Neuigkeiten von meinem Freiberger Flip
(und Geschichten zum Nachlesen von seinem Freund Aquino)

Samstag, 3. Mai 2025

Röntgen und Koppel

Gestern hatten wir einen Tierarzttermin, denn Flip musste geimpft werden. Bei der Gelegenheit habe ich Flips Rücken röntgen lassen, da mir ja, seit er vor ca. 2 Jahren angefangen hat immer wieder zu lahmen, mein Bauchgefühl sagte, dass die Probleme eher von weiter oben kommen könnten. Außerdem hat er damals ja immer wieder beim Satteln und Absatteln gezeigt, dass ihn etwas stört. Ihr erinnert euch vielleicht, dass die Sättel immer wieder Thema waren. Der Sattler meinte sie passen, aber Flip zeigte, dass irgendetwas nicht stimmt. Immer wieder hatte ich auch beim Tierarzt angefragt, ob Flip womöglich Probleme mit dem Rücken haben könnte, aber auf Abtasten oder sonstige Untersuchungen hat er aber nie reagiert. Hätte ich mal früher auf mein Bauchgefühl gehört.

Gestern kam nämlich heraus, dass Flip über die komplette Sattellage und vor Richtung Hals Verkalkungen um die Dornfortsätze hat. Die Wirbel stoßen nicht aneinander oder so irgendetwas schlimmes, aber alle Wirbel zeigten auf den Röntgenbildern eine weiße Linie. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich durch eine chronische Knochenhautentzündung oder einfach altersbedingt diese Kalkschicht gebildet, die ihm eventuell Probleme bereitet. So wie er reagiert, wenn ich aufsitzen möchte (mal ist es okay, mal macht der den Kopf hoch...), scheint es Tagesform abhängig unterschiedlich zu sein. 

Dr. B. kann mir auch nicht wirklich sagen inwieweit Flip noch reitbar ist. Es sieht aber eher danach aus, als würden wir Fußgänger bleiben. Wenn Flip einen guten Tag hat und der Sattel so angepasst ist, dass er ihn nicht drückt, kann ich eventuell ab und an mal wieder drauf sitzen, aber, dass wir ihn durch so auftrainieren können, dass ich etwas länger reiten kann, ist wohl eher unwahrscheinlich.

Ich habe es irgendwie schon die ganze Zeit gewusst, wenn es einem aber dann so bestätigt wird, ist es trotzdem frustrierend. Flip hat mich jetzt so viele Jahre getragen, da ist es kein Weltuntergang, wenn er nicht mehr reitbar wäre. Für seinen Kopf, würde es ihm/uns sicherlich gut tun mit den Jungs ab und dann wieder ausreiten gehen zu können. Nicole hat mir, als sie von der Diagnose hörte, netterweise angeboten, Flip regelmäßig als Handpferd zu Ausritten mitzunehmen. Das ist klasse und ich freue mich sehr darüber.

Die Röntgenaufnahmen werde ich mal mit Carina und meiner Trainerin anschauen und überlegen was wir mit der Diagnose machen. Bei jüngeren Pferden könnte man die Problematik wohl mit Muskelaufbau-Training in den Griff bekommen, bei Flip erschwert die Problematik mit der Schulter das Ganze aber, denn er ist ja nicht mehr voll belastbar. 

Am Nachmittag fand dann das jährliche Highlight, die Koppeleröffnung, statt. Juhu, endlich hat das lange Angrasen ein Ende.

Schon als Anni die Pferde in die Fressständer gerufen hat, hat Flip, der schon längst gemerkt hat, dass etwas im Busch ist, ungeduldig mit den Hufen aufs Gatter geklopft. Er wusste sofort was eigentlich zu tun war, konnte aber ja der Aufforderung nicht nachkommen, um wie aufgefordert, das Koppelhalfter im Fressständer abzuholen.

Als dann die Herde an seinem Paddock entlang auf die Koppel galoppierte, regte er sich schon ziemlich auf und trabte rein und raus. Er verstand nicht, warum er nicht (wie früher) mit durfte.

Als die Herde dann unten war, haben wir die 3 Rentner (Flip, Top und Chris), die zusammen auf eine separate Koppel gehen, heruntergeführt. 


