tun ist. Die beiden
haben geschnuppert, gequietscht und Flip hat ihm seinen Hinterteil an die Brust
gedrückt und signalisiert, dass er hier der Chef ist, nicht gleich schlägert,
aber durchaus bereit wäre die kleine Herde zu verteidigen.
Eine
Verteidigung war aber überhaupt nicht notwendig, denn der Jungspund verhielt
sich ruhig und wie ihm geheißen wurde, erstmal am Rand der Gruppe.
Ein
paar Mal hatte Flip noch mit seiner Aufsichtsrolle zu tun, wenn die anderen
Kontakt schließen wollten und er schaute, dass er alles im Auge behielt und
immer zwischen Linjas und den beiden anderen stand.
Es
war mal wieder richtig interessant zu beobachten wie sich die Pferde verhalten
und wie Flip reagiert und seine Aufgabe als Chef managt. Es gab keine Frage wer
das Sagen und alle wurden eingewiesen wie sie sich zu verhalten haben. Alles
ganz ruhig und völlig ruhig.
Ab
dem Zeitpunkt, als Flip einmal rückwärts vor Linjas lief um ihn am Koppelzaun
zu stoppen, schien er nach einem Weilchen den Kontakt quasi freizugeben. Wir
konnten diese Aktion zwar nicht gleich wirklich verstehen, aber ab dann durften
sich die Pferde auch untereinander mischen, ohne dass Flip zwischen den Neuen
und Top und Chris gestanden ist.
Gestern,
am zweiten Tag, hat Flip nur noch einmal kurz angefragt ob sich Linjas daran
erinnert was am Vortag besprochen wurde und dann grasten alle als wäre er schon
immer ein Herdenmitglied. Schön!
Ich
denke, so eine kleine Gruppe tut Flip gut. Da kann er noch etwas Chef sein,
aber muss keine 15 Pferde in Schach halten.
Als
gestern für die große Herde ein Neuzugang angereist ist hat Flip beim
Schnuppern am Gitter einen Gesichtsausdruck gehabt, als wollte er sagen,
"wie, schon wieder ein Neuer? Kam doch erst gestern einer". Aber um
die Eingliederung von diesem Pferd wird sich Anni und die große Herde kümmern.

Am
Donnerstag bin ich zusammen mit Vanessa noch nach der Koppel mit Flip spazieren
gegangen. Wie jeden Abend nach 1,5 Stunden Gras fressen, hatte er einen
kugelrunden Bauch und sah aus als würde er Nachwuchs erwarten. Wir dachten
daher, ein Spaziergang würde ihm sicher guttun und damit es für ihn nicht so
langweilig ist, sind wir zu Carina und Flips alten Kumpels Basti und Pic
gelaufen. Auf dem Hinweg war Flip total müde und hatte eigentlich gar keine
Lust, aber dort änderte sich sein Zustand. Wir wollten ihn eigentlich auf dem
Auslauf am Tränkewagen trinken lassen, aber er fand es dort total gruselig. Die
Planen, die unter dem Sand vorlukten und auch der Anhänger an sich war ihm mehr
als suspekt. (Die Fotos sind nicht von Donnerstag, denn da haten wir keine Zeit
und Hand frei für Fotos)

Wir
haben die zwei Jungs noch in deren Stall begleitet, aber auch dort hat sich
Flip nicht beruhigt, sondern wollte plötzlich dringend ganz schnell nach Hause.
Er war aufgeregt äpfelte mehrfach und Carina hat uns dann angeboten, uns mit
Basti ein Stück nach Hause zu begleiten. Davon haben dann beide Pferde
profitiert, denn genau auf diesem Wegabschnitt gruselt sich Basti hin und
wieder und hatte dann seinen "großen Onkel" dabei und Flip ist zu
zweit ja ohnehin ruhiger.
Als
wir dann in der Nähe von unserem Stall waren, beschlossen wir, dass es nun ohne
Probleme alleine nach Hause geht, Carina und Basti sind umgedreht und wir auf
einen Wiesenweg abgebogen.
Da
Flip aber noch eine Restnervosität in sich hatte, und immer wieder hektisch zum
Gras gezogen ist, habe ich ihm irgendwann eine gelangt, denn das Verhalten ging
mir mächtig auf den Nerv. Das hat Flip wiederum so verärgert, dass er gebockt
hat und um mich rum gesprungen ist wobei er Vanessa ins Gras geschuckt hat. Unmöglich!
Mit etwas Mühe habe ich den aufgebrachten Flip dann nach Hause geführt und
hätte ihn gerne in der Halle seinen Frust loswerden lassen, allerdings war
diese belegt.
Am
nächsten Tag, hatte ich die Chance die Halle leer zu erwischen aber da war
natürlich die Luft schon lange lange raus und er wieder im Sommermodus, bei dem
er eigentlich keine großen Ambitionen hatte sich auszutoben.
Das Verhalten am
Vortag war zwar ärgerlich und unverständlich, aber so konnte Vanessa sehen,
dass es von Flip auch eine Wintervariante gibt, bei der man sich durchsetzen
und, die man auch händeln können muss.
Sie
war über die „Winterversion“ sehr verwundert, denn kürzlich war sie mit dabei,
als wir einen Pferdespielplatz aufgebaut hatten und war beeindruckt, dass Flip
so unerschrocken ist und alles mitmacht.
Bis
auf die Seifenblasenmaschine, konnte ihn nichts aus der Ruhe bringen.
Diese
fand er jedoch irgendwie gruselig und machte große Augen. das Ergebnis sind diese schönen Fotos,
die Andrea gemacht hat:
Es
war mal wieder schön mit so vielen Pferden so viele abwechslungsreiche
Spielsachen aufzubauen und Andrea hat für alle richtig tolle Fotos
gemacht.
Sie
hat Spaß daran umgestellte Aufnahmen unauffällig aus der Ferne zu machen und
hat die Stallgemeinschaft mit tollen Schnappschüssen vom Spielplatz, aus dem
Stall und von der Koppel überrascht. Hier ein paar Beispielbilder, die mir besonders gefallen haben: