Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Sonntag, 19. Oktober 2025

Herbst-Update

Meine knapp 2 Wochen Urlaub in Hannover und auf Sylt sind nun auch schon wieder ein Weilchen vorbei, das heißt es ist Zeit für ein Update. 

In Hannover habe ich wieder erst ein paar Tage Barni, Tine, Detlef und Herrn Rossi besucht und im Anschluss habe ich noch einen Kurzbesuch bei Kay und Caro mit Familie inklusive Freibergerin Luna gemacht.

Während ich im Urlaub war, haben „meine Mädels“ daheim zuverlässig nach Flip geschaut und ich bin sicher, ihm hat es an nichts gefehlt. Schön, dass das so gut geklappt hat!

Auf Sylt hatte ich offensichtlich deutlich besseres Wetter als es hier in der Heimat war. Es hat wohl viel geregnet, so dass die Pferde kaum auf die Koppel konnten (und mittlerweile ist auch die "normale Koppelsaison" beendet). Da hatte ich mehr Glück, denn auf Sylt hat die Sonne gescheint. 

Rechtzeitig zum Beginn von Lenas Reha ist nun auch Andrea wieder mit von der Partie und sie hat gestern bei einem gemeinsamen Spaziergang angeboten ab nächster Woche wieder 2x die Woche nach Flip zu schauen. Juhu! 

Johanna kommt auch noch 1-2 die Woche und wenn Lenas Reha zu Ende ist, müssen wir mal schauen wie wir die Tage verteilen und wer wann kommt. Es sieht aber so aus, als würde ich es schaffen, dass Flip tatsächlich 2x täglich rauskommt, was klasse ist.

Da geht es nicht nur darum, dass er mehr Abwechslung und Ansprache hat, sondern auch ich unter der Woche abends einfach ein kürzeres Programm machen kann, wenn ich weiß, dass er tagsüber schon umsorgt und bewegt wurde. Das ist echt super und hätte ich nicht gewagt zu hoffen. 

Auch mit unserer Montags- Krankengymnastik bei Lisa, die mittlerweile Mama sponsert (weil Flip so brav ist und so gut aussieht :-) ) kommen wir eigentlich ganz gut voran. Klar wird Flip nicht jünger und es gibt immer mal einen besseren oder schlechteren Tag oder mal mehr oder weniger Verspannungen aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Übermorgen haben wir einen Termin bei der Physio und ich bin gespannt was sie sagt. Klasse ist, dass Lisa an dem Termin auch teilnimmt, so dass wir sein Trainingsprogramm zusammen abstimmen können und sie gleich eingewiesen wird, was wir über den Winter trainieren sollten.

Neulich habe ich nach sehr langer Zeit mal wieder den Sattel aufgelegt. Auf dem Putzplatz hat er einen ganz besorgten Gesichtsausdruck bekommen, als ich mit dem Sattel ums Eck kam. Ich habe dann in der Halle erstmal abgesattelt, ihn warm gemacht und Handarbeit gemacht. Geritten bin ich wieder relativ kurz (ca. 15 Minuten) und er lief ganz gut, allerdings waren wir beide nicht ganz so entspannt, weil gleichzeitig ein Pferd in der Halle an der Longe hüpfte, was ich, beim Reiten, noch nie so besonders gemocht habe. Da fällt es einfach schwerer sich zu entspannen. 

Er lief ganz gut, aber vom Gefühl her würde ich sagen, nur mit dem Westernpad ist er lockerer. Ich werde das mal beobachten, mache es aber immer so, dass er merkt, dass ich nicht ewig drauf sitze, sondern wir einfach immer ein kleines bisschen länger machen als er von sich aus anbieten würde, um den Muskelaufbau etwas anzukurbeln. Ich reite allerdings eher selten und meist sind wir mit Spaziergängen, Bodenarbeit, Handarbeit, Wippen oder "Freiarbeit" zugange.

Da Paco mittlerweile umgezogen ist, kann er uns nicht mehr zu den sonntaglichen Spaziergängen mit Bianca begleiten. Nun begleitet uns oft Roy mit seiner Pflegebeteiligung, was auch schön ist und wir genießen es, dass wir nicht alleine losziehen müssen.  