Wie erwartet wäre Flip gerne galoppiert. Klar, 15 Jahre war er gewöhnt, dass er mit der Truppe auf die Koppel galoppiert, daher fiel es ihm natürlich schwer mit mir an der Hand langsam und artig herunterzulaufen. Natürlich hat es aber (mit etwas Mühe) trotzdem geklappt. Musste es auch, denn es muss gleich vom ersten Tag geklärt sein, wie der Ablauf sattfindet, damit er auch später ohne Probleme und Eile nach unten geführt werden kann. 

Flip, Top und Chris sind dann auch deutlich flotter und länger über die Koppel galoppiert, als wir erwartet hatten. Dass die Koppel nun dreieckig ist, hat die Pferde auch etwas überrascht, denn plötzlich wurde es im Eck etwas eng. Zum Glück konnten sie rechtzeitig bremsen und sie haben sich dann auch langsam wieder beruhigt und begonnen zu grasen. Wir waren aber alle aber so perplex wie wild und lange die 3 rumrennen, dass wir sie gar nicht gefilmt haben. Schade. 

Top wäre gerne noch viel länger gemeinsam über die Koppel gerannt, aber Flip hatte sich ja schon deutlich mehr als gewohnt bewegt und sich genüsslich dem Gras gewidmet.

Dass Top noch ein paar Runden um ihn rumgeflitzt ist, konnte ihn nicht aus der Ruhe bringen und auch Chris, guckte nur noch zu, also tat es Top den beiden Kumpels gleich und alle entspannten sich.

Heute früh kamen die Pferde spontan gleich morgens auf die Koppel, denn schon ab 9 Uhr sollte es regnen. Eigentlich wollte ich die ersten Tag das Herunterführen mit Flip üben, aber wie mir berichtet wurde, hat sich Flip von Margot gut runter führen lassen und sie meint, bis in ein paar Tagen kann sie beide gleichzeitig führen. Schauen wir mal. 

Die Pferde haben wieder ein paar Runden über die Koppel gedreht und dann kehrte wohl auch wider schnell Ruhe ein. So soll es sein!

Samstag, 26. April 2025

Heute war Putztag :-)

Nachdem wir zwischenzeitlich richtig tolles Wetter hatten, hat sich Flip so langsam fast von seinem Winterfell verabschiedet. Unter dem dicken Teddyfell kommt nun ein relativ schlanker Flip zum Vorschein.

Wenn er trabt sehe ich nun, tatsächlich Rippen. Es ist jetzt nicht so, dass er richtig dünn wäre, allerdings ist es etwas ungewohnt Rippen zu sehen. Er hat nicht nur viel Muskulatur abgebaut, sondern ist nun schon schlanker geworden und ich muss beobachten, ob die Menge Heu für ihn passend ist, er mit seinen Zähnen beim Heukauen klarkommt oder ich womöglich mehr Heucobs zu füttern muss.

Gestern war dann auch der Zahnarzt wieder da und hat die Zähne gecheckt. Außer einer kleinen Stelle, die etwas abgeschliffen werden musste, war alles in Ordnung. Bei älteren Pferden, die ihre Backenzähne schon stark abgemahlen haben, sollte man ohnehin nicht so viel abschleifen. Auch er sagte, ich müsste beobachten wie Flip frisst und, ob die Zähne womöglich irgendwann zu wackeln beginnen. Bisher ist aber alles fest und er kommt ja zurzeit ganz gut klar.

Was er offensichtlich sehr gut fressen kann, ist Gras und so bereiten wir uns fleißig auf die Koppeleröffnung, die nächste Woche stattfinden soll, vor. 

Weiterhin versuche ich für mehr Abwechslung und Bewegung für Flip noch eine zusätzliche Koppel (möglichst mit etwas Schatten für den Hochsommer) zu organisieren. Ich habe Hoffnung, dass es vielleicht doch noch klappt und er eine zusätzliche Koppel bekommen kann, auf die er dann mit Top oder Nick oder so noch stundenweise raus könnte. Ich denke, das würde ihm gut gefallen. 

