Am
Freitag konnte ich Flip aus der Klinik wieder abholen. Zum Glück!
Ich
hatte ja schon geahnt, dass es mit der Kommunikation schwierig wird, allerdings
wäre es schön gewesen, wenn ich positiv überrascht worden wäre.
Am Montag
hatte ich Flip mit Carina zusammen dort abgeliefert und auf dem Anmeldebogen
konnte man ankreuzen wenn man werktags täglich eine Information bekommen
möchte, wie es seinem Pferd geht. Das habe ich natürlich gemacht.
Er hat
für den ersten Abend und die Nacht eine Box gleich bei der Anmeldung bekommen, von
der aus er alles beobachten konnte.
Am
Dienstag war dann die Szintigraphie und ich habe nichts von der Klinik gehört.
Am Mittwoch sollte ich von einem Tierarzt eine Auswertung der Untersuchungen
erhalten und mit ihm besprechen was bei der Szintigraphie herauskam und welche
Behandlungen am Folgetag stattfinden können. Da Flip radioaktiv gestrahlt hat,
musste er bis Freitag nachmittag in einer Quarantänebox bleiben. Er hatte wohl
einen Boxennachbar, aber ansonsten werden diese Pferde wohl nur kurz versorgt
und haben auch keinen Kontakt zu anderen Pferden. Das ist natürlich vor allem
für ein Pferd, Laufstall gewöhnt ist, hart.

Mir
wurde zugesagt, dass trotzdem donnerstags schon weitere Untersuchungen oder
Behandlungen stattfinden könnten. Am Mittwoch habe ich mehrfach in der Klinik
angerufen, aber den Arzt nie ans Telefon bekommen und um 18 Uhr kam dann
die Meldung, dass er erst am Folgetag anrufen wird. Ehrlich gesagt fand ich das
schon ziemlich ätzend, denn von "jeden Tag bekommt man eine Auskunft die
es dem Pferd geht", war das schon weit entfernt und man macht sich ja
immerhin auch Sorgen um sein Pferd.

Am
Donnerstag Mittag habe ich dann endlich einen Anruf von Dr. Paschke erhalten,
der mir berichtet hat, dass bei der Szintigraphie Knochenveränderungen an den
letzten Halswirbeln und der Schulter entdeckt wurden. Er riet dazu daraufhin
die Schulter und die Halswirbel zu röntgen. Ich fragte dann wie es denn mit
Ultraschall aussehen würde und, ob er nicht auch der Meinung wäre, dass Flip
eventuell auch einen Nerv eingeklemmt haben könnte oder irgendwelche
Weichteilprobleme hätte. Er hielt das zwar für möglich, fand aber, dass die
richtige Reihenfolge mit Röntgen starten würde. Wir haben uns dann darauf
geeinigt, dass geröntgt wird und dann Ultraschall gemacht wird sowie, dass er
sich daraufhin wieder meldet.
Nach
beiden Untersuchungen hat er dann angerufen und berichtet, dass ich doch recht
gehabt hätte und sich herausgestellt hat, dass Flip an der Bizepssehne
Verkalkungen und außerdem noch entzündete Schleimbeutel der Schulter
hätte.
Auf
meine Frage wie es nun weitergeht, kam als erstes, dass er das Foto von den
Fressständern gesehen hätte und er dies für die Ursache hält, die so schnell
wie möglich abgestellt werden müsste. Damit war klar, dass Flip in den kleinen
Laufstall, der ab Mai frei wird, umziehen wird.
Er
sollte jetzt erstmal ein Vierteljahr Schritt gehen damit alles etwas zur Ruhe
kommt. Spritzen wollte er es nicht, denn damit kann die Sehne wohl auch Schaden
nehmen.
Man
könnte versuchen die Verkalkungen zu operieren, allerdings riet er davon ab, da
man nicht sicher ist, ob man die Verkalkungen komplett entfernen kann und sie
durchaus wieder auftreten können. Die ca. 2500 Euro meinte er, würde er sich
sparen wenn es sein Pferd wäre. Das sehe ich auch so.
Am
Freitag wurde Flip dann noch mit Stoßwelle behandelt, was wohl helfen kann und zum
Glück ohne Sedierung ging, denn er war wohl dabei mit einer Schleckschale
beschäftigt. Futter zieht bei ihm halt immer.
Da
die Strecke von der Klinik nach Hause verkehrstechnisch eher schwierig ist und
wir mit Staus gerechnet haben, haben wir Flip ausnahmsweise statt um 15 Uhr
schon gegen 14 Uhr abholen dürfen.
Zum
Abholen hat mich Margit begleitet und ist rückzus gefahren, denn meine Nerven
lagen schon ziemlich blank. Nachdem ich die Klinikrechnung bezahlt habe, wurde
Flip geholt.
Er
war sehr aufgeregt und sah auch sehr dünn aus. Er war so hibbelig, dass ich
erstmal eine ganze Weile auf dem Hof mit ihm hin und her laufen musste und zum
Anziehen der Transportgamaschen haben wir ihn grasen lassen müssen, damit er
wenigstens mal kurz still steht. Da ging mir schon mächtig die Düse wie wir ihn
nach Hause bringen sollen.
Zum
Glück hat Margit Ruhe bewahrt, wir haben ihn verladen und sind tatsächlich ohne
Stau zurück in den Stall gekommen. Auch dort war Flip noch ziemlich aufgeregt
und ich habe geschaut, dass er viel Heu zur Verfügung hat, damit er nicht
gleich das ganze Stroh frisst. Da er ja 5 Tage auf Spänen stand, kann es sonst
leicht zu Kolik kommen.
Ich
habe ihn dann noch in der Halle herumgeführt und so gut es geht bespaßt,
allerdings war er vom Gemüt her so gar nicht das Pferd, das ich sonst
kenne. Abends haben wir dann schon recht früh Chris neben ihn gestellt, damit er ruhiger ist. So kenne ich Flip nicht.
Wenn
ich mir so anschaue wie wenig er geäpfelt hat, dafür dass er bei uns sehr viel
Heu gefressen hat, ist auch klar, dass er dort wohl nur sehr wenig zu fressen
bekommen hatte. Er schien also so schlank weil einfach Magen und Darm leer
waren. Vielleicht weil er am Dienstag und Donnerstag sediert werden musste und
sie auch nicht wussten, ob er womöglich auch für die Stoßwelle eine Sedierung
braucht.