Zum Thema Kotwasser gibt es nicht wirklich viel neues zu berichten. Ein Tag ist es schlechter, einen anderen wieder besser, aber so ganz weg geht es weiterhin nicht. Egal in welchem Stall wir waren, dieses Thema hat uns immer verfolgt. Dass ich das Gefühl habe, er äpfelt besser, wenn er auf der Koppel war, kommt ihm sehr gelegen. 

Er stapft völlig selbstverständlich auf seine private Koppel, als wollte er sagen, ihm als langjährigen, engagierten, sehr guten  Herdenchef, steht es ja wohl im Ruhestand zu seine eigene Koppel zu haben. Recht hat er und so kommt er, auch außerhalb der „normalen Koppelsaison“ noch raus.

Auf seiner Koppel grast er völlig ungestört… notfalls auch alleine, freut sich aber, glaube ich, auch über Lasses Gesellschaft.

Ich zahle für die Koppel ja für zwei Pferde, da das der Mindestbetrag war und da mir Simone mit ihren Reitbeteiligungen behilflich ist Flip tagsüber auch immer wieder rauszubringen, sowie auch sonst mit der Koppel hilft, darf Simones Lasse mit dazu.

Die Koppel sollte ihm ja auch noch weitere Sozialkontakte ermöglichen. Da ich aber nicht noch mehr für die Koppel zahlen möchte, was womöglich der Fall wäre, wenn regelmäßig noch mehr Kumpels dabei wären, und ich auch Simone nicht zumuten möchte, ständig mehrere Pferde rauf und runter zu führen, bleiben die beiden (mit Ausnahmen) hauptsächlich nur zu zweit draußen. 

Damit wir die Koppel vor dem Winter nicht abmähen müssen, wäre es schon mal geschickt, wenn Top oder z.B Carina mit Basti, Pick und Skippy zum "Mäheinsatz" vorbeikommen könnten, aber ich möchte nichts riskieren.

Damit die Jungs nicht nur das kürzere, ganz frische Gras fressen, stecke ich immer wieder Abteile auf der Koppel ab. So kann ich etwas steuern, dass sie das fruktanärmere, längere Gras fressen und schaffe es hoffentlich so, die Rehegefahr einzudämmen.

Heute habe ich allerdings beim Koppelzaun-Stecken irgendwie einen Knoten in den Kopf bekommen. Ich hatte mir das so schön ausgedacht wo ich die Jungs lang leiten kann.... und plötzlich merke ich, dass der Koppeleingang mit den Torgriffen genau an der falschen Stelle ist. Zzzz!

Also, alles wieder umgesteckt, damit sie hoffentlich ab morgen einen neuen hufeisenförmigen Bereich mähen können. 


Ich kann euch auch noch von einer etwas seltsamen Geschichte berichten.

Am Dienstag früh war Jojo da und Flip hat 4 neue Eisen inklusive Snowgrips bekommen. Ich bin zwar nicht sicher, ob es wirklich innerhalb der nächsten 8 Wochen Schnee geben wird, aber sicher ist sicher. 

Nachmittags war Flip auf der Koppel und als ich abends kam, Handarbeit gemacht hatte und er danach die Gelegenheit nutzen durfte in der Halle zu flitzen, war ich dann doch sehr erstaunt. Beim Hufe auskratzen war nämlich in einem der Hinterhufe nichts mehr von dem Schlauch des Snowgrips zu sehen. Wie es dazu kommen konnte, ist mir völlig schleierhaft.

Für alle, die nicht so richtig wissen wie das normalerweise aussieht, hier ein paar Bilder. Der Schlauch Innerhalb des Hufeisens, soll verhindern, dass Schnee aufstollt und das Snowgrip an sich befindet sich zwischen Eisen und Huf. Es kann also eigentlich nicht verschwinden. Seltsam. Wie er das innerhalb eines halben Tages entfernen konnte, ist und bleibt sein Geheimnis.

Samstag, 13. September 2025

Der Herbst ist da

Jetzt ist schon wieder Mitte September und ich sehe, dass ich schon länger wieder nicht geschrieben habe. Der Herbst ist da, es regnet viel und abends wird es schon wieder früher dunkel. Wie gut, dass wir wieder eine Halle haben, in der wir nicht nur versuchen Flip aufzutrainieren sondern er auch frei laufen kann.