Heute wurden, nachdem es vor ein paar Tagen die Wurmkur gab, der Laufstall und die Boxen tiefgemistet. Flip hat genau beobachtet, ob Margot das alles korrekt macht und hat nicht so ganz verstanden warum er draußen auf dem Paddock warten soll und nicht gleich rein darf um im Stroh herumzuwühlen.

Den fast leergeräumten Laufstall hätte Flip auch gerne mal genauer untersucht, was den Bewohnern, wie man auf dem Foto sieht, nicht entgangen ist.

Die Gelegenheit des großen Reinemachens habe ich gleich genutzt und auch unsere Tränke sowie die beiden Tröge geputzt. Jetzt ist wieder alles blitzblank, bis vor allem Flip, wieder alles einferkelt. Im Trog bleiben immer Heucobsreste und beim Trinken schlabbert er mit Vorliebe auf Tops Seite und an der Tränke kleben dann Spuren von Heu und Stroh. Lecker!

Über diese lustige Männer-WG schmunzeln wir öfters. Die Jungs sehen nicht nur total unterschiedlich aus, sondern sind auch vom Charakter grundverschieden. Sie sind zwar gleich alt und beide verfressen, aber das war es dann auch schon so ziemlich mit den Gemeinsamkeiten. Wahrscheinlich werden sie nie best Buddies, kommen aber sehr gut miteinander aus und wiehern sich freudig entgegen, wenn der andere nach einer etwas längeren Zeit wieder auftaucht. 

Sie zicken sich hin und wieder an, klauen sich gegenseitig das Heu und fühlen sich beide aber, so wie es aussieht, ganz wohl.








Ansonsten haben die beiden Studentinnen, die sich um die Pflegebeteiligung beworben haben, kürzlich zusammen bei Lisa eine Bodenarbeitsstunde mitgemacht und neulich hat auch Andrea wieder bei Lisa mitgemacht. Das war total spannend zu beobachten. 

Flip passt sich tatsächlich den unterschiedlichen Laufstilen stark an und man konnte ziemlich gut Unterschiede im Gangbild erkennen. Es hat bei allen gut geklappt und alle Beteiligten hatten Spaß daran. Auch die klassische Handarbeit mit der wir begonnen haben klappt echt gut und Flip hat daran richtig Spaß. 

Ich saß sogar neulich mal kurz mit Westernpad auf ihm und bin ein paar Zirkelrunden geritten. Das Auf- und Absitzen war ihm aber nicht so richtig angenehm bzw. schon bei der Aufstiegshilfe schien er zu zögern. Er hat den Kopf nicht mehr so arg hoch genommen, aber irgendwas gefällt ihm nicht. Das passt nicht so richtig zu ihm, denn er scheint sich sonst über Abwechslung zu freuen und fand Reiten eigentlich nie so übel.

Da mir mein Bauchgefühl schon seit er damals zu lahmen begonnen hat, immer wieder sagt, ich sollte mal nach seinem Rücken gucken lassen, habe ich beschlossen, auch wenn er auf Abtasten... nicht reagiert, sicherheitshalber den Rücken röntgen zu lassen wenn Dr. B. ohnehin die nächsten Wochen zum Impfen kommt. Dann bin ich beruhigt und weiß, ob er was hat, oder ich doch ab und an je nach Tagesform und Aufbau neuer Muskulatur reiten könnte. Solange das aber nicht klar ist, reiten Kleinere wie Emil oder neulich auch mal 2 Runden Mini. Damit hat er keine Probleme. 

Schön ist, dass ich das Gefühl habe, man sieht langsam mindestens am Brustmuskel Fortschritte und, dass das fleißige Trainieren Früchte trägt. Flip läuft auch im Moment recht gut, einzig neulich, als wir wieder Spielsachen in die Halle geräumt hatten, war zu beobachten, dass er nicht mehr auf das Podest stehen möchte. Das heißt er würde schon gerne, kann aber offensichtlich die Vorderbeine nicht mehr so gut aufs Podest platzieren und sich dann hochdrücken. Auch beim Wälzen ist mir schon aufgefallen, dass er hin und wieder beim Aufstehen wie kniet, statt sich mit ausgestreckten Vorderbeinen hoch zu drücken. 

