Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Samstag, 7. Mai 2022

Kolik, Loch im Huf und Ungewissheit, ob die Sättel passen - nicht so gut!

Heute melde ich mich mit keinen so guten Nachrichten der letzten Tage.

Letztes Wochenende hatte Flip eine Kolik. Nachdem am Samstag tiefgemistet wurde, hat er sich offenbar den Bauch so mit frischem Stroh voll geschlagen, dass er nachts Bauchweh bekommen hat. Zum Glück hat das Anni bei ihrem letzten Rundgang vor dem Schlafengehen gemerkt und sich bei mir gemeldet.

Ich bin daraufhin natürlich gleich ins Auto gestiegen und zu ihm gefahren. Sein Bauch war ziemlich dick und aufgegast und es bubberte wie wild, aber er äpfelte nicht. Ich bin dann also mit ihm in der Halle rumgelaufen in der Hoffnung, dass er Ballast abwirft und es ihm besser geht. Irgendwann ist mir ziemlich Unruhe im Stall aufgefallen und, dass ein Pferd stöhnt. Als ich nachgeschaut habe was da los ist, habe ich dann Hypnos hinter den Fressständer liegen sehen. Er kam nicht mehr alleine auf die Füße und die Herde war auch besorgt und nervös. Nachdem auch die Bemühungen von Anni und Walter nicht geholfen haben, haben wir seine Besitzerin verständigt, die dann auch kam. Sie hat ihn mit Kreislauftropfen, gutem Zureden und größere Mühe wieder auf die Füße bekommen, allerdings ist er ihr dabei so auf den Fuß getreten, dass nun ihr Mittelfuß gebrochen ist. Da sie also dann auch stark lahmte bin ich mit den beiden älteren Herren in der Halle gelaufen bis die Tierärztin kam und beide Pferde untersucht hat.

Beide wurden verarztet, Flip hat ein Haufen Spritzen bekommen, wollte sich aber keine Nasenschlundsonde setzen lassen. Das kann ich völlig nachvollziehen. Wir haben aber das Paraffinöl auch so in ihn rein bekommen, denn ich wollte ihn auf keinen Fall in der Nacht noch sedieren lassen. Die Nacht hat er dann mit einer großen Portion sehr dünne Mash in der Halle verbracht damit er nicht weiter Stroh und Heu frisst.

Das hat wohl ganz gut geklappt und so wie es sein sollte, hat Anni am nächsten Morgen zwei Häufen vorgefunden und er konnte dann wieder in den Fressständer und mit den anderen Heu frühstücken. Wenn auch nur eine kleinere Portion.

Den Sonntag habe ich dann damit verbracht ihn zu bespaßen und dabei vom Futtern abzuhalten. Das heißt, ich kam nachts um 2 Uhr ins Bett, habe gefühlt gar nicht geschlafen und war am nächsten Morgen um 6 Uhr wieder bei ihm. Dann haben wir gleich mal einen morgendlichen Spaziergang mit Laura und Maus gemacht, danach waren wir in der halle mit ball und Plane, mittags hatte er mit Nici 1,5 Stunden Beautyprogramm und nachmittags war ich dann nochmals mit ihm und Simone mit Lasse spazieren.

Das war ein Programm … und wir waren beide hundemüde. Den anderen Pferden hat man auch angemerkt, dass es eine unruhige Nacht war. Auch sie lagen tagsüber und haben einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht. Zum Glück war Flip aber am Sonntag aber wieder so fit, dass er wieder in die Herde konnte und fand es auch gar nicht schlecht, dass er paar Mal am Tag leckeres flüssiges Mash bekommen hat.

Da es eine Verstopfungskolik wegen dem Stroh war (wir werden zukünftig am Tag des Tiefmistens wohl mehr Programm machen müssen), hatten wir Glück und konnten dann auch langsam wieder anfangen ab Montag grasen zu gehen. Flip muss ich ja auf die heutige Koppeleröffnung vorbereiten. Ich will ja nicht, dass er womöglich vom frischen Gras Rehe bekommt.

Hyps geht es zum Glück auch wieder besser. Ich will gar nicht wissen was passiert wäre, wenn ich ihn nachts nicht in seiner misslichen Lage gefunden hätte. Das hätte ganz schlecht enden können.

Ja, und dann hatten wir vorgestern noch Hufschmied. Flip hat schon eine ganze Weile am linken Vorderfuß einen waagrechten Riss in der Mitte gehabt. Jojo sagte schon, dass wäre nicht bedenklich solange der Riss waagrecht und nicht senkrecht wäre. Ich hatte aber das Gefühl, dass er sich leicht ausbeult und so hat Nathanael am Donnerstag mal etwas daran gefeilt damit wir sehen wie tief es ist. Daraufhin trat eine klebrige graue Masse aus dem Hof aus. 

Das heißt Flip hatte wohl ein Hufgeschwür, dass er nicht gezeigt hat und das nach unten auf dem Weg war heraus zu wachsen. Nathanael hat daraufhin die Stelle etwas geöffnet damit der Druck entweichen kann und nun hat Flip ein Loch in der vorderen Hufwand. Das beunruhigt mich schon ziemlich, denn das kann ich ja nicht wirklich richtig gut sauber halten. Ich habe aber mit Jojo geschrieben und auch telefoniert und er hat versucht mich etwas zu beruhigen. Ich hoffe, das wächst alles tatsächlich unproblematisch nach unten. Das wird eine ganze Weile dauern und mich begleiten.

Unsere „Baustelle“ mit dem Sattel klärt sich hoffentlich am 19.Mai. Da kommt nämlich endlich die Sattlerin, die meinte einer oder beide Sättel drücken. Ich hoffe, dass der Termin Klarheit schafft und wir dann schauen können, dass Flip passendes Equipment bekommt. Flip muss ja gut bewegt werden, soll dabei wieder mehr Rückenmuskulatur aufbauen und ich möchte nicht ständig die Ungewissheit haben, dass es ihm nicht gut geht. Warten wir mal ab wie dieser Termin läuft.

Nachher bin ich auf jeden Fall erstmal mit Nicole, Matilda und Simone zum Ausreiten verabredet, damit die Pferde gut bewegt sind wenn es um 16 Uhr auf die Koppel geht. Da wird sich Flip bestimmt freuen, denn er kann es, glaube ich kaum erwarten, endlich auf die Koppel zu dürfen.


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