Solange Nick mit Nicole, Marie und Lisa noch im Stall waren, haben wir geschaut, dass Flip und Nick noch so oft es ging gemeinsame Zeit auf der Koppel verbringen konnten. Dadurch dass Nicole, Andrea oder Simone tagsüber im Stall waren, konnten die Jungs oft während ich im Büro war die private Koppel genießen. Zum Glück trocknet sie schneller ab, als der Treibgang zu den „Stallkoppeln“ und so konnten die Jungs trotzdem einige Tage raus während die Koppeln geschlossen waren.

Die beiden sind schon ein richtig gutes Team und schienen die gemeinsame Zeit zu genießen. Lange Jahre waren sie ja als Dreiergrüppchen unterwegs und man merkt, dass sie ein enges Band verbindet.  

Wenn Flip mit den Boxenpferden auf der Koppel ist, beobachte ich, dass er sich doch oft abseits hält und wenn die anderen zu ihm laufen, das zwar für ihn okay ist, aber so ganz dicht muss er sie nicht bei sich haben.

Bei seinen früheren Herdenmitgliedern sieht das etwas anders aus. Also jedenfalls wenn ich ihn mit Nick oder Lasse beobachte.

Zum Anfang September ist Nick nun mit seinen Mädels ausgezogen, was ich echt schade finde. Nick wird dort mit einem alten Bekannten, Fandango, 2 Stuten und einem weiteren Wallach in einer kleinen Gruppe tagsüber auf einem Auslauf sein und hat nachts eine Paddockbox. Ich bin gespannt was sie erzählen, wie die Zusammenführung läuft. Da Nicole, Marie und Lisa weiterhin auch zu uns in den Stall kommen, wird der Kontakt hoffentlich halten.  

Auch wenn es uns, also vor allem Simone und mir, schwer viel sie gehen zu lassen, sind wir beim Umzug dabei gewesen und ich war auch neulich schon dort um Nick zu besuchen. Wir wünschen wir ihnen, dass sie sich gut einleben, hätten aber ehrlich gesagt auch nichts dagegen, wenn sie wieder zurückkommen würden. Schön, dass sie das Angebot bekommen haben, jederzeit zurückkehren zu können. 

Damit Flip auf seiner Koppel seine Sozialkontakte auch weiter pflegen kann, geht nun Lasse oftmals mit. Auch mit ihm ist das völlig unproblematisch, allerdings beobachte ich, dass mich der kleine Norweger seither beobachtet. Sobald ich Flip raushole, wird geschaut, ob ich eventuell vielleicht auch die Fliegenmaske in der Hand habe, was auf einen Koppelgang hindeuten könnte. Lasse macht das recht unauffällig, schaut dann aber, dass er sich in der Nähe des Tores aufhält, damit er bereit ist, falls er mit darf. 

Wenn wir Flip und Nick zusammen mit Top auf die Koppel gebracht haben, haben wir sicherheitshalber Top ein extra Stückchen eingezäunt, weil sich Top und Nick ja noch nicht kannten. 

Da Top Lasse ganz toll findet, haben wir Flip, Lasse und Top auch schon zu dritt draußen gehabt. Das klappt auch, allerdings sind wir dann dabeigeblieben. Dabei haben wir dann beobachten können, dass Flip dazwischen geht und Top wegschickt, wenn dieser, für Flips Geschmack zu engen Kontakt sucht. Er bestimmt wer wann an wem schnuppert. Mein Alphatierchen eben.

Gestern haben wir Top und Taxi auf dem Spaziergang getroffen und Flip wollte ganz unbedingt ständig an der Seite von Taxi grasen. Daneben sieht Flip fast zierlich aus. Er wiegt ja auch ca. 200 kg weniger.

Kopf an Kopf liefen sie eine Viertelstunde nebeneinander her und rupften Gras. Immer wieder hat aber Flip kurz rüber gezickt, was Taxi überhaupt nicht interessiert hat. Was dieses Verhalten wohl sollte? Irgendwann quietschten die Jungs dann, drehten die Hintern gegeneinander (schlugen aber nicht!) und wir trennten sie. Pferdeverhalten ist doch manchmal schwierig zu verstehen... oder wir hätten wahrscheinlich besser beobachten müssen.