Er kommt aber trotzdem ganz gut klar und damit er auch auf etwas drauf steigen konnte, haben wir ihm eine Palette reingetragen. 

Den neuen Pferden hat er dann noch gezeigt wie man wippt und, dass die Wippe gar nicht gefährlich ist. Das einzige Problem bei der großen Wippe ist nur, dass er meist keine Lust mehr hat davon herunter zu kommen um die anderen wippen zu lassen :-)

Mittwoch, 9. April 2025

Was wir so machen

So, was gibt es zwischenzeitlich zu berichten?

Eigentlich ist nicht viel Spektakuläres passiert, aber ich denke, das ist manchmal auch gar nicht schlecht.

Soweit ich das sehe, geht es Flip ganz gut. Er läuft mittlerweile viel besser und Montag abends trainieren wir weiterhin fleißig mit Lisa. Das macht uns Spaß und wir machen Bodenarbeit mit Übungen, gegen seine Verspannungen im Hals und Schulterbereich, schauen, dass er die Vorderbeine möglichst gleichmäßig belastet, longieren mittlerweile Schritt, Trab und ab und zu kurz etwas Galopp und vorletzte Woche haben wir auch mit klassischer Handarbeit gestartet.

Das habe ich schon damals mit Libelle ausprobiert, aber muss zugeben, dass ich das nicht so gut im Griff habe. Die äußere Hand, die weiter oben am Hals liegt, rutscht mir immer vor und ich tue mir schwer, wenn ich gleichzeitig die Hände ruhig mit konstanter Anlehnung halten soll und ihn gleichzeitig versuchen muss fleißig voranzutreiben. 

Das werden wir also weiter üben und ich hoffe, dass ich bald dabei Verstärkung habe. Andrea kommt weiterhin dienstags und donnerstags früh, was echt cool ist und mich entlastet und dann hatte ich meine „Pflegebeteiligung-gesucht-Anzeige“ weiter im Netz. Nun haben sich außerdem 2 Studentinnen gemeldet, die gerne 1-2x  die Woche bei Flips Bewegung und Betreuung einspringen würden. Beide sind nett, haben Pferdeerfahrung und hätten auch Spaß daran sich um ihn zu kümmern, ohne reiten zu können. Das ist wirklich ein Lichtblick, denn wenn Nici ausfällt, weil sie eine Babypause einlegt, hatte ich schon befürchtet, dass es mit Flips Betreuung eng wird. Hoffen wir mal, dass es mit den beiden so klappt. 

So scheine ich es tatsächlich zu schaffen, dass er fast täglich 2x am Tag Besuch bekommt und somit Ansprache und Bewegung hat. Das ist mir auch wichtig, nachdem er ja nur noch eine Box mit Paddock hat und nicht mehr Tag und Nacht in der Herde rumlaufen kann. 

Außerdem habe ich es bisher leider nicht geschafft für ihn z.B. die Koppel gegenüber vom Parkplatz oder sonst ein Stückchen Auslauf zu organisieren, damit er dort auch noch etwas raus könnte. Das ist schade, aber man muss einfach das Beste aus der Situation machen. 

So gern ich Flip auch im Laufstall (oder am liebsten im kleinen Laufstall, der nun wieder bewohnt ist) sehen würde, so froh bin ich hin und wieder, dass er sein Separee mit Top hat, denn in der großen Herde geht es doch manchmal etwas wilder zu.

Es sind einige jüngere Pferde in unserer Abwesenheit dazugekommen und der neueste Neuzugang ist auch etwas größer und wuchtiger geraten, als alle gedacht hatten. Ein schicker, großer Noriker, neben dem Flip wahrscheinlich zierlich aussehen würde. 

Da ist es mir doch ganz recht, wenn Flip nicht mehr mittendrin ist und versucht seine Herde zu managen sowie für Ruhe zu sorgen. Er scheint auch nicht dringend mitmischen zu wollen, auch wenn er gerne über den Zaun mit den Jungs und den neuen Pferden schnuppert.

