Nun
sind die 3 Monate Schritt, die uns die Klinik verordnet hat, daher war unser
Tierarzt wieder mal zu viert bei uns um ein Kontroll-Ultraschall der Schulter
zu machen und zu schauen, ob die 4 Stoßwellenbehandlungen Erfolg gebracht
haben.
Als erstes
sind wir vorgetrabt und da bestätigte sich, was ich eigentlich schon wusste,
denn ich habe die letzten Tag hin und wieder einen kleinen Trab probiert und da
fühlte es sich ziemlich unrund an. Auch ist mir aufgefallen, dass er bei
Spaziergängen (vor allem bergab) immer wieder unklar läuft,
Lange
Rede kurzer Sinn: Flip läuft nicht wirklich klar.
Ob
er lahmte weil er noch mit der Schulter Probleme hat oder einfach, weil er
durch die verringerte Bewegung sehr steif geworden ist, ist gar nicht so
richtig klar.
Es
war jedenfalls sehr ernüchternd/traurig, denn ich hatte doch gehofft, dass wir
langsam die Bewegung etwas steigern und traben dürften.
Die Ergebnisse
des Ultraschalls habe ich dann gar nicht mehr so richtig mitbekommen oder
abgespeichert.
Also,
ich glaube. der Ultraschall war gar nicht so schlecht.
Ich
habe zwar auf den Monitor geschaut, aber da kann man ja als Laie nicht viel
erkennen. Es hieß, dass sich die Sehnenstruktur verbessert hätte und auch die
Flüssigkeit, die früher zu sehen war und durch die Entzündung kam, weg wäre.
Nichtsdestotrotz wird die Verkalkung wohl nicht mehr verschwinden.
Die
Tierärzte wollen nun nochmals mit der Klinik Kontakt aufnehmen und die
Ergebnisse besprechen. Die Stoßwelle war ein Versuch aber keiner hatte eine
wirkliche Prognose abgegeben oder versichert, dass sich dadurch viel verbessert.
Das wusste ich, aber wollte es auf jeden Fall probieren. Geschadet hat es
sicherlich nicht. Das Wichtigste war die Ursache für die Entzündungen in der
Schulter abzustellen und zu verhindern, dass er weiter in die Fressständer
drückt.
Nun
wurde mir gesagt, ich solle schauen, dass Flip tagsüber wieder mehr in Bewegung
kommt. So ein älterer Herr, der noch dazu sein ganzes Leben in Herdenhaltung
verbracht hat, bräuchte kontinuierlichere Schrittbewegung.
Am Wochenende kann ich ja 2x täglich zu ihm gehen und wenn wir abends grasen gehen, findet er das prima, aber unter der Woche ist das schwierig.
Der
Tierarzt fand auch das Laufband, dass es bei uns im Stall gibt, für eine
gleichmäßige Bewegung gar nicht so schlecht, allerdings bin ich mir sehr
sicher, dass Flip diese Art der Bewegung absolut ätzend finden würde, da er
schon Longieren total sinnfrei findet. Auch kann ich mir nicht vorstellen dass
eine halbe Stunde auf dem Laufband so viel bringen würde wie eine ständige
Bewegung z.B in einem Laufstall.
Eine
24/7-Koppel ist aber für ein so leichtfuttriges Pferd, das nur schwer ein
Sättigungsgefühl verspürt, auch nicht wirklich passend.
Ich
habe ich mich also im Internet und in der Gegend nach einem neuen Stall umgesehen und auch sonst alle Möglichkeiten, die vielleicht vorhanden sind,
versucht abzuklären.
Alles
gar nicht so einfach und wenig erbaulich, denn entweder gibt es gleichartige Fressständer,
große Gruppen, steile Koppel, Erlaubnis nur ohne hintere Eisen, es ist weit
weg, hat keine Halle, kleine Boxen, Selbstversorgerställe…
Ich
kenne Flip jetzt 17 Jahre und habe selber gesehen, dass er teilweise nicht ganz
klar läuft, in der Box nicht so glücklich ist (er will teilwiese nach der
Bewegung nicht rein) und, dass ihm auch seine Sozialkontakte fehlen. Das tut
mir weh und mir war eigentlich schon bei dem Wechsel klar, dass ich mir auf
Dauer etwas einfallen lassen müsste.
Wir
gehen zwar oft (im Schritt) ausreiten oder spazieren, aber das Herdenleben
ersetzt das eben nicht.
Mit
Basti und Pick scheint er ganz in seiner Onkelrolle aufzugehen und wenn die
Jungs draußen stehen bleiben oder rückwärts laufen weil sie irgendwas erschreckt,
läuft er ungerührt voran als wollte er sagen „kommt Jungs, ich gehe vor und
zeige euch, dass nichts passiert“.
Auch
mit anderen Pferden geht er brav mit und scheint einfach froh zu sein, wenn wir
Begleitung haben, wobei wir mittlerweile auch alleine ganz gut klar kommen.
Neulich
waren wir eine Runde mit seinem alten Freund Nick unterwegs und man konnte Flip
anmerken dass er sich total gefreut hat. Unterwegs hat er immer wieder an Nick
geschnuppert und nach dem Spaziergang standen die beiden im Hof und wollten
sich gar nicht mehr voneinander trennen.
Das
tut mir so leid und zerreißt mir fast das Herz weil ich ihm ein Leben bei
seinen Freunden nicht mehr ermöglichen kann. Er versteht nicht warum er nicht
zurück kann und ich kann es ihm auch nicht erklären.
Mittlerweile
ist nun auch mir klar, dass ein Rückweg in sein altes zu Hause nicht mehr
möglich sein wird. Die Ära ist nach 15 Jahren offensichtlich zu Ende, daher
habe ich gestern meine letzten Sachen geholt.
Wir
haben zwar im neuen Stall auch nette Leute kennegelernt, aber die Herde drüben war
eben seine „Familie“, für die er sich auch Jahre lang verantwortlich fühlte und
auch für mich war es ein zweites zu Hause.
Das
war einmal und wir müssen uns umstellen und nach vorne sehen.
Es
gibt eventuell eine Möglichkeit, die vielleicht die tägliche Bewegung und den
Sozialkontakt wieder ermöglicht, von der ich aber noch nicht berichten möchte,
da sie noch nicht ganz sicher ist.
Drückt
einfach mal die Daumen, dass es klappt und Flip einen neuen schönen
Lebensabschnitt starten kann. Ich werde dann berichten was wir versuchen und
wie es Flip damit geht.