Was gibt es sonst noch zu berichten?  Leider fällt Andrea zurzeit in unserem Team aus, aber ich hoffe, sie kommt bald wieder zu Flip. 

Derweil lernen sich Flip und Lena immer besser kennen und sie ist diese und letzte Woche unter der Woche jeden Tag bei Flip gewesen, so dass er trotzdem zweimal am Tag Programm hatte. Das ist wirklich schön und ich hoffe, sie kommt auch mit ihm klar, wenn er im Winter womöglich mal etwas mehr Leben zeigt.

Johanna ist aus ihrem Urlaub rechtzeitig vor meinem zurück und Vanessas Pflegebeteiligungszeit endet nächste Woche auch schon wieder, denn sie verlässt Stuttgart. Die Zeit ging irgendwie schneller rum als gedacht, auch wenn klar war, dass sie nur vorübergehend kommen wird. 

Während meines Urlaubs, der am Dienstag mit einem Aufenthalt in Hannover (mit Besuch bei Barni und Luna samt Zweibeinern) startet und dann auf Sylt fortgesetzt wird, werden Lena, Johanna und Jenny nach Flip schauen. 

Damit aber auch seine Krankengymnastik nicht zu kurz kommt wird Simone Flip für die Bodenarbeitsstunde mit Lisa am Montag vorbereiten und vielleicht nimmt sie ihn auch mal als Handpferd mit. 

Heute lief das mit den dreien wieder richtig gut. Allen macht es Spaß und so hat Flip einfach mehr Bewegung, denn mir geht die Puste zu schnell aus, wenn wir zusammen auf den Wiesenwegen traben. Wenn er warmgelaufen ist, ist meine Kondition am Ende. Ich werde halt auch nicht jünger.

Jedenfalls ist Flip gut versorgt, aber ich werde meinen Großen vermissen.

Sonntag, 24. August 2025

Handpferdereiten und erster "Ausritt" nach langer Zeit

Vor ein paar Tagen habe ich ja noch geschrieben, dass ich nicht sicher bin, ob oder wann ich mal mit Flip mal wieder ausreiten gehen könnte. 
Nachdem er gestern bei Simone und Lasse so schön als Handpferd mitlief, habe ich heute mal, nachdem ich ihn warmgeführt und in der Halle etwas laufen hab lassen, gefragt, ob er mich denn evtl. auch noch ein Stück tragen würde. 
Er ist, wie früher, ans Gatter geparkt, hat "nicht gemurrt" als ich aufgesessen bin und so bin ich gemütlich bis zum Bahnübergang geritten. Das sind zwar nur gemütliche 5-7 Minuten, aber immerhin! :-)  Den Rest der Strecke bin ich gelaufen und habe mich gefreut. Wäre doch schön, wenn er so fit werden würde, dass wir mal wieder kleine Ausritte machen könnten.   

Beim schon gewähnten Handpferdereiten, haben wir nochmals zusammen probiert, ob das wirklich klappt und sich Simone auch zutraut Flip ohne mich mitzunehmen. 

Gestern bin ich noch mitgelaufen, habe die 3 aus der Ferne beobachtet, fotografiert und gefilmt und bin stolz wie gut es lief. Die 3 sind auch viel getrabt, einen großen Traktor mit Güllewagen begegnet, wir haben ausweichen und hintereinander laufen geübt und Flip klar gezeigt, dass als Handpferd nicht einfach Gras geschnappt  werden darf. Ich will ja nicht, dass er Simone vom Pferd holt.

Flip kennt das ja eigentlich von früher mit Kay und Aquino oder auch wenn er als Handpferd bei Nick mitlief, aber es ist doch immer wieder ein wenig anders. Auch Lasse macht das sehr brav mit und so habe ich die Hoffnung, dass Flip mit den Beiden zukünftig auch mal mit raus kann.

Vielen Dank an Simone, dass du es probieren möchtest!





Sonntag, 17. August 2025

Koppel und Reiten

Auch wenn die neue Koppel noch ziemlich Arbeit gemacht hat, freue ich mich total sie bekomen zu haben.