Im Laufstall wohnt unter anderem auch ein junger Freiberger. Wenn ich den sehe, muss ich immer an Flip denken, denn er hat mit Flip in jungen Jahren optisch sehr viel gemeinsam. So viel, dass ich neulich sogar kurz erschrocken bin, als ich ihn im Augenwinkel im Laufstall gesehen habe, weil ich dachte, dass ich Flip womöglich aus Versehen statt ins Paddock in den Laufstall gelassen hätte. Dem war aber natürlich nicht so.

Auf dem Foto aus Annis Status sieht man beide. Den jungen Fribi und den Noriker. Das Bild sieht heftig aus, aber so spielen die Jungs halt und müssen ja auch ihre Rangfolge in der Herde klären.

Auch wenn Flip ganz zufrieden scheint, ist mir natürlich bewusst, dass ich mich bemühen kann wie ich möchte, ihm aber seine Artgenossen nicht ersetzen kann. Neulich wollte er z.B  unbedingt bei Nick stehen bleiben also habe ich ihn dort geputzt. Wie früher standen sie dann dösend Kopf an Kopf nebeneinander. Da werde ich schon wehmütig, aber was soll ich machen?  

Gerne versuche ich ihm wenigstens über solche Augenblicke, Spaziergänge oder Zeit am Gatter, Zeit mit seinen Kumpels zu verschaffen. Vielleicht kann Flip ja auch bald mal als Handpferd mit Nick raus gehen. Seine Kondition wird ja langsam besser und ich denke, das würde ihm Spaß machen.

Nick ist dann nach dem Putzen aufs Turnier gefahren, nachdem Flip einen kurzen Check des Pferdehängers durchgeführt hat. Das findet es immer cool und ich trainiere damit gern, dass er unproblematisch in den Hänger geht und diesen mit Leckerlis und Positivem verbindet.

Etwas sehnsüchtig hat Flip dann dem Pferdeanhänger mit Nick hinterher geschaut und ich habe mit  Marie ausgemacht, dass wir mit beiden Jungs in den nächsten Wochen mal einen Ausflug in ein anderes Gelände machen um dort gemeinsam spazieren zu gehen. 

Apropos spazieren gehen, waren wir auch letztes Wochenende wieder mit Paco unterwegs und die Pferde haben es genossen durch den frühlingshaften Wald zu laufen und gemeinsam grasen zu gehen. macht halt sowohl den Zwei- als auch Vierbeinern mehr Spaß in Gesellschaft unterwegs zu sein.

Sonntag, 23. März 2025

Happy Birthday, Flip!

Letzte Woche, am 14.03 25 wurde Flip 24 Jahre alt.

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht und über welch lange Zeit er schon meinen zuverlässiger, treuer Begleiter ist. Er ist wahrscheinlich das Beste was mir passieren konnte.

Für sein Alter ist Flip eigentlich ja noch ganz ordentlich unterwegs, aber man sieht es ihm schon an, dass er kein Jungspund mehr ist.

Hier ein Portrait von heute... 

... und eins von 2007:

Auch vom Charakter ist er ein gestandener, erfahrener Kerl, der meist wie ein Fels in der Brandung in sich ruht und durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Das ist so toll!

Vor 10 Jahren entstanden diese Bilder mit Aquino so wie das vom Ausritt mit Aneesha im Seewald. Da ist man wirklich versucht zu sagen, "das waren noch Zeiten".


Gerne hätte ich auch mal wieder Fotos vom Ausreiten eingestellt, aber so weit sind wir nun doch (noch?) nicht.

Mit unserem regelmäßigen Training jeden Montag Abend bei Lisa haben wir um den Jahreswechsel gestartet und damals meinte sie, in ca. 3 Monaten, könnte man eventuell schon mal wieder draufsitzen und einen kleinen Ritt wagen. 

So weit sind wir allerdings doch noch nicht. Vielleicht trainieren wir nicht fleißig genug, aber ich muss mich ja auch daran orientieren wie Flip zu Fuß ist und so dauert das eben seine Zeit. 

Wir wollen ja auch nicht ständig zur Reha-Arbeit in die Halle gehen, sondern versuchen immer wieder (auch gerne mit unterschiedlicher Pferde-Begleitung) andere Strecken für Spaziergänge zu wählen, damit es uns nicht langweilig wird.

