Mittlerweile
ist Anfang Dezember.
Flip hat sich schon ein ordentliches Winterfell
zugelegt, aber die Temperaturen sind (zum Glück) noch nicht so arg
winterlich.
Bis
Ende November konnten die Pferde sogar noch auf die Koppel gehen, was Flip hier
in den Breiten noch nie konnte.
Es
waren noch ein paar schöne sonnige Tage und die beiden Jungs haben sich gefreut,
dass sie die Koppel so lange nutzen konnten.
Da bei
Nachbars seit diesem Jahr Winterkoppeln eingerichtet sind, tuen wir uns auch etwas
schwerer den beiden klar zu machen, dass sie nicht raus können.
Ich
freue mich, dass das mit Flip und Lasse, der Flip immer im Auge zu haben scheint
um den Koppelgang nicht zu verpassen, und vor allem auch mit Simone so gut
klappt. Oftmals hat sie die Pferde tagsüber, wenn ich im Büro war, rausgebracht
und sich sogar beim Laubrechen betätigt.Ich
bin sowieso sehr froh, dass Simone nicht auch noch ausgezogen ist, als Nick und
die Mädels gingen. Wir gehen nun häufig zusammen raus, sie nimmt Flip als
Handpferd mit, oder wir überlegen wie wir den beiden auch draußen Abwechslung
bieten können.

Kürzlich
haben wir daher eine Baustellenbegehung gemacht und haben Lasse die kleine
Wippe gezeigt, auf der Flip immer wieder seine Krankengymnastik macht.
Natürlich hat der kleine Mann das auch gleich verstanden wie das
funktioniert. Er konnte es ja auch beobachten, wie Flip das macht.

Ich
denke, man sollte den Pferden zwar Beständigkeit bieten, aber trotzdem
versuchen ihren Kopf wach zu halten, neue Gegenden erkunden und auch montags
schauen wir, dass wir das Programm erweitern.
Kürzlich haben wir bei der
Handarbeit auch Galopp an der Hand gelernt. Das scheint Flip Spaß zu machen.
Natürlich nur ein paar Sprünge, sonst würde ich nicht mithalten können.
Auf
dem einen Foto seht ihr, dass auch den Laufstallpferde Abwechslung in Form
eines großen Kartons zum Beschäftigen angeboten wurde. Das fanden sie klasse,
aber der Karton war ruckzuck platt.
Die
letzten Tage haben sie auch immer mal wieder einen Großballen Stroh in den Liegebereich
bekommen, an dem sie knabbern konnten. Das würde Flip auch gefallen.
Letzten
Freitag hat Simone einen Mädelsausflug gemacht und prompt hat Lasse, der sonst
nie krank ist, ein dickes, blutendes Auge und Blut aus den Nüstern gehabt. Was
für ein Schreck!
Simone
hat es morgens noch schnell angeschaut, die Tierärztin verständigt und ich habe
den Termin wahrgenommen. Zum Glück war es alles doch nicht ganz so schlimm, wie
es aussah. Das Auge ist in Ordnung, er hatte aber, wo auch immer her, eine Platzwunde
auf der Innenseite des Oberlids. Als die Sedierung nachgelassen hat, sind
dann Lena und ich mit Flip und Lasse zu einem Spaziergang aufgebrochen.
Da
wir uns danach mit der Augensalbe schwergetan haben, weil ihm das Auge weh
getan hat, war ich sehr froh, dass Carina noch vorbeikam und uns dabei
behilflich war ihn zu verarzten. Schon am Sonntag sah der kleine Mann zum Glück
wieder fast normal aus.
Nachdem
es hier zwar paar Tage sehr kalt war, es nun aber schon wieder über 10 Grad
hat, schwitzt Flip, wenn es sich mehr bewegt. Ich habe daher nach
einer Abschwitzdecke für ihn geschaut, die mit dem dicken Winterfell nicht zu
warm ist, ihn aber dann doch für die kalten Nächte trocknet. Das ist gar nicht
so einfach.
Die erste Decke taugte irgendwie nichts und die Zweite soll
scheinbar richtig gut sein, aber die sieht etwas rausgewachsen aus. Ist auch eine komische Größenangabe mit 130-145cm. Ich werde
sie trotzdem behalten, denn bei diesen Temperaturen kann ich ihm auch keine
dicke Fleecedecke auflegen.
Diese
Deckenaktion und Frage, ob man so ein älteres Pferd nicht doch eindecken soll,
geht mir, ehrlich gesagt, ziemlich auf den Geist, denn das ist ja kaum machbar,
wenn es nachts kalt ist und mittags warm. Theoretisch müsste man da ständig die
Decke rauf und runter machen oder mit unterschiedlichen Decken hantieren.
Solange es geht, möchte ich das vermeiden.
Gestern
war im Stall die Weihnachtsfeier und es war wieder ein richtig schönes Fest.
Wir haben dieses Jahr alle ein tolles Geschenk bekommen, das Anni eine unglaubliche
Arbeit gemacht hat. Aus alten Büchern, hat sie durch Falten und Schneiden einen
Pferdekopf und für jeden noch den Pferdenamen darunter gemacht. Was
für eine Arbeit! Das hätte ich nicht mal nur für ein Buch versucht.
Als
wir so gegen 22 Uhr nach Hause gegangen sind, habe ich kurz bei Flip versucht
vom Treibgang aus in die Box zu spicken. Da ich ihn aber nicht sehen konnte,
habe ich mit dem Handy ein Bild gemacht und Flip nun das erste Mal in der Box
liegend gesehen. Ich denke, wenn ein Fluchttier mit Hintern zum Ausgang
schläft, ist das ein gutes Zeichen und er fühlt sich sicher.
Gestern
hatte ich schon festgestellt, dass das Eisen hinten rechts locker wird.
Heute
vor dem Nikolausritt musste ich allerdings feststellen, dass es schon so lose war,
dass wir so nicht mitlaufen hätten können.
Auch
wenn so ein Eisen noch so locker scheint, hält es meistens an einem Nagel
unheimlich fest am Huf und will einfach nicht abgehen. Was bei Jojo so einfach
aussieht, stellt unsereins dann doch auf die Probe. Zum Glück hat mir Didi mit
ihrem Werkzeug geholfen und nach knapp 30 Minuten hatten wir das Eisen dann
endlich auch unten und konnten uns richten, um als Nikolaus verkleidet
zu starten.
Lasse war wieder besonders hübsch geschmückt:
Mit
12 Pferden sind wir (zum Glück, bei ordentlichem Wetter) losgelaufen/geritten.
Flip
ist es immer sehr wichtig, dass er vorne laufen kann und die Gruppe anführen
darf. Auch dieses Jahr haben wir das so gemacht und ich habe geschaut, dass wir
gleich als erste aus dem Hof kommen, damit er sich nicht, wie letztes Jahr, zwischen allen durchdrängelt und die anderen zur Seite schuppst. Da war er
letztes Jahr nämlich nicht so zimperlich.
Wie
immer, war es eine schöne, gemütliche Runde und hinterher gab es noch Punsch und
Plätzchen. Schön war's!
Am
Dienstag früh kommt dann Jojo und wir bekommen wieder frische, neue Eisen, mit
denen wir dann in das neue Jahr starten können.