Flip war, glaube ich, jetzt eigentlich so ziemlich jeden Tag draußen und hatte meist seinen Freund Nick dabei. Da Nicole oftmals tagsüber im Stall ist oder am Stall vorbei kam, hat sie sich teilweise auch mit Andrea abgestimmt und die Jungs konnten gemeinsam das Gras genießen. Wie wir das zukünftig organisieren, wenn sie nicht mehr im Stall sind, müssen wir mal schauen, aber auch Simone hat angeboten ihn immer mal raus zu lassen.

Solange Nick noch da ist, versuche ich Flip Zeit mit ihm zu ermöglichen, hatte aber neulich auch mal Top mit dabei, als ich mal wieder auf der Koppel gearbeitet hatte.

Es ist zwar eigentlich nur ein Stück Gras mit zwei Bäumen, aber es ist irgendwie doch immer was zu tun. Die ganze Arbeit auf der Koppel macht mir eigentlich schon Spaß, auch wenn es eine ziemliche Schufterei ist. Was es halt krass anstrengend macht, sind die sehr hohen Temperaturen, die wird zurzeit haben. 34° c ist meine Wohlfühltemperatur deutlichst überstiegen. 

Mittlerweile habe ich den großen Ast, der heruntergefallen war, klein gemacht, die Äpfel entsorgt und konnte ihn bei uns im Stall entsorgen. Es waren aber allerhand Äpfel, die dort als Streuobst auf dem Boden lagen. Da sie teilweise schon angegammelt oder noch gar nicht reif waren, kamen sie zum Verfüttern nicht in Frage. Ich hätte sie aber auch nicht in der Menge in die Biotonne tun oder auf den Wertstoffhof fahren können.

Da ich die faulichen Äpfel mit Fliegen und Wespen aber nicht bis nach Marbach oder Remseck fahren wollte, kam ich auf den Einfall bei Henning anzufragen, ob ich sie auf seine Miste bringen könnte. Er hat gleich zugesagt, was eine große Hilfe war, über die ich echt dankbar bin. Sein Hof ist ganz in der Nähe und ich bin nun froh, dass ich auch zukünftig weiß wohin mit dem Fallobst. Bei uns können die Äpfel nämlich nicht mehr auf die Miste, denn wir hatten kürzlich ein Problem mit Ratten und seither werden keine Lebensmittel mehr auf der Miste entsorgt. 

Da die Jungs doch nun häufiger auf der Koppel waren, ist der erste Teil, den ich Ihnen abgesteckt hatte, mittlerweile ziemlich abgegrast und ich habe eine zweite Fläche freigegeben. Ich werde nun nach und nach immer frisches Gras freigeben und die abgegrasten Bereiche abtrennen, damit dort hoffentlich das Gras wieder ordentlich nachwächst. Die Mühe mit dem Abrechen des gemähten Grases hat sich gelohnt, denn es wächst ganz gut nach.

Nachdem nun alles soweit ganz ordentlich ist, ist mir allerdings Zaun ein Dorn im Auge. Er wurde x-mal geflickt, ist mit Flechten bewachsen und teilweise ziemlich durchgescheuert. Die Verpächterin hatte zwar zugesagt sich darum zu kümmern, ich denke aber, sie wird wenn überhaupt nur flicken. Ich hadere nun, ob ich einfach neue Litzen besorge und den Zaun richte, warte bis sie sich mal meldet und schaue was sie macht, einen Vorschlag zur hälftigen Kostenbeteiligung unterbreite oder einfach abwarte und hoffe, der Zaun hält.

Über den Herbst und Winter werde ich jedenfalls einen kleineren Bereich auf der Innenseite des Zaunes abstecken, so dass nicht immer der komplette Zaun unter Strom stehen muss, sondern nur der genutzte Bereich. So hatte ich das auch in Hemmingen gemacht und ich habe ja auch noch Zaunmaterial von damals übrig.