Seid neuestem laufen wir auch ab und an mit Bianca und Paco aus dem Nachbarstall, den wir auch schon lange aus der Ferne kennen. Beide Pferde sind gleich alt allerdings, steht Flip noch deutlich besser da. An den Jungs geht eben die zeit auch nicht spurlos vorbei.

Was wir früher so easy an Strecken beim Ausritt zurückgelegt haben, ist nun zu Fuß mit unter etwas mühsam.

Das dachte ich ja kürzlich auch schon als wir zum Talhof gelaufen sind und auch die Galoppstrecke zum Golfplatz zu Fuß hochzulaufen, fühlt sich doch ganz anders an als auf dem Pferderücken im Galopp. Da kamen Margot und ich mit Flip und Top ganz schön ins Schnaufen.

Unser aller Kondition ist eben doch nicht mehr so gut und wenn ich versuche mit Flip auf den Wiesenwegen zu traben, merke ich das noch deutlicher.

Im Moment ist Flip ohnehin lieber etwas gemütlicher unterwegs, denn die Temperaturen schwanken stark und mit dem dicken Winterfell ist es ihm vermutlich auch manches Mal zu warm. 

Er ist wieder besser zu Fuß, aber natürlich tritt er ab und an vorne rechts weiterhin kürzer, ist nicht jeden Tag voll motiviert, aber auch ich merke mit der Zeit wo es zwickt und zwackt.

Mittlerweile longieren wir im Schritt, Trab und kurze Stücke im Galopp und morgen wollen wir mit Lisa mal klassische Handarbeit ausprobieren. Darauf freue ich mich schon und hoffe, dass wir damit noch mal einen Schritt weiter in Richtung Aufbau der Rückenmuskulatur kommen.

Dass unser Ergebnis bei der Pferdewaage etwas niedriger sein wird als früher, dachte ich mir schon mangels Muskulatur. 

Man durfte bei diesem Anbieter, bevor das Pferd auf die Waage stand, als erstes das Gewicht schätzen, das dann auf die kleine Herzchen-Tafel geschrieben wurde.

Wenn man unter 10% Abweichung oder 10 kg Abweichung kam (bin nicht mehr ganz sicher), hat man einen Rabatt bekommen und ich habe mich tatsächlich nur um 500 g verschätzt.

Nächstes Jahr bringt Flip hoffentlich wieder etwas mehr Gewicht (aber nur in Form von aufgebauter Muskulatur9 auf die Waage. 640 kg ist ein guter Wert, aber beim Putzen spüre ich Rippen, da Substanz fehlt. Er ist nicht zu dünn, aber er hat leider doch abgebaut.


Um das zurzeit nicht ganz so gute Heu auszugleichen (mit der Heuqualität wird wohl in allen Ställen gekämpft, da das Wetter letztes Jahr für die Heuernte schlecht war), bringe ich ihm abends weiterhin Heucobs und seit seinem Geburtstag bekommt er auch von Anni zum Frühstück etwas Müsli mit Senior-Faserfutter. 
So bin ich noch dazu sicher, dass sie einen kurzen Blick auf Flip geworfen hat und sieht, ob bei ihm alles in Ordnung ist. 

Wenn es eilt oder die Sonne draußen schön warm aufs Fell scheint, kommt es auch vor, dass Flip, wie man auf den Bildern sieht, auf dem Paddock draußen stehen bleibt und zum Fressen nur den Kopf in den Trog steckt. Das habe ich bisher auch bei keinem anderen Pferd gesehen. 

Nächsten Monat sind wir dann auch wieder bei der Zahnkontrolle dabei. 

Seid wir wieder zurück in Münchingen sind, frisst Flip zum Glück wieder besser, das heißt er macht nur noch seltener Heuknäule, worüber ich sehr froh bin. Es sollte also nur ein kurzer Check sein und ich rechne nicht damit, dass was zu tun ist. Auf Zähne-Richten steht Flip nämlich ganz und gar nicht und bei älteren Pferden, die glatte Kauflächen haben, sollte auch nicht ohne Not geraspelt werden.