Am
Samstag in aller Früh war bei uns im Stall Tiefmisteln angesagt. Anni hat mich
dann kurz vor 7 Uhr morgens angerufen und Bescheid gegeben, dass sich Flip sehr
aufregt. Das hieß, raus aus dem Bett und ohne Frühstück ab in den Stall. Flip
war wirklich mit den Nerven durch. Ich habe ihn versucht in Ruhe, angebunden in
der Notbox draußen zu putzen und ihn zu beruhigen. Damit er etwas Stress
abbauen kann, wollte ich ihn wieder, wie am Vortag in der Halle führen. Dazu
musste ich allerdings hinten aus dem Stall heraus und über die Straße nach
vorne zur Halle laufen. Ganz schön hibbelig war mein Pony, aber der Weg war
zum Glück nicht so lang.
In
der Halle hat er sich aber zum Glück wieder relativ schnell beruhigt, gewälzt
und ich konnte ihn schließlich auch in der Halle zurücklassen während ich seine
Box gerichtet habe.
Wir
haben dann 4 Stunden miteinander verbracht bis der Stall fertig war und er
wurde nach und nach wieder entspannter.
Hunger
hat er immer noch ziemlich und so habe ich auch heute geschaut, dass er
möglichst häufig aus der Box draußen ist um nicht ständig zu fressen.
Am
Morgen war ich zusammen mit Steffi und Rocket eine Asphaltrunde. Da lief er
schon wieder brav mit, auch wenn er mehrfach wiehern musste.
Nachmittags
kam ich dann auch noch mal, damit er mit seinen zukünftigen WG-Partnern Luke
und Cash zusammen grasen konnte. Nun ist er wieder der Alte, der allerdings
nicht so recht versteht wozu er in der Eingewöhnungsbox wohnen soll. Schön,
dass seine Feunde hin und wieder vorbeikommen und ihn besuchen.
Dieses
Mal kann ich ihn ja auch nicht während ich miste in den Fressständer stellen,
was es etwas schwieriger macht. Die Zeit in der Box ist aber absehbar und wir
hoffen alle, dass die 3 Jungs sich dann in ihrem kleinen Laufstall gut
vertragen und schnell einleben.
Ich
hatte zwar immer gehofft, dass Flip in der großen Herde bleiben kann, aber mein
Kopf sagt mir, dass er eben nicht jünger wird und es nun eigentlich optimal
ist, dass alle 3 Pferde gleichzeitig dort einziehen können und keiner als
Eindringling in ein schon besetztes Revier zieht.
Die
drei müssten sich auch eigentlich gut verstehen, denn sie kennen sich und es
ist eigentlich auch ausreichend Platz. Wenn dann bald auch noch die Koppel
eröffnet wird, steigert das ja auch noch die Laune der Pferde.
Flip
darf zwar jetzt ein viertel Jahr eigentlich nicht traben und galoppieren, was
im Normalfall bedeuten würde, dass er auch nicht auf die Koppel dürfte, aber
ich hoffe einfach, er macht es so wie die Jahre vorher und frisst einfach statt
rumzurennen. Vom kleinen Laufstall auf die Koppel müssen sie ja nicht mal den
Treibgang herunter sondern sind schon nach 2 Metern auf dem begehrten
Grün...und selbst wenn er ein paar Hüpfer macht… das muss die Schulter
aushalten.
So,
und nun gehe ich dann schlafen. Die Woche war nervenaufreibend und das
Wochenende fast nur mit Bespaßung des Pferdes, Misten, Füttern, Hänger putzen…. im Stall zu
verbringen, macht müde.
Das wird das neue Pferdeteam des oberen Laufstalls:
Schön, dass er wieder da ist!!!!