Nun gibt es aber noch etwas zu berichten. Nach langer Zeit habe ich mich gestern, nachdem ich Flip warm gelaufen und mit ihm Handarbeit gemacht habe, mal wieder drauf gesetzt. So wie mit Dr. B. besprochen, habe ich Flip gefragt, ob er bereit wäre mich ein bisschen zu tragen, und er hatte nichts dagegen. Ich bin dann ca. 5 - 10 Minuten Schritt und Trad geritten und es war richtig schön. Natürlich hat er keine gute Kondition mehr und bei den Temperaturen war er auch nicht unbedingt der Fleißigste, aber er lief schön und ich war happy. 

Danach habe ich noch einen Besuch bei Carina im Stall gemacht, bin ihr während wir gequatscht haben, etwas zur Hand gegangen und habe mich überzeugen lassen, dass ich einen kleinen Ausritt mit ihr wagen könnte. Letztes Jahr in Island bin ich das letzte Mal bei dem kleinen Touri-Ausritt auf einem fremden Pferd gesessen. Ich glaube das mal davor war wahrscheinlich die Asphaltrunde auf Raffi, der vermutlich schon ca. 4 Jahre nicht mehr am Leben ist.

Es war daher ziemlich ungewohnt, aber wir hatten einen schönen Schrittausritt und Pic hat mich sehr brav getragen.  Vielleicht wiederholen wir das noch mal und eventuell bin ich dann auch mutig genug mit ihm ein Stückchen zu traben.

Gestern war mir allerdings noch nicht danach, denn schon der Anblick des blonden Halses vor mir, die langsamere Reaktion auf Hilfen an der Hand und die Tatsache, dass unter dem Sattel gar kein Bauch zum Bein anlegen, zu spüren war, war schon sehr ungewohnt. 

Ob wir Flips soweit wieder aufgebaut bekommen, dass ich mit ihm ausreiten kann wird die Zeit zeigen. Falls es nicht klappt, ist es auch nicht tragisch, denn mein Hauptziel ist, ihm einen schönen Lebensabend zu ermöglichen.

Sonntag, 10. August 2025

Flip hat nun seine eigene Koppel

Es ist vollbracht! Was lange währt, wird endlich gut!

Flip kann die Koppel gegenüber unseres Stalls nun offiziell nutzen  😊

Das ist echt klasse, denn so kann ich Flip zu mehr Abwechslung und Sozialkontakt verhelfen. Dass ich mich riesig gefreut habe, als ich die Zusage bekommen habe und es hieß, dass ich die Koppel "ordentlich übergeben bekomme", könnt ihr euch denken.

Ich hatte schon befürchtet, dass ich nach einem Gärtner oder ähnlichen suchen muss, der mir die Koppel mäht und dass viele Gras und Unkraut, das dort gewuchert ist, abtransportiert. 

Die Koppel wurde dann nicht nur gemäht, sondern auch gemulcht, was aber zur Folge hatte, dass aufgrund der großen Menge des Grases/ Unkrauts, dann aber eine dichte Schicht kleingehexeltes Grünzeug auf dem Gras liegen blieb.

Da es im Juli und Anfang August sehr viel und stark geregnet hat, habe ich mal gegoogelt und mich umgehört wie das so mit der Koppelpflege und dem Mulch läuft. 

Überall war zu lesen und zu hören, dass man bei einer zu dichten Schicht Gefahr läuft, dass sich darunter Fäulnis und Schimmel bildet. Mal abgesehen davon, dass die Pferde so lange das Gemulchte drauf liegt nicht auf die Koppel gehen könnten.

Da die Verpächterin den Grünschnitt nicht entfernen, und ich nicht riskieren wollte, die Koppelzusage zu verlieren, blieb mir nichts anderes übrig als selber Hand anzulegen, und zwar mit Rechen und von Hand. 

Zum Glück hatte ich aber in Carina und Simone fleißige Helfer (Margot viel wegen Umzug und die Pflegebeteiligen wegen Urlaub aus) und habe von Armin einen besseren Rechen gebracht bekommen .

Lena und ihr Freund kamen aber auch ruckzuck und haben gleich den großen Ast vom Apfelbaum, der auf den Zaun geflogen war, abgesägt. Im Regen haben wir angefangen das Gras wegzurechen und es erstmal in das Koppelzelt zu bringen. Was für eine Arbeit.
Ich hatte die Hoffnung, dass die Verpächterin, wenn sie das Zelt abbaut, was sie leider machen möchte, auch das Gras mit abtransportiert. 

Da sie das ablehnte, hieß es sowohl das Gras, das noch auf der Koppel lag, als auch das aus dem Zelt musste entsorgt werden. Was für eine Schufterei.

Zum Glück hat Matze erlaubt, dass ich es auf die Miste bringen kann, denn wie sich herausgestellt hat, habe ich die riesige Menge total unterschätzt.

Wie viele der ganz großen Mistkarren es tatsächlich waren, kann ich gar nicht mehr sicher sagen. Ich schätze es waren ungefähr 16 und ich kann euch sagen, das geht ganz schön in den Rücken, Nacken und Arme und macht einen ordentlichen Muskelkater. 

Als die letzte beladene Schubkarre Gras auf der Miste gelandet ist, fiel mir aber ein Stein vom Herzen. Ich habe der Verpächterin geschrieben, dass alles nun ordentlich ist, ich einen Dauerauftrag einrichte und Flip die Koppel ab sofort nutzt.

Der tragende Apfelbaum wurde eingezäunt, die Koppel abgetrennt (damit der andere Teil gut nachwächst), Strom angeschlossen, Warnschilder angebracht…

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schön es war ihn nach dieser mühseligen Arbeit genüsslich grasend auf der Koppel zu sehen. Und noch viel toller war es, als er an den Folgetagen zusammen mit seinem Kumpel Nick raus durfte, während die „normalen Koppeln“ noch gesperrt waren, da der Treibgang zu feucht war. 

Dank der neuen Koppel konnte er schon 5 Tage früher wieder raus (während ich teilweise im Büro war) und mit Nick quality time verbringen, da Nicole, Marie und Andrea das Raus- und Reinbringen ermöglicht haben.

Heute war Flip dann nach einem gemeinsamen Spaziergang mit Nick und Lasse draußen und ich hatte das Gefühl die Pferde sind ebenso happy wie ich.

Wenn ich ihn so mit seinen Freunden sehe, geht mir das Herz auf. 


Unter dem großen Apfelbaum kann man es selbst bei den hohen Temperaturen, die wir zur Zeit haben, richtig gut aushalten. Das war auch Teil meines Plans, dass wir es evtl. schaffen, dass Flip (und Top) dann stundenweise raus können statt für Schatten in der Box bleiben zu müssen.

Wie wir es nun zukünftig hinbekommen, dass die Koppel von ihm mindestens stundenweise genutzt werden kann ohne kaputt zu gehen und wie wir die Pferde rein- und rausbringen, wird die Zeit zeigen. 

Bis jetzt war Top auch noch nicht mit draußen, da Margot im Umzugsstress ist und zu Beginn auf jeden Fall dabei sein möchte bzw. während die Jungs draußen sind, dabei bleiben will. 

Da ich bei Flip überhaupt keine Bedenken habe, dass er mit Nick, Lasse und/oder Top oder auch alleine brav draußen bleibt, bin ich für meinen Teil beruhigt und froh, wenn ich Hilfe finde, die ihn mir raus- und auch wieder reinbringt. 

Das muss ich nun alles einfach einspielen und wie die Koppelpflege ablaufen wird, ist ja ohnehin wetterabhängig. 

Ich bin jetzt jedenfalls mega froh, dass ich die Koppel habe und Flip so die Möglichkeit hat auch mit seinen früheren Herdenkameraden freie Zeit zu verbringen.

Dass die Zeit mit Nick Ende des Monats abläuft, finde ich für ihn und mich total schade. 

Wir hatten ja auch vor, dass Flip bei Nick als Handpferd mit raus kann. Da das ja nach deren Umzug auch nicht mehr möglich sein wird, haben wir neulich mal probiert, ob er auch bei Lasse brav mitgehen würde. Ich bin mit Nick mitgelaufen und es hat super geklappt.

Flip ist so brav neben Lasse hergelaufen, als hätte er nie etwas anderes gemacht und Simone hat auch seinen Versuch, nebenher zu vespern, sofort unterbinden können.

Das wäre natürlich schön, wenn das klappen würde und ich finde es toll, dass es Simone mal ausprobiert hat und auch bereit wäre ihn mal mitzunehmen.

Auch das bietet wieder Abwechslung und freut mich.